Peter Hagendorf – Tagebuch eines Söldners

Der erhaltene Teil seines Tagebuchs umfasst einen Zeitraum von 26 Jahren zwischen 1625 und 1649. Nach dem Ende dieses Krieges im Jahr 1648, währenddessen er etwa 22.500 km durch Italien, Deutschland, die Spanischen Niederlande und Frankreich gezogen war, erwarb er von seinem Sold 12 Bögen feines Papier, das er mit derben Fäden zusammenband, um seine Kriegserlebnisse aufzuschreiben. In schnörkelloser Reinschrift auf 192 Seiten mit meistens 12 geraden Zeilen schilderte er nüchtern diese Grenzerfahrungen zwischen Leben und Tod.

Hagendorf war an der Erstürmung von Magdeburg beteiligt, wo er schwer verwundet wurde. Er kämpfte hauptsächlich im Regiment Pappenheim, wurde zwischenzeitlich jedoch auch von den Schweden zwangsrekrutiert, eine im Dreißigjährigen Krieg übliche Praxis. Während des Krieges starben sieben seiner Kinder und seine erste Frau. Sein Sohn Christoff Melchert, auf den er sehr stolz war und den er sogar zur Erziehung an einen Pfarrer gegeben hatte, überlebte.

Die Aufzeichnungen wurden 1988 im Handschriftenverzeichnis der Preußischen Staatsbibliothek in Berlin gefunden. Hagendorfs Name war zwar darin nicht vermerkt, doch der Historiker Jan Peters suchte in der Chronik nach Hinweisen für den Namen des Verfassers – wo dessen Kinder geboren und getauft worden waren oder woher seine Frau stammte.

Im Tagebuch spricht der Anonymus von seiner Tochter Magreta, die am 3. November 1645 in Pappenheim zur Welt gekommen war. Im Kirchenbuch des lutherischen Pfarramtes findet sich der Name des Kindes als Anna Marget wieder, auch der Name der Mutter Anna Maria stimmt überein, und als Vater wird Peter Hagendorf genannt. Andere Quellen stützen diese Zuordnung.

Peter Hagendorfs Herkunft und das Taufdatum einer anderen Tochter konnten mittlerweile ebenfalls ermittelt werden. Im ersten Kirchenbuch (1629–1635) von Engelrod (heute Ortsteil von Lautertal im Vogelsberg) findet sich folgender Taufeintrag:

„Eichelhain, Anno 1629, August 17., Elisabeth, Peter Hagendorffs, eines Soldaten von Zerbst Döchterlein …“


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