Michael Winkler: Hundegebell

Donald Trump ist senil und geistig umnachtet. Was wie eine Vorgabe für die Berichterstattung der merkeldeutschen Wahrheitsmedien klingt, stammt von Nordkoreas Herrscher Kim Jong Un. Bei der Gelegenheit hat er auch gleich angekündigt, dem mit Feuer abhelfen zu wollen. Den Austausch der freundlichen Ankündigungen hat Trump mit dem Versprechen begonnen, Nordkorea völlig zu zerstören. Kim wollte zwischendurch auch noch Japan versenken.

Was Nordkoreas Außenminister als Hundegebell bezeichnet, wird also eifrig in die Welt gesetzt. Noch können wir den Austausch der Beleidigungen amüsiert verfolgen, wenn jedoch aus der Bellerei eine Beißerei wird, wird es ernst, auch für uns.

Die Briten haben neue Ideen für den Brexit vorgetragen. Alles Negative, wie das Eindringen unerwünschter Menschenmassen, soll möglichst bald enden. Alles Positive, wie Zollfreiheit und unbeschränkter Handel, soll tunlichst möglichst lange gelten, also mindestens zwei Jahre über den Austritt hinaus. Obendrein möchten die Briten möglichst wenig bezahlen, vielleicht zwanzig Milliarden, wo die EU hundert Milliarden haben will. Zusammengefaßt will London alle Vorteile genießen und alle Nachteile vermeiden. Bezahlen sollen das wahrscheinlich die Deutschen, die können das.

Wir haben am Sonntag die Wahl. Merkel ist als Weltreise-Kanzlerin gesetzt, nur die nachgeordneten Positionen müssen ausgekungelt werden. Vizekanzler und Finanzminister Lindner beispielsweise, und Außenminister Özdemir. Dieses Szenario hätte immerhin den Vorteil, daß Zensurminister Maas erst mal verschwindet. Für welches Ressort ein Vizekanzler Schulz geeignet ist, sollte man auswürfeln. Wirtschaftsminister wäre unter Umständen ein wenig ironisch. Gabriel bliebe dann Außenminister und Maas Minister für Orwellisierung. Zum Glück wird nur eine dieser Varianten eintreten.

Thyssen und Krupp, das waren einmal Firmen mit einem Ruf so solide wie bester Stahl. Abgestiegen sind sie schon länger, Thyssen-Krupp (mit Bindestrich) stand bereits für den Niedergang der Schwerindustrie. Mannesmann war übrigens mal der Weltmarktführer im Bereich nahtloser Stahlröhren. Geendet haben die als Telephongesellschaft, bis sie an Vodaphone verkauft worden sind.

Thyssen-Krupp will mit Mittal fusionieren. Das ist einer der weltgrößten Stahlkocher – aus Indien. Das Ruhrgebiet, wo einst die Schornsteine rauchten, gehört mittlerweile zum alten Eisen. Warum? Ganz einfach: Ideenmangel.

Dort wurde mal der Gußstahl erfunden, als Unternehmer noch Eigentümer gewesen waren. Aktiengesellschaften, in denen die Gewerkschaften über die Montan-Mitbestimmung Entscheidungen treffen, haben den Anschluß ans 21. Jahrhundert verpaßt. Billig können die Anderen besser, und besser haben wir nicht mehr geschafft. Da sagen wir doch danke, danke Kanzlerin, danke ihr früheren Kanzler, und vor allem danke an die ganzen Manager, die mehr Geld eingesteckt haben, als sie wert sind.

Quelle: Michael Winkler


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