Neue Erfindung: der arbeitende Arbeitslose

von ki11erbee

Was ist ein „arbeitender Arbeitsloser“?

Ein Oxymoron.

Eine Formulierung aus zwei gegensätzlichen, einander widersprechenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen.

Sowas wie ein „schwarzer Schimmel“ oder ein „weißer Rappe“.

Entweder jemand ist Arbeiter, oder er ist arbeitslos.

Einen „arbeitenden Arbeitslosen“ gibt es per Definition nicht; kann es nicht geben.

Normalerweise, aber hier im Arbeitslager „BRD“ geht es ja nicht mit rechten Dingen zu, sondern die Faschisten betrachten Deutschland lediglich als „Wirtschaftsstandort“, wo die „humanen Ressourcen“ ausschließlich der Profitmaximierung der Bonzen dienen.

Darum gibt es hier auch „arbeitende Arbeitslose“.

Der konkrete Anlass zu diesem Artikel stellt folgende Meldung dar:

Wie taz.de berichtet, soll Anfang 2018 in Bremerhaven ein Pilotprojekt der Bundesagentur für Arbeit (BA) starten, bei dem bis zu 3.000 Langzeitarbeitslose den dort ansässigen Firmen und Kommunalbetrieben als kostenlose Arbeitskräfte angeboten werden.

Die Arbeitslosen sollen für 3 Jahre ohne Lohnanspruch lediglich für ihr ALG II arbeiten.

Wenn sie sich weigern, wird dieses erst gekürzt und dann gestrichen. Das ist die praktische Umsetzung von „Arbeit macht frei“.

Urheber dieses Zwangsarbeits-Konzepts sind Detlef Scheele, Chef der Bundesagentur für Arbeit, und Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles.

Beides Mitglieder der Hartz IV-Erfinderpartei SPD.

Stellen wir uns das mal praktisch vor.

Ihr geht durch den Park und seht dort, wie zwei Leute von „Schulze Gartenbau“ damit beschäftigt sind, Gartenarbeiten zu verrichten.

Der eine wird von der Firma bezahlt.

Der andere nicht.

Da kann man nun fragen:

„Wieso wird denn der eine bezahlt und der andere nicht? Schließlich verrichten doch beide dieselbe Arbeit!“

Und jetzt bekommt ihr die Antwort:

„Den einen muss die Firma nicht bezahlen, weil das ein ARBEITSLOSER ist!“

Versteht ihr den Gag?

Da ist jemand, der arbeitet für eine Firma, aber das ist ein Arbeitsloser!

Der ist sogar dann arbeitslos, wenn er arbeitet!

Und die Firma muss diese Leute, die für sie arbeiten, nicht bezahlen, weil das ja Arbeitslose sind.

Das übernimmt das Jobcenter.

Der eigentliche Gag aber steht gar nicht im Artikel.

Denn oft ist es so, daß die Firmen, für die die Arbeitslosen arbeiten (…), zusätzlich noch Geld vom Staat bekommen, weil sie die Arbeit als „Praktikumsplätze“ anbieten.

Also nicht genug damit, daß dieser rechts-faschistische Staat die Schwächsten unter Drohung der Kürzung des Existenzminimums (!!) zu unbezahlter Arbeit zwingt, nein, der Staat belohnt sogar noch diejenigen Firmen, die die unbezahlten Arbeitskräfte bekommen!

DAS muss man sich mal vorstellen.

(„Oh, hat der arme Kleine immer noch Hunger?“)

Wenn man meint, damit habe der Schwachsinn seinen Höhepunkt erreicht, so ist das leider nicht zutreffend.

Erst wenn ihr noch auf Seiten wie PI oder ähnlichen vorbeischaut, erblickt ihr den Gipfel des Wahnsinns.

Dort nämlich könnt ihr lesen, daß dieser Staat „nach links“ gerutscht sei, daß Merkel/Gabriel „Sozialisten“ seien und daß die arme deutsche Wirtschaft unter dem „linken Kurs“ der Regierung leide.

Aha.

Wenn der Staat den Firmen kostenlose Arbeiter beschafft und den Firmen obendrein noch Geld dafür zahlt, dann ist das „linke“, also „arbeitnehmerfreundliche“ Politik.

Ich kann mir wirklich vorstellen, wie die armen Arbeitgeber sich nun verschulden und in Lumpen umherlaufen müssen, wegen dieser wirtschaftsfeindlichen, linken, sozialistischen Politik…

Oft höre ich von Apologeten des Regimes, die naturgemäß entweder keinen Verstand oder kein Gewissen haben, daß die arbeitenden Arbeitslosen (…) ja schließlich Geld vom Staat bekämen!

Das mag ja sein.

Nur was hat das mit der nicht vorhandenen Bezahlung durch den Arbeitgeber zu tun?

