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Pflegeeltern bekommen für ein Flüchtlingskind 945 Euro

von diegermanin

Zum Aufruf des Kreisjugendamtes, das Pflegeeltern für junge Flüchtlinge sucht, wird uns geschrieben: Als ich am Montag den Artikel gelesen habe, musste ich ihn nochmals lesen, da ich nicht glauben konnte, dass von den öffentlichen Geldern für ein Flüchtlingskind zwischen 12 und 18 Jahren an Pflegeeltern, die ihm ein Zimmer zur Verfügung stellen und sich kümmern, 945 Euro im Monat bezahlt werden sollen. Ich fragte nach, ob dies auch kein Druckfehler sei, und ich bekam bestätigt, dass es stimmt, dass pro Kind dieser Betrag bezahlt wird.

Ich finde, das ist ein Schlag ins Gesicht eines Rentners, der vielleicht 800 Euro im Monat (wenn nicht weniger) zur Verfügung hat und manche Menschen, die nicht mehr im Monat verdienen und den ganzen Tag dafür arbeiten müssen.

Meine Mutter hatte beispielsweise 800 Euro Rente und musste damit die Wohnung, Nebenkosten, Kleidung und Essen bestreiten. Es gibt Menschen bei uns, die 40 und mehr Jahre gearbeitet und schön brav an den Staat, die Rentenkasse, Krankenversicherung, Pflegeversicherung Beiträge abgeführt haben – und die sollen weniger haben, als ein Flüchtlingskind?

Ich finde schon, dass man diesen Kindern helfen soll – aber geht das nicht etwas zu weit? Wir haben selbst Familien mit Kindern, die keine 945 Euro pro Kind zur Verfügung haben. Stelle man sich vor, ein Verdienst und zwei Kinder, pro Kind einen Aufwand von 945 Euro (ach ja, wir bekommen ja fürs erste und zweite Kind je 188 Euro Kindergeld, fürs dritte Kind 194 Euro und für jedes weitere 219 Euro). Wie viel müsste da jemand verdienen, um für jedes Kind 945 Euro aufwenden zu können. Manche Eltern können ihren Kindern nicht einmal Klassenfahrten bezahlen und es gibt bei uns auch deutsche Kinder, die in die Suppenküche gehen müssen, um etwas zu essen zu bekommen.

Ich komme mir in diesem Staat so langsam fremd und benachteiligt vor. Für Andere nur das Beste und wir können uns krank schuften, um alles zu finanzieren. Als ich Kind war, haben mir keine 945 Euro zur Verfügung gestanden. Wir waren vier Kinder – man stelle sich vor, für jedes wären 945 Euro aufgewendet worden. Wir hatten auch keine vier Kinderzimmer. Und wenn man Taschengeld haben wollte, musste man Hefte und Werbung austragen.

Ich frage mich, für was ein Kind im Monat 945 Euro für sich benötigt. Wenn ich helfen möchte, mache ich es freiwillig und es reicht, wenn meine Unkosten gedeckt werden, aber 945 Euro im Monat ist zu viel.

Ich bin gewiss keine Rassistin, aber ich habe mein Leben lang gearbeitet und meine Abgaben abgeführt, habe gespart für später, wie viele andere Menschen auch. So langsam bekomme ich Bedenken, wie unser Staat dies alles noch stemmen will. Man bekommt schon ein bisschen Angst, was unsere Regierung sich noch alles einfallen lässt, um an unser sauer verdientes Geld zu kommen. So kann das doch einfach nicht weitergehen.

LeserBrief von Gisela Theiß, Altlußheim
Schwetzinger Zeitung


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