Noch ist Syrien nicht verloren – und wir?

von NAHC

Von der bulgarischen Seherin Baba Wanga stammt die wohl authentische Aussage, dass eines Tages für die Menschheit harte und schlimme Zeiten voller Not und Leid anbrechen würden. Das war im Jahre 1980. Als sie dazu befragt wurde, ob dies schon bald geschehen würde, soll sie geantwortet haben:

Nein, nicht bald. Noch ist Syrien nicht gefallen.

http://www.schauungen.de/wiki/index.php?title=Baba_Wanga_(Vangelia_Gushterova)

36 Jahre nach vorne haben wir seit fünf Jahren einen brutalen und grausamen Krieg in Syrien zu vergegenwärtigen, in dem dieses Land ähnlich Deutschland im dreißigjährigen Krieg zum Aufmarschgebiet verschiedener Mächte geworden ist.

Auf der einen Seite stehen (die syrische Regierung unterstützend) Russland, der Iran, die libanesische Hezbollah und wohl auch China, auf der anderen Seite (diverse Rebellenfraktionen offen oder versteckt unterstützend) die USA, weitere westliche Länder sowie die Türkei, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate etc.

In Syrien stehen sich russische und amerikanische Truppen direkt gegenüber. Dies ist eine hochbrisante und hochgefährliche Situation, die im Falle einer Eskalation die reale Chance eines Atomkrieges in sich birgt.Den Russen ist das vollkommen klar. http://thesaker.is/russian-options-against-a-us-attack-on-syria/

Doch was hören wir hierzu von unserer Lillipresse?

Nichts. Und nicht nur dazu nichts – wenn es um eine Analyse der Situation in Syrien geht, wird derart holzschnittartig, naiv und geradezu primitiv berichtet, dass es einem manchmal die Schuhe auszieht.

Da existieren Macht- und Konfrontationsgelüste allein auf der syrischen Seite, da haben nur Russen und Iraner geopolitische Interessen, da geht es dem Westen nur um den Schutz der Zivilbevölkerung und die Beseitigung eines grässlichen Diktators, da bombt nur das Assad-Regime grauenhaft, da wird die Vertreibung von Christen, Jesiden, Alewiten etc. durch Rebellen zwar berichtet, aber dass all diese Minderheiten vorher unter Assad friedlich zusammenlebten – so wie es auch im Irak weitgehend war – nein – das ist keine Zeile wert.

Kein Wort zu Waffen- und Geldlieferungen an die Rebellen durch den Westen (gibt es nicht), zu Kriegsverbrechen der Amerikaner (gibt es nicht), zu völkerrechtswidrigem Verhalten (Herr Assad ist gewählt – egal, wir bomben in seinem Land, hurra – es geht ja um die gute Sache).

HIER wäre ein Aufschrei angebracht! Und nicht bei lächerlichen Dirndl-Vergleichen! Was uns die Presse diesbezüglich und an anderen Stellen vorsetzt ist derart einseitig, schief, verzerrend und abwiegelnd, dass man je nach Temperament in Seufzen oder Schreien geraten könnte. http://web.de/magazine/politik/syrien-konflikt/obamas-miese-optionen-syrienkrieg-31942300

Aber nichts dergleichen – stattdessen sucht Adam seine Eva, erzählt man uns von syrischen Textil-Ingenieren und Programmierern, die unser Land bereichern, lachen wir über die „Bitch der AfD“ (und suchen vergebens nach einer Pussy der Grünen o.ä.) und über witzige Selfies – während die Gewitterwolken zunehmen.

Da überlegt man in den USA, neue Optionen auf den Tisch zu bringen. Die Waffenruhe sei ja gescheitert (und kein Wort dazu, dass die Amerikaner dies durch die „versehentliche“ Bombardierung einer syrischen Abwehrstellung provoziert hatten. Kein Wort dazu, dass in Zeiten der perfekten Satellitenaufklärung ein solches „Versehen“ vollkommen unmöglich ist).

Es müssten halt neue Optionen her… eine Flugverbotszone (wie sie in Libyen dafür sorgte, dass Gaddafi besiegt wurde und das Land im Chaos versank)? Eine Belieferung der Rebellen mit mehr Waffen (hurra – noch mehr Blutvergießen). Ein Abschuss syrischer Kampflugzeuge (warum nicht gleich die Bombardierung des Präsidentenpalastes)?

Es ist für mich erschreckend, zu sehen, wie hier jedweder Ansatz neutraler und umfassender Berichterstattung durch eine die Dinge sachlich falsch präsentierende und emotional manipulierende Presse verdrängt worden ist. Und vor allem: Die Gefahr der Konfrontation zwischen Russland und den USA ist real!

Und der Atomkrieg würde, wenn er denn käme, sicher nicht in Russland und den USA ausgetragen werden….. das Kriegsgebiet wären wir!

Wird es so kommen? Eines Tages schon, fürchte ich. Aber jetzt wohl noch nicht. Ich schätze mal, dass der Kelch dieses Mal noch an uns vorbeigehen wird. Aber irgendwann müssen wir ihn wegen unserer Indolenz und Ignoranz austrinken. Bis zur Neige.


Quelle und Kommentare hier:
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