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Michael Winkler: Gleichgewicht

Pfiffe, Gegröle, „beleidigende“ Plakate – das muß man als Politiker aushalten. Wir haben schließlich keine Leute aus dem Volk, die für das Volk gute Entscheidungen treffen, sondern abgehobene Mitglieder einer eigenen Kaste, die sich über den Willen des Volkes hinwegsetzen. Je weniger Achtung die Politiker vor dem Volk haben, desto weniger Achtung zeigt das Volk für Politiker. Es ergibt sich immer eine Gleichgewichtssituation. Das „Bad in der Menge“ bleibt diesen Herrschaften versagt, zumal die Menge mit diesen Leuten nichts mehr gemein haben will.

Die Bevormundung bei der Abschaffung der D-Mark, die fehlende Einsicht für die Befindlichkeiten des Volkes bei dem Vertrag von Lissabon ebenso wie bei ESM und TTIP, die Idiotie der Target-2-Salden, die Verrücktheiten bei der Energiewende – das alles zeigt, daß die Politiker den Kontakt zur Realität längst verloren haben. Die Realität blenden sie mit Hilfe der Wahrheitsmedien aus, die konsequent Kulissen aufbauen, die eine Welt vorspiegeln, die es so nicht gibt und nie gegeben hat.

Damit die Wahrheit nicht durch diese Kulissen dringt, wurden Zensurgesetze eingeführt. Vernunft wird konsequent als „Rechts“ und „Nazi“ abgetan. Guido Westerwelle hatte schon recht, als er von „spätrömischer Dekadenz“ gesprochen hat. Rom war einst das Zentrum der Welt, die Macht wurde nach Konstantinopel verlagert, der weströmische Kaiserhof nach Ravenna. Ähnlichkeiten mit Bonn, das seine Macht nach Brüssel abgegeben und das Kanzleramt nach Berlin verlagert hat, sind rein zufällig. Die Dekadenz, die daraus resultierte, ist hingegen eine logische Folge aus der Weltfremdheit der politischen Kaste.

Straßenbaustellen in Merkeldeutschland sind Arbeiterdenkmäler. Ich war vor einigen Tagen auf der Autobahn unterwegs und habe einige Baustellen vorgefunden. Und Arbeiter? Die mußte ich mir dazu denken. Am Freitagvormittag waren die alle schon im verlängerten Wochenende.

Auf dem Würzburger Stadtring gibt es seit Monaten eine Baustelle. Ich fahre da am Donnerstagnachmittag durch, und ja, auch da muß ich mir ständig die Arbeiter dazu denken. Heute Mittag hat das Fernsehen eine Fernfahrerin gezeigt, die doch glatt gesagt hat, daß dies in anderen Ländern ganz anders sei. Da würde auf Straßenbaustellen tatsächlich gearbeitet, weshalb diese recht schnell wieder verschwänden. Aber diese haben nun mal keine Merkel. Hier bei uns läuft das hingegen so ab:

  • Als erstes wird ein Schild aufgestellt „Wir bauen für Sie … bis Oktober 2020“. Danach wird großräumig abgesperrt, eine Staustelle geschaffen. Das alles passiert im September 2017.
  • Im November werden zwei Baumaschinen aufgefahren, dann geht es in die Winterpause.
  • An einem schönen Tag im April 2018 fährt ein Pkw über die Strecke und gelegentlich steigen zwei Personen aus, die mit gelbem Schutzhelm Zigaretten rauchen.
  • Im Juli 2018 wird an einer Stelle gegraben, die Fahrbahn aufgerissen.
  • Im August 2018 sind die Arbeiter abgezogen, weil irgendwo „Blow Ups“ repariert werden müssen.
  • Nach der Urlaubszeit – der Bauarbeiter – gibt es im Oktober gewisse Fortschritte, bevor die Winterpause eingelegt wird.
  • März 2019 wird Baumaterial angefahren, das ab Juni 2019 weiter verteilt wird.
  • Im September 2019 ist es dann abwechselnd zu naß, zu trocken, zu heiß oder zu kalt, um zu arbeiten. Die Baustelle geht in die Winterpause.
  • Im Mai 2020 wird an den auszubessernden Stellen das Fundament der neuen Straße gelegt.
  • Oktober 2020 wird geteert.
  • Leider ist anschließend das Wetter zu schlecht für die Markierungsarbeiten, die Baustelle geht in die Winterpause.
  • Aber schon im März 2021 wird die Autobahn wieder freigegeben, mit einer ganz geringen Terminüberschreitung.

Woraus wir ersehen, daß Merkel zwar nicht überall sein kann, aber überall, wo Merkel drin ist, ist auch der Wurm drin. Da sagen wir doch: Danke, Kanzlerin!

Die Polizisten, die bei den G20-Chaostagen in Hamburg die Köpfe für die Horden eingefallener Politiker hinhalten mußten, haben das nicht freiwillig getan. Zum Dank dafür, daß sie die linken Schlägerbanden abgehalten haben, wurden 95 Ermittlungsverfahren wegen Straftaten gegen die Polizisten eingeleitet, allein gegen 78 Beamte wegen Körperverletzung im Amt. Außerdem soll es noch 100 „Prüffälle“ geben, in denen die Staatsanwaltschaft überlegt, wie sie den Polizisten ans Leder gehen könnte.

Gegen die linken Chaoten hat die Staatsanwaltschaft nur 173 Verfahren eingeleitet. Ja, so ist das nun mal in Merkeldeutschland. Da kann man den Polizisten nur raten, sich krank zu melden, wenn wieder einmal eine Großveranstaltung stattfinden soll. Die Politiker haben das nicht anders verdient.

Ach ja, nebenbei bemerkt: Wenn Polizisten sich gegen „Rechte“ ruppig benehmen, gibt es keine Ermittlungsverfahren. Allerhöchstens, wenn ein Polizist einen Zweijährigen in Notwehr erschießt, weil dieser gedroht hat, seinen Schnuller zu werfen.

Quelle: Michael Winkler