Übertragen:

Eure Oma schenkt euch 20 Euro zum Geburtstag.

Dann sagt jemand: „Fein, dann kannste ja meinen Rasen mähen!“

„Häh? Warum soll ich deinen Rasen mähen?“

„Na, du hast doch 20 Euro bekommen!“

„Ja, aber was hast DU damit zu tun?

Warum soll ich deinen Rasen mähen, wenn meine Oma mir 20 Euro schenkt?“

Richtig.

Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Das Jobcenter zahlt dem Hartzer ALG2; das stimmt.

Aber wieso resultiert daraus eine Verpflichtung, umsonst für „Schulze Gartenbau“ zu arbeiten?

Was hat „Schulze Gartenbau“ denn mit dem Jobcenter zu tun?

Nichts.

Gar nichts.

Vielleicht werdet ihr sagen: „Aber Schulze Gartenbau zahlt Steuern!“

Gut, aber ich zahle auch Steuern!

Jeder von uns zahlt Steuern!

Wenn ich falsch parke, zahle ich auch Abgaben und Gebühren.

Der Hausbesitzer zahlt Grundsteuer.

Müssen jetzt Arbeitslose kostenlos für Hausbesitzer arbeiten?

Oder für Raucher, weil die ja zusätzlich Tabaksteuer zahlen?

Oder Autofahrern umsonst den Wagen waschen, wegen der von ihnen gezahlten Mineralölsteuer?

Wer noch einen Schritt weiter denkt, der erkennt natürlich schon das Karma warten.

All die Leute, die jetzt noch eine Arbeit haben und sich darüber freuen, daß die faulen Hartzer umsonst für Firmen arbeiten müssen, werden sich noch umgucken.

Was wenn dieses Beispiel Schule macht?

Wenn ich besonders skrupellos wäre, wisst ihr, was ich machen würde?

Ich würde einfach ein paar Leute rauswerfen und meine ganze Arbeit von diesen arbeitslosen Arbeitern (…) erledigen lassen.

Die rausgeworfenen Leute finden auf dem Arbeitsmarkt natürlich keine Stelle, weil andere dasselbe machen.

Und nach 3 Jahren gelten sie als „langzeitarbeitslos“, so daß das Jobcenter sie mir als kostenlose Arbeitskraft zur Verfügung stellt.

Toll, oder?

Einfach jemanden rausschmeißen und nach 3 Jahren kann er dann dieselbe Arbeit umsonst für mich machen!

Und warum nochmal braucht der Arbeitgeber den Arbeiter nicht zu bezahlen?

Na, weil der Arbeiter doch ein Arbeitsloser ist, du Dummchen!

Ein arbeitender Arbeitsloser.

Wo ist übrigens die Partei, die diesem ausbeuterischen Wahnsinn ein Ende macht?

Könnte die AfD nicht Millionen Wähler auf ihre Seite ziehen, indem sie den Mindestlohn für alle verbindlich macht (also auch keine Ein-Euro-Jobs und Praktika mehr) und Sanktionen/Maßnahmen abschafft?

Ach, wie dumm von mir.

AfD ist ja ne Bonzenpartei, da kann ich lange drauf warten…

LG, killerbee

PS: Nur nochmal zur Verdeutlichung, was normal wäre:

Normal müsste das Jobcenter die Arbeitgeber dazu verpflichten, die nun nicht mehr arbeitslosen Arbeiter anständig zu entlohnen, so daß sie eben nicht mehr auf Sozialleistungen vom Jobcenter angewiesen sind, wodurch der Steuerzahler entlastet wird.

Aber

a) einem Arbeiter weiterhin Sozialleistungen für Arbeitslose zu zahlen

b) nicht vom Arbeitgeber zu verlangen, daß er den Arbeiter zahlt

c) sogar dem Arbeitgeber noch Geld zu geben, daß jemand umsonst für ihn arbeitet

d) den Arbeiter durch Erpressung dazu zu nötigen, umsonst für jemanden zu arbeiten

das ist Wahnsinn.

Um Wahnsinn als solchen zu erkennen, muss man gesund im Kopf sein.

Für den Wahnsinnigen ist Wahnsinn normal.

„Häh, wo isn das Problem?

Der Arbeitgeber muss den Arbeiter nicht bezahlen, das macht doch das Jobcenter!“

Ist es wirklich normal, daß jemand, der für eine Firma arbeitet, von Transferleistungen versorgt wird und nicht von der Firma?

Wie wäre es, wenn ihr für mich arbeitet und ich dann, wenn es um eure Bezahlung geht, sage:

„Na, lass dir doch Geld von deiner Oma geben, die hat doch genug!“


Quelle und Kommentare hier:
Print Friendly, PDF & Email

Das könnte Dich auch interessieren: