Mittels fortgesetzter Volksverdummung zur nationalen Selbstauflösung

Von Klaus Barnstedt

Wie viele werden es denn nun allein in diesem Jahr sein? Selbst Vizekanzler Gabriel hat die immer noch umhergeisternde halbamtliche Zahl von 800.000 Asylsuchenden bereits vor einem Monat auf 1.000.000 erhöht. Und täglich gelangen weiterhin Tausende über die österreichisch-bayerische Grenze nach Deutschland. Ein Gegensteuern findet bisher nur in homöopathischen Dosen statt.

Wenn man berücksichtigt, dass statistisch unangenehm empfundene Zahlen von offizieller Seite eher geschönt dargestellt werden, weiß man, was von Gabriels Angabe zu halten ist.

Inoffiziell ist von bis zu 1,5  Millionen Menschen die Rede, die hier inzwischen untergebracht und versorgt werden müssen.[1]

In ihrer exklusiven Fernsehtalkshow bei Anne Will hat Kanzlerin Merkel auf unverfrorene Weise mit einer abwehrenden Handbewegung die Angabe konkreter Zahlen verweigert. Lediglich ein „Es sind sehr, sehr viele.“ war von ihr zu vernehmen.

Bestimmte Zahlen und Fakten braucht das Volk offenbar nicht zu kennen!

Gäbe es den Tatbestand der gezielten Volksverdummung, säßen der größte Teil der Regierungsclique und ein bedeutender Teil von staatskonformen Medienvertretern längst hinter Gittern.

Potenzierung von Problemen

Doch der Unmut im Lande wächst. Viele fragen sich: „In welchem Zustand befinden wir uns? Wohin steuert dieses Land?“

Bevor der diesjährige Asyl-Ansturm losbrach, existierten bereits Parallelwelten von Wohlhabenden, ethnisch-religiöse Parallelgesellschaften und No-Go-Areas in Großstädten.

Wir haben weiterhin zehntausende Obdachlose, Tendenz steigend.[2] Es gibt etwa drei Millionen Arbeitslose. Viele Rentenbezüge liegen am Existenzminimum und die Kinderarmut unseres „reichen“ Landes ist beschämend. Laut dem Deutschen Kinderschutzbund (DKSB) leben 2,5 Millionen Kinder in Einkommensarmut. Dies entspricht 19,4 % aller Personen unter 18 Jahren.[3]

Das heißt, auch ohne einwandernde bzw. eindringende Migrantenströme gäbe es hierzulande genügend Herausforderungen, ein Auseinanderdriften sozialer Strukturen zu verhindern.

Alles, was schon bislang nicht zufriedenstellend geregelt werden konnte, wird in Zukunft noch schwieriger zu handhaben sein. Eine Verschärfung der bisherigen sozialen Spannungen ist unvermeidbar. Hinzu kommt die steigende Gefahr terroristischer Anschläge („Islamisten drohen jetzt auf Deutsch“, Zeitungsausgabe des Weser-Kurier v. 16.10.2015).[4]

Dabei ist es sinnvoller und vernünftiger, die innenpolitischen Strukturen zu optimieren, bevor man sich zusätzlichen Problemen „öffnet“, schon gar nicht, wenn letztere völlig unkalkulierbar sind.

Von eigenen, stabilen Verhältnissen ausgehend, kann an einer Befriedung der Welt wesentlich besser gearbeitet werden, als wenn man sehenden Auges eine Destabilisierung des bisher Erreichten zulässt oder sogar vorantreibt und auf den verschiedensten gesellschaftlichen Feldern schwerste Rückschläge hinnehmen muss.

Illusionstheater der Parallelwelt

Die Akteure der Parallelwelt, die die Asylproblematik gern weiterhin kleinreden und verharmlosen, die weiterhin mediale Beschwichtigungspolitik betreiben, sind bislang dermaßen abgeschottet, dass sie sich volksverdummende Sprüche und Darstellungen glauben leisten zu können.

Nicht wenige unbedarft Wohlmeinende, Partei- und Regierungshöflinge, Karrieristen und Asylgewinnler behaupten penetrant im Stile Merkels, es sei grundsätzliche nicht möglich, sich dem Asylbegehren von Millionen von Menschen zu widersetzen.

Zu einer ganz anderen Einschätzung gelangt beispielsweise der Ex-EU-Kommissar Günter Verheugen (SPD), der davon spricht, dass wir uns vor dem Ausbruch eines kalten Krieges befinden.[5]

Anstatt sich einmal auf solch eine Sichtweise einzulassen, werden bevorzugt Ablenkungsmanöver veranstaltet und Nebenkriegsschauplätze eröffnet. Inmitten einer Staats- und Regierungskrise ereifert man sich lieber unverhältnismäßig über die Miniaturausgabe eines karnevalistisch anmutenden „Spielzeuggalgens“ (Preußische Allgemeine) auf der letzten PEGIDA-Demonstration.

Ein pauschales „Wir schaffen das.“ ließe sich nur einigermaßen glaubhaft aufrechterhalten, wenn eine überschaubare Situation zugrunde läge.

Bei den gegenwärtigen chaotischen Verhältnissen an der Asylfront im In- und Ausland ist es unrealistisches, dummes Gewäsch. (Ganz abgesehen davon, wer mit „wir“ gemeint ist und was die Optimismusverbreiter unter „das“ verstehen.)

Verabschiedungskultur

Das vorgeblich zu Bewältigende orientiert sich immer an einer einzuschätzenden Größenordnung, einem halbwegs bekannten Umfang der Aufgabe und bezieht eine voraussichtliche Dynamisierung mit ein. Ausmaß, Entwicklung und Folgen des Migrantenansturms sind aber bei der fatalistischen und moralisch aufgeblähten Willkommenshaltung unserer Regierungsverantwortlichen selbst mittelfristig nicht annähernd konkret abschätzbar.

„Wir können die Grenzen nicht schließen. Wenn man einen Zaun baut, werden sich die Menschen andere Wege suchen.“ (Merkel am 07.10.15 bei Anne Will)

Den Folgen außereuropäischer politischer Ereignisse sind wir also machtlos ausgeliefert?

Es gibt im politischen Welttheater keinerlei Möglichkeiten, die nationale Souveränität und Identität Deutschlands zu erhalten?

Also Kapitulation vor angeblich unvermeidbaren, über uns hereinbrechenden Zuständen?

Da hätte Merkel in der berüchtigten Fraktionssitzung Ende September in sprachlich leicht abgewandelter Form auch gleich sagen können:

„Ist mir egal, ob ich schuld am Untergang Deutschlands bin. Nun ist er halt da.“[6]


[1] http://www.zeit.de/gesellschaft/fluechtlinge-in-deutschland

[2] http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-10/deutschland-studie-obdachlosigkeit

[3] http://www.dksb.de/CONTENT/SHOWPAGE.ASPX?CONTENT=459&TPL=0

[4] http://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-politik-wirtschaft_artikel,-Zwei-Bremer-in-IS-Propaganda-Video-erkennbar-_arid,1231117.html

[5] http://www.tvo.de/mediathek/video/guenter-verheugen-zur-fluechtlingsdebatte-die-grosse-voelkerwanderung-kommt-erst-noch/

[6] https://twitter.com/hugomuellervogg/status/646335297173737472


Quelle und Kommentare hier:
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