Offener Brief an Klaus Hampe

von Thomas Völker

Sehr geehrter Herr Hampe, vielen Dank für Ihre Mail und den kompletten Artikel. Es freut mich durchaus, dass Sie hier die Kontroverse nicht scheuen und auch weiterhin den Dialog suchen. Ich werde nun die einzelnen Aussagen in der Antwort-Email und der Richtigstellung betrachten, sowie sowohl den dem Artikel auf PI zugrundeliegenden Artikel bei IDEA und Ihren Beitrag betrachten. Dabei behandele ich den Vorwurf der Verfälschung der missverständlichen Wiedergabe Ihres Artikels zum Schluss, die Beweisführung ist die umfangreichste.

1. These: Bei PI handelt es sich um ein „islamfeindliches Blog“.

Antithese: PI (www.pi-news.net) ist kein „islamfeindliches“, sondern ein demokratiefreundliches Blog. Damit geht zwangsweise einher, dass eben die eine oder andere Sache kritisiert wird. Der Fokus liegt derzeit noch nicht einmal auf dem nach Europa drängenden Islam, sondern auf der Kritik demokratiefeindlicher Bestrebungen. Dabei werden selbstverständlich immer wieder der Islam und die Auswirkungen der Islamisierung betrachtet, genauso, wie immer wieder Linksideologen aus Medien und Politik und linksideologische Bestrebungen in den Fokus geraten. Aber – selbst wenn PI nur islamfeindlich wäre, stellt sich die Frage, inwieweit dies als problematisch einzuschätzen wäre. Also: ist es problematisch, wenn Menschen sich einer faschistoiden, wenn nicht faschistischen Ideologie in den Weg stellen?

2. These: In einigen Emails teilten die Menschen, die Ihnen geschrieben haben, substantiiert ihre Angst vor dem Islam mit, andere enthielten nur Verachtung oder Beschimpfungen.

Antithese: Wenngleich Sie sicherlich Emails erhalten haben, in denen Menschen von ihrer Angst vor dem Islam geschrieben haben oder Sie beschimpft oder mit Verachtung bedacht haben, lassen Sie zwei ganz wesentliche Gruppen außer Acht oder diffamieren sie mit dieser Aussage. Die erste der beiden Gruppen sind diejenigen, die substantiiert eine Diskussion führen wollen und die teilen nicht „ihre ganz persönliche Angst“, sondern ihre Sorge mit; die andere Gruppe sind diejenigen, die Ihre Einlassungen bewerten. Nun frage ich Sie: war meine Email, in der ich Ihre Verharmlosung der Christenverfolgung als widerwärtig und eine Verhöhnung der Opfer bezeichnete und Ihnen den Besuch eines „religiös-sozialen Spannungsraumes“ zur Erkenntnisgewinnung nahelegte, eine von denen, die Sie beschimpfte oder die voll Verachtung war, oder haben Sie diese Art von Emails bewusst nicht be- und genannt? Ferner: Inwiefern finden Sie die verachtenden oder beschimpfenden Emails „beängstigend“? (Hiervon ausgenommen sind natürlich Bedrohungen, da sollten Sie – wie auch bei Beleidigungen – Strafantrag stellen.)

3. These: Aus den Mails und den Reaktionen im Internet „wird deutlich, wie drängend das Problem der Konfrontation zwischen Islam und westlicher Welt ist.“

Antithese: Sie verwenden den Begriff „Konfrontation“, als wäre dieser von beiden Seiten gewünscht und initiiert. Das ist sachlich falsch. Richtig ist, dass es sich um einen Angriff der islamischen Hardliner auf den Westen handelt und der Islam als Ideologie unvereinbar mit den westlichen Werten ist. In der Tat ist dieses Problem drängend. Aber wer seinen Kopf in den letzten Jahren, ja, Jahrzehnten nicht in den Sand gesteckt hat, wusste dies bereits vor den Mails und den Reaktionen im Internet. Die Werte, die unsere Vorväter mit Leid und Blut erkämpften, beginnend mit der Kirchenspaltung über die Französische Revolution, die Zerschlagung des Nationalsozialismus, die Liberalisierung durch die 68er, den Zusammenbruch des Sozialismus in den ehemaligen Warschauer-Pakt-Ländern, sind universell und unverhandelbar. Mit welcher Rechtfertigung sollen wir nun auf diese Werte verzichten, mit welcher Rechtfertigung sollen wir diese Werte zur Disposition stellen? WAS GENAU kritisieren Sie eigentlich? Dass sich jemand dieser Ideologie in den Weg stellt? Wie bewerten Sie den Widerstand gegen den Islam z.B. im Vergleich mit dem Widerstand der Geschwister Scholl gegen den Nationalsozialismus? Oder den Widerstand der Menschen in Leipzig gegen den DDR-Sozialismus? Oder den Widerstand Luthers gegen die katholische Kirche?

