Mitten in Deutschland: Hier übt die US-Armee den Krieg gegen Russland

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Kein Handy, kein Computer, kein Ausgang – was sich auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels zwischen Nürnberg und Regensburg abspielt, soll geheim bleiben. Denn mitten in Deutschland übt die US-Armee den Krieg gegen Russland – und die nächsten Manöver im Herbst sind bereits geplant.

Über das Job-Portal der Bundesagentur für Arbeit suchte im Frühjahr der Dienstleister Optronic erneut Statisten für die US-Militärübungen. Eingesetzt werden die Hilfskräfte dabei als sogenannte Civilians On the Battlefield (Zivilisten auf dem Gefechtsfeld).

Besonders die Voraussetzungen für die Stelle zeigen, worum es geht:

„Gute Sprachkenntnisse in Russisch“, „Polnisch oder Tschechisch sind von großem Vorteil.“

Ziel sei ein

„realitätsnahes Übungsszenario für die Soldaten und somit eine optimale Vorbereitung für deren Auslandsmissionen“.

Dafür werden auf dem abgeschirmten Militärareal bis zu zehn Übungsdörfer errichtet und mit 30 bis 100 Zivilisten besetzt. Für die Hiwis beginnt das zweiwöchige realitätsnahe Szenario dann jeweils um 5:00 Uhr. Der Lohn liegt zwischen 88,40 und 120 Euro pro Tag.

Offiziell spielen sie dabei Rollen

„wie z. B. ein Viehzüchter, Ladenbesitzer oder auch der Bürgermeister eines Dorfes in Afghanistan der hin und wieder auch mit den anwesenden U.S. Streitkräften vermittelt und verhandelt“, hieß es in der Ausschreibung.

Doch diese Begründung ist kaum glaubhaft: Zwar werden in Afghanistan insgesamt 49 Sprachen und etwa 200 Dialekte verwendet – doch Russisch, Polnisch und Tschechisch sind nicht darunter.

Zudem berichtete der Deutschlandfunk 2015 über die Vorbilder der offiziell rein fiktiven Staaten, gegen die in den Manövern Krieg gespielt wird.

„Iran als Ariana, Aserbaidschan als Atropia und Russland als Donovia dienen seit 2012 als Spielwiese für militärische Übungen der US Army.“

Zuvor hatte die US-Armee bevorzugt arabisch sprechende Hiwis gesucht.

Nach Angaben von Optronic sind weitere Übungen für die Zeit vom 6. bis 16. Oktober sowie vom 3. bis 18. November geplant. Laut Informationen der Linksfraktion im Bundestag soll Optronic zudem

„die Arbeitsorte Dresden, Berlin, Leipzig, Magdeburg, Köln, Essen, Schwerin, Nürnberg angegeben“

haben, was jedoch zumindest aus der Stellenausschreibung im Frühjahr nicht hervorging.

So werden Hiwis für den US-Krieg gesucht.

Was die US-Truppen mit ihren russischsprachigen Hiwis exakt üben ist unklar. Während der Manöver werden die Komparsen abgeschirmt.

„Das Verlassen des Kasernengeländes ist während der gesamten Veranstaltungsdauer nicht möglich (Ausnahme: Arztbesuch). Aus Sicherheitsgründen ist das Mitführen von Mobiltelefonen sowie (mobilen) Personalcomputern etc. auf dem Truppenübungsgelände untersagt.“

Zudem werden von Civilians On the Battlefield nach Manövern routinemäßig Verschwiegenheitserklärungen verlangt.

Der Truppenübungsplatz Hohenfels ist mit 160 Quadratkilometern eines der größten Militärgelände in Deutschland. Seit 1951 wird die Anlage von den USA genutzt. Civilians On the Battlefield werden seit 1999 eingesetzt.


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