Oberschlesien – Unvergessene Heimat im Osten

Über die gerne verkannte Geschichte Oberschlesiens

Das auch als Ostschlesien zu bezeichnende Oberschlesien, ist eine der wichtigsten Gebiete im wahren Ostdeutschland, das nicht an Oder und Neiße endet, sondern erst dort beginnt.

Um das Jahr 100 nach Christi war Oberschlesien ein Bestandteil des ostgermanischen Siedlungsraumes, zu dem all das Land westlich der Weichsel (Böhmen, Mähren, Schlesien, Pommern, das Wartheland) gehörte.

Für Oberschlesien lassen sich hunderte Grabfelder und Siedlungsspuren germanischer Stämme nachweisen (Lugier, Wandalen, Silinger) die über Jahrhunderte im Land ansässig waren.

Erst im 6. Jahrhundert (ab etwa 550) strömten von Osten her slawische Stämme (Opolanen) in Oberschlesien ein, das ein Teil des germanischen Landes war.

Auch nach dem großen Hunnensturm der Zeit um 376 und den folgenden Völkerwanderungen blieben noch germanische Bevölkerungsteile im Raum bis zur Elbe zurück, die dann nach 550 von den westwärts siedelnden Slawen im Laufe der Jahre assimiliert und aufgesogen wurden.

Ein reines Slawentum gab es westlich der Weichsel zu keinem Zeitpunkt.

Ganz Schlesien (wie auch andere Gebiete im Osten) blieb jedoch nach der slawischen Einwanderung spärlich bevölkert und war nur schwach entwickelt.

Ab dem Jahre 1200 riefen polnische Herzöge daher deutsche Handwerker und Bauern nach Schlesien und auch nach Oberschlesien. Eine Art ,,germanische Rückbesiedlung“ Schlesien setzte nun ein. Deutsche Siedler bauten Straßen, Städte, Dörfer, Burgen, Kirchen, machten das Land urbar und förderten den Bergbau.

In Oberschlesien entstanden zwischen den Jahren 1200 und 1350 alleine 20 Städte und 215 Dörfer durch deutsche Siedler.

Die Bevölkerung Oberschlesiens war trotz all dem im Gegensatz zu der Bevölkerung Niederschlesiens, bis 1945 wesentlich stärker slawisch geprägt. Dies lag zum einen daran, dass die ab 1200 einsetzende Deutsche Ostsiedlung nicht so stark in den Osten Schlesiens ausstrahlte und auch aufgrund der Pestwelle im Westen, schwächer wurde.

Auch die Hussitenkriege zu Beginn des 15. Jahrhunderts schwächten das mittelalterliche Deutschtum in Oberschlesien und führten teilweise zu einer kulturellen Slawisierung ursprünglich deutscher Siedler und Siedlungen in Oberschlesien.

So wurden zahlreiche deutsche Orts- und Familiennamen so slawisiert, dass man den deutschen Ursprung kaum mehr erkennen konnte.

Die deutsche Rolle in Oberschlesien wurde erst wieder stärker, nachdem Schlesien nach 1740 von Österreich an Preußen fiel.

Nachdem im Mittelalter Städte wie Oppeln, Beuthen oder Hindenburg (als ,,Cunczendorf“) durch deutsche Siedler gegründet worden waren, setzte im späten 18. Jahrhundert, zwischen 1770 und 1790, nochmal eine weitere Welle von 75 neuen deutschen Ortsgründungen in Oberschlesien ein.

Dörfer wie Schulenburg oder Kupferberg entstanden in weiten Teilen Oberschlesiens. Die Einwohner dieser neuen Dörfer stammten vorwiegend aus Mähren, Sachsen, Hessen, Preußen, Württemberg und Franken.


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