4. These: „Angst“ löst über den Umweg „Hass“ „Gewalt“ aus.

Antithese: Sie verwechseln hier Kausalität und Korrelation. Während ich mit Ihnen übereinstimme, dass Gewalt kausal für Angst und Hass verantwortlich ist, stimme ich nicht mit Ihnen überein, dass Angst und Hass zwangsweise zu Gewalt führen. Für den Schwächeren oder Ängstlicheren sind Flucht oder Unterwerfung durchaus Optionen. Ebenso kann Gewalt auch andere Ursachen haben, als Angst und Hass, auch das nehmen Sie nicht in Ihre Betrachtung auf. Ihr Konfliktmodell ist untauglich, weil es die Wirklichkeit nicht abbildet.

5. These: Der Artikel „Angst führt zu Gewalt – Religiöse Verfolgung und ihre Ursachen“ ist durch PI verfälscht worden.

Antithese: Ihre Email enthält die Behauptung, der Bericht sei durch die Verkürzung verfälscht worden, in der Richtigstellung jedoch wird lediglich angeführt, dass als Quelle PI einen verkürzten und missverständlichen Artikel zum Ursprungsartikel verwendet habe und natürlich alles gar nicht so sei, wie PI darstellt. Ich werde mich daher mit Ihrem Ursprungsartikel beschäftigen und später diesen mit den verkürzten Aussagen auf IDEA, den Aussagen in der „Richtigstellung“ und der Berichterstattung von PI vergleichen.

Mir sind zwei grundlegende Dinge in Ihrem Artikel aufgefallen:

1. Sie verwenden Begriffe mitunter sinnentstellend. Sie schreiben z.B. im zweiten Absatz „[a]us der Befreiungsbewegung OLF wurde über Nacht eine Terroristengruppe“ und setzen diesen einen Satz später mit „Widerstand“ gleich. Nun kann man dies sicherlich als „semantischen Spielraum“ ansehen, ich empfinde es einfach als sinnentstellend und unpräzise.

2. Die Argumentation in Ihrem Artikel ist verworren und unlogisch. In dem mit „In manchen Staaten ist jede Religion gefährlich“ betitelten Abschnitt z.B. fragen Sie im ersten Satz suggestiv, ob die Pastoren gestoppt wurden, weil sie Christen waren. Natürlich wurden sie das nicht, genaugenommen könnte man auf den Gedanken kommen, dass sich dieser Vorfall nur ereignete, weil sie als einer rivalisierenden Gruppe zugehörig betrachtet wurden, also gar keine religiöse Verfolgung war. Eine klare Gliederung wäre Ihrer Argumentation zuträglich gewesen: zunächst hätte der Begriff der religiösen Verfolgung abgegrenzt und dann der Unterschied zwischen undifferenzierter (alle Religionen betroffen) und differenzierter (nicht alle Religionen betroffen) Verfolgung herausgearbeitet werden müssen. Stattdessen werfen Sie alles in einen Topf und argumentieren unklar und undifferenziert. Die sinnentstellte Verwendung von Begriffen tut ein übriges, den Artikel faktisch unlesbar zu machen: Sie schreiben „Verfolgung von Christen […] hat viele Gesichter“, meinen aber – das wird in den folgenden Sätzen deutlich -, dass die Verfolgung unterschiedlichen Motivationen entspringt.

Nundenn. Erste Aussage: Es gibt undifferenzierte religiöse Verfolgung, hauptsächlich in totalitären Staaten (wobei Sie hier sicherlich Systeme meinen). Dem ist nicht zu widersprechen. Wie Sie jedoch zu der Aussage kommen, „[m]aterialistische Ideologien […] versuchen […], Religiösität auszurotten, wie eine Krankheit“, ist mir schleierhaft. Aber sicher werden Sie dies erklären können.

