Mundräuber Regeln – Freie Lebensmittel weltweit

von stefan

allmendeMundraub.org verfolgt das Ziel, in Vergessenheit geratene Früchte wieder in die Wahrnehmung zu rücken und in Wert zu setzen, um sie als Teil unserer Kulturlandschaft und der Biodiversität dauerhaft zu erhalten. Hinter den Icons auf der MundraubMap stehen echte Bäume, Sträucher und Kräuter. Andere Nutzer haben diese nach bestem Wissen und Gewissen veröffentlicht.

Auch öffentliche Verwaltungen stellen euch zukünftig Daten im Rahmen ihrer Open Data Policy zur Verfügung oder private Eigentümer oder Unternehmen wollen ihre ungenutzten Ressourcen mit euch teilen. Die Plattform lebt davon, dass ihr verantwortungsvoll und respektvoll mit der Natur und den kulturellen und privatrechtlichen Gegebenheiten in eurer Region umgeht.

Deshalb beachtet bitte folgende Mundräuber Regeln

Kurzfassung

  1. Stellt vor dem Eintragen bzw. Ernten sicher, dass keine Eigentumsrechte verletzt werden.
  2. Geht behutsam mit den Bäumen, der umgebenden Natur und den dort lebenden Tieren um.
  3. Teilt die Früchte eurer Entdeckungen und gebt etwas zurück.
  4. Engagiert euch bei der Pflege und Nachpflanzung von Obstbäumen.

Langfassung
1. Stellt vor dem Eintragen bzw. Ernten sicher, dass keine Eigentumsrechte verletzt werden.
Erkundigt euch im Zweifelsfall bei den zuständigen Behörden, ob die Obstbäume auch tatsächlich auf öffentlichem Grund stehen! Anlaufstelle hierfür sind z.B. die Unteren Naturschutzbehörden, Grünflächenämter der Gemeinden, die Straßenverkehrsbehörde oder die Straßenmeisterei einer Gemeinde bzw. eines Landkreises. Das klingt nach viel Arbeit, ist es aber meistens gar nicht. So haben wir schon einige Male durch ein kurzes Telefonat für Klarheit sorgen können. Probiert es aus!

Ist euch das im Vorfeld nicht möglich, so versucht  vor Ort mit jemandem Kontakt aufzunehmen und Klarheit zu schaffen. Beispielsweise können Bäume entlang einer Landstraße komplett verpachtet sein. Obstwiesen sind nur selten eingezäunt, dennoch sind diese gelegentlich in Privatbesiz oder werden von so genannten Streuobst-Initiativen mit großem Engagement ehrenamtlich gepflegt und bewirtschaftet. Hier zu mundräubern ist nicht fair, sondern Diebstahl. Wenn sich herausstellt, dass ein eingetragener Fundort kein Allgemeingut ist, bitten wir euch, diesen Fundort selbst wieder von der MundraubMap zu nehmen bzw. denjenigen zu benachrichtigen, der den Fundort eingetragen hat. Wenn dieser sich nicht meldet, wendet euch an uns. Und so geht´s:

A. Dein Fundort wird von Dritten angezweifelt: Melde Dich mit deinem Mundraub-Konto an, gehe auf dein Profil, suche den entsprechenden Fundort, klicke seine Details an, gehe auf „Bearbeiten (oben in der Mitte), scrolle nach unten und klicke links auf „Löschen“. Bestätige „Löschen“.

B. Du zweifelst den Fundort eines anderen Nutzers an: Handelt es sich nicht um einen Deiner Einträge, dann klicke den entsprechenden Fundort an und schreibe deine Bedenken als Kommentar. Schreibe dem Eintragenden ggf. eine Nachricht und bitte ihn, den Fundort zu löschen. Sollte dies nicht passieren, wende dich mit deinem Anliegen an info@mundraub.org mit Hinweisen (Wortlaut des Eintrages und Quelle deiner Bedenken).

2. Geht behutsam mit den Bäumen, der umgebenden Natur und den dort lebenden Tieren um.
Hochstämmige Obstbäume können bei sorgsamem Umgang und guter Pflege 100-120 Jahre alt werden. Wenn ihr auf einen Obstbaum klettert, seid vorsichtig, dass sowohl ihr als auch der Baum nicht zu schaden kommt. Prüft Äste immer vorher auf ihre Stabilität! Ein abgebrochener Ast ermöglicht z.B. Holz zersetzenden Pilzen und anderen für den Baum schädlichen Bakterien einen leichteres Eindringen. Der Baum kann so erheblich geschwächt und seine Lebenszeit deutlich verringert werden. Es wäre sehr schade, wenn wir Bäume von der Karte nehmen müssten, weil sie durch unsachgemäßen Umgang vorzeitig abgestorben sind! Die Früchte sind auch für verschiedenste Tiere ein Festschmaus. Lasst daher einige Früchte liegen oder am Baum hängen. Hornissen, Wespen, Ameisen, Fliegen, Schmetterlinge, Vögel, Mäuse und Igel ergänzen ihren Speisezettel gern mit reifem Obst.

3. Teilt die Früchte eurer Entdeckungen und gebt etwas zurück.
Die Plattform mundraub.org lebt vom Teilen. Das bedeutet, dass sowohl die Fundorte und mit ihnen auch die Früchte geteilt werden. Es besteht kein Anspruch oder Ernterecht auf die Ernte eines öffentlichen Baumes, weil man diesen der Karte hinzugefügt hat oder gleich nebenan wohnt. Helft mit, der MundraubMap weitere Fundorte hinzuzufügen und auf diese Weise Obstressourcen im öffentlichen Raum abzubilden. Wenn ein Fundort fälschlicherweise – da Privatbesitz und von Dritten, statt dem Eigentümer – auf der MundraubMap auftaucht, bitten wir euch, den Fundort selber zu entfernen oder euch bei uns zu melden (vgl. 1.).

4. Engagiert euch bei der Pflege und Nachpflanzung von Obstbäumen.
Jede/r kann für die auf mundraub.org verzeichneten Obstbäume persönlich Verantwortung übernehmen, indem sie/er ihnen nicht nur zur Erntezeit, sondern auch zu anderen Jahreszeiten einen Besuch abstattet. Auf diese Weise lässt sich viel über den Jahreszyklus von Obstbäumen erfahren. Und es lässt sich besser einschätzen, ob ein Baum vital, geschwächt oder abgängig ist. Wenn ihr euch für den Erhalt von Obstbäumen für die Allgemeinheit engagieren wollt, dann nehmt Kontakt mit den zuständigen Behörden vor Ort auf (siehe 1.) oder kommentiert den Baum auf mundraub.org. Mit der Zeit wird sich dann ein Bild über den Zustand der Bäume ergeben, auf das die Gemeinden reagieren können.

Des Weiteren könnt ihr euch über den Naturschutzbund Deutschland (NABU) aktiv für die Pflege und den Erhalt von Streuobstwiesen in eurer Region engagieren. Fragt dafür direkt vor Ort oder bei den jeweiligen Länderkoordinatorinnnen und erkundigt euch, welche Initiative noch Unterstützung gebrauchen kann. Die erste Adresse für den Erhalt alter Obstsorten in Deutschland ist der Pomologen-Verein. Auf seinen Seiten gibt es auch die Möglichkeit, sich für Obstbestimmungs- und Baumschnittkurse anzumelden.
http://mundraub.org/map


Quelle und Kommentare hier:
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