Michael Winkler: Saure Gurken-Zeit

Was soll die Reichsbürger-Hysterie? Laut BKA soll es 12.800 Menschen geben, die sich als Reichsbürger bekennen und die Merkelrepublik nicht anerkennen. Na und? Verlieren deswegen die Abgeordneten auch nur einen einzigen Cent ihrer Diäten? Und ob ich den Polizisten hinter seinem Blitzgerät für einen Vollidioten oder den anmaßenden Vertreter eines Trachtenvereins ohne jegliche Hoheitsrechte halte, für das unerwünschte Photo werde ich trotzdem zahlen müssen.

Bis jetzt gilt die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 31. Juli 1973, wonach das Deutsche Reich nicht untergegangen ist. Insofern sind wir alle Reichsbürger, doch davon haben wir nichts. Ich kann genauso gut behaupten, Bürger des Königreichs Bayern oder des Fürstbistums Würzburg zu sein. Spätestens der Polizeiknüppel bringt mich in die Realität des totalen Merkelstaates zurück.

Haben unsere Politiker die Anerkennung der Reichsbürger so bitter nötig? Warum? Weshalb die Panik? Angeblich traut man den Reichsbürgern sogar Anschläge zu. Bisher gab es keinen einzigen Anschlag, der auf Reichsbürger zurückgeht. Wer hingegen Moslems einen Anschlag zutraut, der wird als „fremdenfeindlich“ und „islamophob“ gebrandmarkt. Dabei haben Moslems schon öfter Anschläge durchgeführt, auch in Deutschland.

Die Vorgabe des Bundesamts für Migrationsförderung (BAMF) an seine Mitarbeiter sind drei Anhörungen oder 3,5 Asylentscheidungen pro Tag. Im Schnitt schaffen die Mit-Nichtarbeiter nur zwei Anhörungen oder 2,5 Asylentscheidungen am Tag. Ich persönlich traue mir zehn Asylentscheidungen pro Minute zu, dazu benötige ich nur ein Stempelkissen und einen Stempel mit „Abgelehnt“. Dabei sichere ich die Ablehnung unparteiisch und ohne Ansehen der Person zu.

Wieso die BAMF-Nichtarbeiter nur zwei Anhörungen schaffen, ist mir ebenfalls schleierhaft. Ich brauche bei einer Anhörung nicht zu erfahren, welchen Stammbaum die Lieblingsziege zu Hause in Afghanistan hat, sondern nur, ob eine politische Verfolgung vorliegt. Politische Verfolgung bedeutet nicht, daß irgendwo Bürgerkrieg oder Hungersnot herrscht, daß es keine Jobs gibt oder der Analphabet weder Raketeningenieur noch Gehirnchirurg werden durfte.

In eigener Sache: Im Moment bin ich das Kamel, das in der Wüste nach der nächsten Oase sucht. Die Saure-Gurken-Zeit ist angebrochen, die wirklichen Meldungen bleiben aus. Und das trotz Wahlkampf! Wer hat damals wen als Gurkentruppe bezeichnet? Ach, ich will das nicht nachschlagen. Egal, wer das gesagt und welche Partei er gemeint hat, er hat damit Recht.

Selbst diese Gurkentruppen sind sauer geworden, für einen ordentlichen Wahlkampf oder einen mit Inhalten reicht es einfach nicht. Die Herrschaften sind sich der Wähler derart sicher, daß sie es nicht nötig haben, etwas zu bieten. Und würden sie etwas bieten, wäre das mit dem Schließen der Wahllokale Makulatur. Die Wähler sitzen bei den Koalitionsverhandlungen weder am noch unter dem Tisch. Sie dürfen nur am Ende die Zeche bezahlen.

Quelle: Michael Winkler


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