Zweite Aussage: Wenn die Verfolger und die Verfolgten religiös sind, dann ist das keine religiöse Verfolgung, denn die Verfolger sind ja selbst religiös. (Original: „Hier werden Menschen nicht verfolgt, weil sie religiös sind, denn die Verfolger selbst sind religiös. Hinter diesen Konflikten steckt etwas anderes.“) Dies „belegen“ Sie mit einer Korrelation zwischen erfolgter Christenverfolgung und stattfindenden innerstaatlichen Konflikten, die daran liegen könnte, dass „Christen sich besonders den Leidenden und Unterdrückten zuwenden“. Heißt das nun, dass ein Mohammedaner, der sich vom Islam abkehrt und zum Christentum konvertiert und deshalb von der mohammedanischen Gemeinde umgebracht wird, mit Billigung oder gar Förderung durch die geistlichen Führer, dass in diesen Fällen keine religiöse Verfolgung stattfindet? War die Judenverfolgung im Mittelalter keine religiöse Verfolgung? War Luthers Schmähschrift „Von den Juden und ihren Lügen“, die sich nahezu ausschließlich der jüdischen Religion befasst, nicht Ausdruck der damaligen religiösen Verfolgung?

Dritte Aussage: Die „Christenverfolgung“ (die Anführungszeichen kommen von Ihnen), bei der die Verfolger auch religiös sind und einer anderen Religion angehören können (die also nach Ihrer Argumentation keine religiöse Verfolgung ist), findet in Ländern statt, in denen „religiös-soziale Räume“ aufeinander prallen. Der Begriff des „sozio-religiösen Raumes“ ist ein universeller Soziologenbegriff, universell anwendbar auf unreligiöse Gruppen (z.B. den Konflikt Tutsi und Hutu im Kongo) und religiöse Gruppen (z.B. Mohammedaner und Christen) und jede Mischform. Er eignet sich für die Beschreibung induktiv gewonnener Erkenntnisse, nicht jedoch für eine differenzierte Betrachtung. Sie verwenden den Begriff eingeschränkt, so als wäre er nicht gültig für die Verfolgung religiöser Gruppen durch nichtreligiöse. Dies ist einfach unzutreffend. Die Antwort übrigens, in welchen Ländern „religiös-soziale Räume“ aufeinanderprallen, geben Sie am Beispiel der Dänischen Mohammedkarikaturen selbst: überall.

Vierte Aussage: Kirche und Staat sind nicht so einfach zu trennen, wie wir Mitteleuropäer immer behaupten. Das – mit Verlaub – ist schlichtweg Blödsinn. Erstens behaupten das nicht „wir Mitteleuropäer“, sondern jeder, der einen säkularen Staat trägt. Und Zweitens – und das ist viel wichtiger – muss man nur den Willen haben, Religion und Kirche zu trennen. Sämtliche Demokratien sind heute säkular, der Sozialismus und der Kommunismus war und ist größtenteils säkular (außer z.B. in Kambodscha). Die einzigen Theokratien, die es gibt, sind der Vatikan (der im Grunde genommen nur Kirche ist) und alle Länder, die ein koranisches Rechtssystem haben (heißt: islamische Länder). Und in diesen Ländern könnte sehr wohl Staat und Religion getrennt werden – Atatürk hat das ja auch getan.

Fünfte Aussage: „[H]eute [steckt] hinter den Angriffen auf Christen auch die Angst „vor der moralischen Verderbtheit des Abendlandes. Das ist nicht erst seit 50 Jahren so. Das Christentum schleppt eine schwere Last: Es kam mit den Kolonialherren[…].“ Die Kolonialisierung ist also die „schwere Last“ des Christentums? Und die „Angst vor der moralischen Verderbtheit des Abendlandes“ ist also in der Kolonialisierung begründet und nicht in dem als „Dekadenz“ wahrgenommenen Pluralismus und der damit verbundenen Angst der Theokraten vor Machtverlust?

Sechste Aussage: In den ehemaligen Kolonien steckt hinter vielen Angriffen auf Christen die angestaute Wut von Jahren der Fremdbestimmung. Und in den Ländern, die keine Kolonien waren, z.B. in Saudi-Arabien, in denen die Praktizierung des christlichen Glaubens verboten ist? Wie kann sich eigentlich bei einem – sagen wir mal 25jährigen – Wut von Jahren der Fremdbestimmung durch die Kolonialmächte anstauen?

