Nichts für den gewohnten Leser

von Alexander Berg

Sicher kann man sich fortlaufend mit den täglichen Unsäglichkeiten beschäftigen, was die und die und andere so gemacht haben, was wiederum anderen Menschen widerfahren ist, um noch mehr Unsäglichkeiten und Absurditäten betrachten und darüber berichten zu wollen. Das Prinzip „vom mehr des Selben“.

Zunächst war ich das gewohnt auch so anzunehmen und in dieses Horn hineinzustoßen, bis mir auffiel, dass man das mal eine Weile so machen kann, es jedoch – umfänglich beobachtet – zu keiner wirklichen Lösung führt.

Dies ging solange, bis mir auffiel, dass die Problemorientierung ein Phänomen der alten Ordnung darstellt, was in einem weiteren Schritt jedoch eine andere Denk- und Herangehensweise zur Entwicklung von Lösungen erfordert.

Dabei entpuppte sich sogar die übliche Planerei, wie man sie kennt, als hinderlich, da sie auf immaterieller Ebene zu Wunschdenken mit Wunschschritten führt. Darüber hinaus werden die beiden Begriffe „Lösung“ und „Ziel“ für gewöhnlich verwechselt, was mich wiederum darüber nachdenken ließ, dass mehrheitliche Begegnungen mit anderen, die Veränderung „forderten“, diese „Veränderungen“ stets von „sofortiger“ Natur sein sollten oder von absurder Natur (in Form gewohnter Verdrängung).

Und je mehr ich dies beobachtete, um so kürzer wurde die Liste jener, die zwar von „notwendiger Zusammenarbeit“ sprachen, jedoch kein annäherndes Gesamtbild über den Wandel entwickelt hatten, sondern nur Ziele als schnelle Lösungen zu definieren wussten und „woanders“ oder bei „anderen“ Änderung forderten.

Es reicht nicht aus von Lösungen sprechen zu wollen, die für gewöhnlich in Form von Verdrängungskonzepten wirken, also das Ersetzen des einen durch etwas anderes, während „das System“ (dahinter) an sich unangetastet bleibt.

Dabei fällt mir immer wieder auf, dass sich zu wenig mit dem System beschäftigt wird und kann nur dazu anempfehlen, diesen Schritt auf dem Weg nach „draußen“ in Erwägung zu ziehen.

Es genügt nicht, sich auf Patriotismus, Deutsches Reich oder sonst etwas, was man aus dem Gestern her kennt, zu stützen, weil sich diese Orientierung aus einer Bestrafung in der Vergangenheit fürs „Vordenken“ heraus entwickelt hat. Davon leitet sich ebenfalls das Verhalten ab, „Neues“, „andere Meinungen“ oder gar „anderes Denken“ ausgrenzen zu wollen, was in der Aufklärer-Szene häufig zu finden ist.

Dabei schickt das System selbst Signale, wie man es nicht macht, um so ständig(!) den Infragestellungs- und Denkprozess beim Einzelnen anzuregen.

Verdrängung von Problemen, rückbezügliche Lösungsvorstellungen (mit dem „Ewig Gestrigen“ das Morgen gestalten wollen) oder Kopieren und Anhäufen vorgefertigter Meinungen, hat nichts mit Meinungsbildung oder gar Lösungsfindung zu tun &c.

Solange man an diesen Vorgehensweisen festzuhalten gedenkt, wird alles nur oberflächlicher Natur sein sein, die in der Regel mit viel Euphorie untermauert werden muss, die sich später wieder verfleucht. Zwar ist es ganz nett, wenn man die Geschichte bis zum heutigen Tage herunterbeten kann, jedoch die Floskel: „Die Geschichte wiederholt sich“ von wesentlicher Natur über das System selbst ist. Geschichte „wiederholt“ sich, weil die sie erzeugenden Denk- und Verhaltensmuster über die vergangenen Jahrtausende die gleichen geblieben sind.

Auf der anderen Seite sind Rechts- und Reichsgruppierungen entstanden, die sich prinzipiell nicht voneinander unterscheiden, sondern nur von ihren Glaubensinhalten, die sie bei genauer Betrachtung ungewollt Vertreter des Systems werden lässt.

Gerade heute hatte ich mehrere Telefonate mit einer Bekannten, der ist aufgefallen, dass die ganzen Gruppierungen irgendwie „energetisch zurückgefallen“ zu sein scheinen.

Ich wiederum freue mich sehr über einen Bekannten, der den Sprung über den „Reichsgraben“ geschafft und erkannt hat, dass das alles Rund um Staat, Recht, Gestern und Vorgestern alles nicht weit genug gedacht ist.

An dieser Stelle entpuppt sich das ganze Rechts-, Reichs- und Staatsthema als ein vom System gesteuertes Szenario. Und wie ich des Öfteren bereits geschrieben habe, erzeugt sich das System aus den Denk- und Verhaltensmustern des eigenen „Ichs“. An dieser Stelle schrumpft die Liste auf nur noch wenige zusammen.

Dies während der Esau-Segen seine volle Bedeutung erlangt. Denn während man sich im Alten auf die Materie konzentriert, hat Esau den Auftrag zum Weiterdenken erhalten. Denn das Joch ist in ihm selbst, die erste Hierarchie, das „Ich“ über dem Menschen, der in der Aufgabe ist, seine aktuellen, das System erzeugenden Denk- und Verhaltensmuster in Frage zu stellen und sich so aus dem Joch zu befreien.

