Polen: Gold-Zug aus der Kriegszeit entdeckt – Bernsteinzimmer auch in Niederschlesien?

von Maria Lourdes

Seit Jahrzehnten sind in Polen Gerüchte über Schätze und Raubgold in den Tunneln und Stollen der Bergbauregionen im Umlauf. Es geht um Schätze, die angeblich von den Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkriegs geraubt wurden.

Der gepanzerte Zug soll in einem Tunnel versteckt sein, «Riese» genannt.
Der gepanzerte Zug soll in einem Tunnel versteckt sein, «Riese» genannt.

Jetzt stellte sich heraus – ein “Gold-Zug” aus der Nazizeit existiert tatsächlich.

Polen bestätigt den Fund eines gepanzerten Zuges aus dem Zweiten Weltkrieg. Gerüchten zufolge soll er mit Juwelen, Gold und Kunstgegenständen beladen sein, berichtet Pravda.

Die Existenz eines legendenumwobenen «Nazi-Zugs» in Niederschlesien ist offiziell bestätigt worden. «Der Ort bleibt geheim», sagte Zygmunt Nowaczyk, Vize-Bürgermeister von Walbrzych (Waldenburg) in Niederschlesien, am Mittwoch. Er vermied es zudem, von einem Zug zu sprechen, und benutzte stattdessen das Wort «Fund».

Ein Deutscher und ein Pole hatten vor einer Woche über einen Anwalt mitteilen lassen, sie hätten Hinweise auf einen 120 bis 150 Meter langen gepanzerten Zug. Die beiden Schatzjäger, die anonym bleiben wollen, hoffen auf einen Finderlohn.

In der Nähe von Walbrzych gibt es eine ganze Reihe unterirdischer Stollen, die die Nazis unter dem Codenamen «Riese» hatten bauen lassen. Geschützt vor Luftangriffen der Alliierten sollten dort ursprünglich Waffen produziert werden. Ein Teil der Stollen ist heute für Touristen offen. Das Tunnelsystem zieht aber auch viele Schatzsucher an.

«Fund» ist Staatseigentum

Die Berichte über den Fund heizten in Polen die Gerüchte um einen Nazi-Zug voller Gold und Schmuck an, der gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in der Region verschwunden sein soll. Nowaczyk stellte klar, dass der «Fund» unabhängig von seinem Wert dem polnischen Staat gehöre. Der Anwalt der beiden Finder, Jaroslaw Chmielewski, sagte, die «staatlichen Instanzen» müssten entscheiden, was aus dem Fund werde.

Verlorenes Weltwunder – Das Bernsteinzimmer auch in Niederschlesien?

Vor Jahren machten bereits einmal Gerüchte die Runde, dass sich das legendäre Bernsteinzimmer in der Region befinden könnte, etwa in einem Tunnel mit Verbindung zum Fürstenschloss von Walbrzych.

Bisher wurde nichts gefunden. Mitte Januar 1945 war das Bernsteinzimmer im Hof des Königsberger Ordensschlosses in einigen noch nicht vollständig verschlossenen Kisten das letzte Mal wirklich und wahrhaftig zu sehen. Seit dieser Zeit sind es dann immer nur Kisten, die gesehen und transportiert wurden.

Ehrenwerte Fahnder und Forscher, zwielichtige Abenteurer und Hobbysucher, Archäologen, Journalisten, Historiker, Geologen, Schriftsteller, selbsternannte Bernsteinzimmer-Jäger und gierige Kunstsammler haben in den zurückliegenden Jahrzehnten unermüdlich und erfolglos nach diesem Kleinod gesucht. Selbst der DDR-Geheimdienst hatte die Sonderkommission ‘Puschkin’ ins Leben gerufen, die mehr als dreißig Jahre nach dem Bernsteinzimmer fahndete.

Sie alle aber übersahen eine wichtige Spur oder konnten diese aus politischen Gründen nicht weiter verfolgen – mehr dazu hier. Das Objekt in Mitteldeutschland, zu dem diese Spur führt, wurde zu DDR-Zeiten von der Roten Armee genutzt, und die Nachwendezeit brachte andere Umstände mit sich, die eine gezielte Suche erschweren oder unmöglich machen.

Der Schriftsteller Martin Stade, bekannt durch den Roman “Der König und sein Narr”, erzählt in seinem Buch: Bernsteinzimmer in Thüringen überaus sorgfältig und kenntnisreich vom Abtransport des Bernsteinzimmers aus Königsberg bis in die Müllerschen Kasernen in Weimar. Die Namen der beteiligten Offiziere werden zum ersten Mal in der Öffentlichkeit genannt. Ebenso wird über vielfältige Täuschungsmanöver und über das Legen falscher Spuren berichtet.

Darüber hinaus erzählt der Autor von erstaunlichen Ereignissen besonders am Kriegsende in Thüringen, unter anderem von einem Aufenthalt Hitlers in seinem thüringischen Bunker in der Zeit vom 22. März bis zum 2. April 1945. Die Berichte vermitteln ein völlig neues Bild von den letzten Wochen des untergehenden Dritten Reiches. Sie zeigen, dass Thüringen damals am Rand einer Katastrophe stand.


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