Siebente Aussage: „Die [angestaute Wut (siehe 6.)] verstärkt den Konflikt zwischen Tradition und Moderne, zwischen „westlichem“ und „östlichem“ Lebensstil, zwischen Globalisierung und lokale[m] Ordnungssystem, geboren aus der Angst, den „religiös-sozialen Lebensraum“ zu verlieren.“ Also: Die angestaute Wut aus den Jahren der Fremdbestimmung (sprich Kolonialzeit) ist geboren aus der Angst, den religiös-sozialen Lebensraum zu verlieren und verstärkt den Konflikt zwischen Tradition und Moderne, westlichem und östlichem Lebensstil und Globalisierung und lokalem Ordnungssystem? Was ist ursächlich für die angestaute Wut, die Angst vor Verlust des religiös-sozialen Lebensraumes oder die Kolonialzeit? Und: was ist ursächlich für „viele Angriffe“, die angestaute Wut, oder die Konflikte? Und weiter: welcher „östliche“ Lebensstil ist denn gemeint, der nahöstliche oder der fernöstliche? Wenn also mohammedanische Hirten ein Dorf in Nigeria überfallen, und dort alle Christen abschlachten, jedoch die dort wohnenden Mohammedaner vorher evakuieren, dann liegt das woran genau?

Ihre Zusammenfassung jedoch bringt die Sache auf den Punkt: „Gegen die Verfolgung der Religiösität an sich müssen alle Religionen und Konfessionen einander beistehen. „Das, was sich heute in der Mehrzahl der Fälle hinter „Christenverfolgung“ verbirgt, scheint bei genauer Betrachtung seine Nahrung aus sozialen und kulturellen Konflikten zu ziehen.“ Opfer sind hauptsächlich Christen, weil das Christentum mit dem Jahrhunderte alten Unrecht des Kolonialismus und dem wirtschaftlich-moralischen Zerrbild des westlichen Lebensstils gleichgesetzt werden. Dagegen kann man – mit Geduld und Liebe – etwas tun.“ Was ist denn das „wirtschaftlich-moralische Zerrbild des westlichen Lebensstils“? Vielleicht dass der Westen aus säkularen Staaten besteht? Oder dass der Westen demokratisch und freiheitlich ist?

Zusammenfassend:

1. Sie definieren religiöse Verfolgung (religiös motivierte Verfolgung) unzutreffend. Religiös motivierte Verfolgung ist jede Verfolgung, die erfolgt, weil jemand einen Glauben hat, einen bestimmten Glauben hat oder einen bestimmten Glauben nicht hat. Sie lassen die diversitätsbedingte religiöse Verfolgung, im Wesentlichen islamgestützt, völlig außer Acht, definieren diese sogar um in „nichtreligiöse Verfolgung“.
2. Diese surreale Definition wird von einer Umdeutung religiöser Spannungen in „religiös-soziale Räume“ über „religiös-sozialen Lebensräume“ zu „sozialen und kulturellen Konflikten“ begleitet.
3. Sie sind zerfressen von pathologischem Gesellschaftshass und übersteigern die Bedeutung der Europäer und des Kolonialismus der Europäer. Gleichzeitig delegieren Sie die Schuld von den Tätern (Verfolgern) weg auf die ehemaligen Kolonialmächte, die westliche Gesellschaft und die Mitchristen (sowohl Helfende im Allgemeinen, als auch auf Missionare im Besonderen) – warum eigentlich nicht gleich noch auf die Imperialisten und Kapitalisten?
4. Ihr Artikel ist methodisch unsauber und stellenweise konfus.

Nun zu dem Artikel von IDEA: Hier werden genau diese Punkte herausgearbeitet. Ist der Artikel von IDEA objektiv, weil auch andere Stimmen, eben Open Doors, zu Wort kommen.

Der Artikel von PI übernimmt den Teil des Artikels von IDEA, der sich mit Ihrem Artikel befasst und kommentiert. Es wird herausgestellt, dass Sie die Schuld für die Verfolgung von Christen durch religiöse Verfolger der westlichen Kultur, dem Kolonialismus und den Verfolgten selbst geben. (Letzteres ist unzutreffend, sie geben die Schuld der Gemeinschaft, der die Verfolgten angehören [religiös-sozialer Raum]). Ferner wird herausgestellt, dass Sie dazu aufrufen, respekt- und liebevoll zu sein. Dies ist hier insofern sinnentstellend, als dass Sie dies allgemein und grundsätzlich gemeint haben, hier aber eine konkrete Situation angesprochen wird. Grundsätzlich sinnentstellt wurde Ihre Aussage dazu jedoch nicht, sie wurde lediglich auf die konkrete Situation angewandt mit der Maßgabe, dass sich der Leser fragen soll (zumindest ging mir das so), inwieweit Ihr Aufruf universell und praxistauglich sei. Genaugenommen zeigt erst diese Spezifizierung die Ignoranz, die aus Ihrem Aufruf spricht.