An dieser Stelle zeigt sich auch, dass: „Wir müssen ETWAS (also irgendetwas(?) oder mit der Bedeutung von wenig(?)) tun“, „Wir sind alle eins“, „Wir stehen alle hinter dir…wenn die Kugeln kommen“, „Wir müssen zusammenstehen“, „Wir sind deutsche Patrioten“, „Wir sind das Volk“ und was es sonst noch so an aufrührenden Werbesprüchen gibt, um eine undefinierte und in der Regel auch machtlos erzogene anonyme Masse „nach vorne motivieren“ zu wollen. Machtlos gegen sich selbst, weil machtlos gegen das eigene „Ich“. Das funktioniert auch nur solange, bis man erkennt, das man ein „Ich“ hat und nicht nur das „Ich“ ist.

„Klingelt es schon?“

Wir machen einen Staat!
So entpuppen sich sogenannte „Staats-Projekte“ für gewöhnlich nur als Versuch, einen neuen Parasiten ins Leben zu rufen, der auf einen neuen Wirt(schaft) hofft, während man in der irrigen Meinung unterwegs ist, Freiheit gäbe es in einem anderen Staat, der sich von seiner Organisationsform her nur wieder als Hierarchie aus Vorgesetzten und belohnten Untertanen entpuppt. Kein Wunder: Die Hierarchie wird stets eine andere Hierarchie bekämpfen. Bei diesem Kampf geht es um den finalen Abstieg, der bereits durch die Verunternehmung der Staaten eingeleitet wurde.

Und da kommt der Deutsche dahergeschlendert und bewegt sich in der Vorstellung, nochmals ein ganz altes Gemäuer hochziehen zu wollen, was seine gesamtstrukturelle Existenz davon ableitet, dass man sich der gesellschaftlich tolerierten Unvernunft weiter hingibt, die dann die „gerechten“ Betreuer auf den Posten setzt, während die Betreuten belohnt, gezüchtigt, bestraft und verwaltet mitwirken.

An dieser Stelle erfährt der besonders „Zucht und Ordnung“ gewohnte Hörige eine extreme Beschleunigung seiner Phantasien durch Angstschübe, wenn es um die „Neue Weltordnung“ geht.

Ich habe mittlerweile erkannt, dass kaum jemand den Unterschied zwischen alter und neuer Weltordnung weiß, geschweige denn, mal sinnvoll darüber nachgedacht hat. In der Regel ist alles von Angst- und Opferphantasien förmlich durchnässt.

„Sie werden uns alle versklaven“, sagt der mit der Projektion, während er mit seiner eigenen, inneren Unterjochung (sein „Ich“ herrscht über ihn) herumläuft.

„Sie werden nur Dich versklaven, wir haben das mit „den Anderen“ bereits ausgemacht.“

Es zeigt sich auch, dass sich die Abergläubigen nur allzu gern von einer Angsttinktur zur nächsten bewegen, um den betörenden Duft durch einen anderen Guru gereicht, in sich aufzunehmen. Wer nach Unterwerfung lechzt, weil er sie in sich trägt, darf sich nicht wundern, wenn er sie erfährt.

Im Kern bedeutet dies, dass jeder die Kraft hat, etwas zu ändern, wenn er seine innere Einstellung ändert, die sich wiederum durch sein (geändertes) Tun zeigt. Es liegt an jedem selbst.
Und so wird der eine oder andere früher oder später auch erkennen, dass es wenig nutzt, dass Alte mit den Werkzeugen des Alten bekämpfen zu wollen. Erst die schrittweise Infragestellung des Systems und damit ist „Apokalypse“ (Offenbarung) gemeint, tritt das „Eigentliche“ wieder zutage.

Hierbei hat der Prozess der Infragestellung nichts mit gewohntem Negieren des Vorhandenen zu tun, also die übliche Nummer, die anderen seien ja Lügner und müssen „weg“ und damit habe sich der Fall auch schon gelöst.

Dies wäre lediglich nur eine Verdrängung und kein Weiterdenken. Ebenso wenig ist es damit getan, dass erst das Alte „weg“ muss, um dann das „Neue“ tun zu können. Das ist nur eine Ausrede, um weiter am Alten festhalten zu wollen.

„Man muß das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse. In Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten, überall ist der Irrtum oben auf, und es ist ihm wohl und behaglich, im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist.“ Johann Wolfgang von Goethe

Wie lange mag man denn noch im Alten verweilen wollen, während man auf das Neue hofft, was letztlich jedoch nur ein ruhiges Altes sein soll?

„Hoffnung ist ein Bettler.“ Jim Carrey

So mancher wird sich fragen, warum ich hier keine „Lösungen“ direkt hinschreibe. Das liegt daran, dass in den Beiträgen bereits viele Anregungen fürs eigene Umdenken genannt sind und es sich bei allem ja um eine eigenmotivierte Willensbildung handelt, sich näher damit zu beschäftigen.

Veränderung fängt im Kopf an und ein Reichstag ist dann leer, wenn die Ursache für die Existenz von Politik erkannt wurde. Was nur ein Phänomen der damit verbundenen Veränderung wäre. wie gesagt mit der alten Denke schafft man nur das Alte und damit verbundene Phänomene und Beschäftigungsexistenzen.


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