In Ihrer „Richtigstellung“ nun behaupten Sie, der Artikel von IDEA sei „missverständlich“. Dies ist jedoch – wie bereits gezeigt – nicht der Fall. Ferner stößt sehr unangenehm auf, dass Sie – völlig intransparent – weder auf den Artikel der IDEA, noch auf den „richtigzustellenden“ Blogbeitrag verlinken. Nun zu den einzelnen Punkten der Richtigstellung:

a) Die Überschrift „Christenverfolgung als Strafe Gottes“ erweckt eben nicht den Eindruck, Sie würden dies so ansehen. Ein zugegeben reißerischer Aufmacher, beim Lesen des Artikels wird aber Ihre Ansicht hinreichend erklärt. Selbst in der Zusammenfassung wird klar, dass die Überschrift eben nur den Inhalt überspitzt wiedergibt.

b) Die Behauptung, Sie hätten sich NICHT dahingehend eingelassen, die Verfolgung von Christen durch Mohammedaner sei keine Christenverfolgung (präzise: religiöse Verfolgung) ist schlichtweg unwahr. Diese Behauptung wird noch versucht, mit einem völlig aus dem Kontext gerissenen Satz zu belegen. Mir wirft sich hier die Frage auf, inwieweit derjenige, der die Richtigstellung verfasst hat, Ihren Artikel überhaupt gelesen hat: Sie setzen in Ihrem Artikel „Christenverfolgung“ in Anführungszeichen und sprechen derartiger Verfolgung die Eigenschaft, religiöse Verfolgung zu sein, ab.

c) Die Behauptung, im Artikel auf PI würde sich dahingehend eingelassen, dass die Ermordeten selbst die Schuld trügen, ist durch Weglassung des Teils „respektive der westlichen Kultur und ihrem Kolonialismus“ unzutreffend. Sie geben in Ihrem Artikel die Schuld nicht den Tätern, sondern „sozio-kulturellen“ bzw. „religiös-sozialen“ Spannungen (heißt: der Gemeinschaft des Opfers), dem Westen und den Kolonialmächten und anderen Christen, die sich zu den Unterdrückten hinwenden. Ferner machen Sie sich die Einlassungen des von Ihnen zitierten Johan Candelin zu eigen, es gäbe eine Korrelation zwischen Christenverfolgung und innerstaatlichen Konflikten, vermutlich, weil „Christen sich besonders den Leidenden und Unterdrückten zuwenden“. Heißt: durch die christliche Nächstenliebe, durch den Umstand, dass Christen denen helfen, die dies am nötigsten haben, rücken sie in den Fokus von Verfolgern und wer immer sich entscheidet, Christ zu sein, hat gefälligst in Betracht zu ziehen, dass unter Umständen Herrschenden die christliche Nächstenliebe ein Dorn im Auge ist.

d) Zu dem Vorwurf der Unterstellung des Entgegenbringens von Liebe und Respekt habe ich mich bereits bei der Betrachtung des Artikels bei PI geäußert.

e) Die nochmals angesprochenen geäußerten Beobachtungen (hier sind wohl Beobachtungen gemeint), man könne Hass gegen und Angst vor Christen vorbeugen und entschärfen, indem man Menschen anderen Glaubens und anderer Kultur mit Respekt und Liebe begegnet, ist heuchlerisch und passt z.T. nicht zu Ihren Einlassungen im Artikel: dort ist erstens nirgendwo von Angst vor Christen (weshalb auch?!?) die Rede, sondern nur von Angst vor dem Verlust des „religiös-sozialen“ bzw. sozio-kulturellen“ „(Lebens)Raumes“ und zweitens sei der Hass durch die Wut über die Fremdbestimmung oder „religiös-soziale“ bzw. sozio-kulturelle Spannungen induziert. Heuchlerisch ist diese Einlassung insofern, als dass Sie die Spannungen mit dem Islam – und die machen den Großteil der Spannungen aus – verharmlosen und verschweigen.

f) Die Einlassung, dass Sie an keiner Stelle des Artikels Morde an Christen beschönigen oder rechtfertigen, ist richtig. Dies wurde auch an keiner Stelle behauptet. Das, was Ihnen der Schreiber des Beitrags vorwirft – und was auch der Grund für die ganze Post ist – ist, dass Sie die religiös motivierte Christenverfolgung verharmlosen und individuelles millionenfaches Leid (weil auch Diskriminierung Leid bedeutet) hier in Deutschland, weit weg von den Konfliktstätten gratismutig als „induziert“ darstellen, heißt: die Gründe dafür nicht bei den Tätern oder deren Ideologie sehen.

Grüße,

Thomas Völker


Quelle: Politically Incorrect

Quelle und Kommentare hier:
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