Polizistenmord Herborn: Polizeigewerkschafter Wendt über Zunahme der Gewalt

von Epoch Times

Am 24. Dezember wurde ein Polizeibeamter bei einer Routinekontrolle in einem Zug bei Herborn ermordet. Die Tat brachte das Thema „Gewalt gegen Polizisten“ wieder ins Rampenlicht. Vor wenigen Tagen äußerte sich auch Rainer Wendt, Chef der Polizeigewerkschaft zum Fall.

polizeiwendt_pt_8Am Morgen des 24. Dezember wurde in Herborn ein Polizist bei einer Fahrkartenkontrolle ermordet, ein weiterer schwer verletzt. Der Beamte hinterlässt eine Familie mit vier Kindern, für die Weihnachten 2015 zum Trauertag wurde. Der Täter, ein 27-jähriger Mann mit Gewalt- und Drogenkarriere wird von dem Sterbenden angeschossen.

Deutsche Polizeigewerkschaft prangert Gewaltzunahme an

Vor wenigen Tagen sagte der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPOLG), Rainer Wendt, zu „Focus„:

„Die Gewalt gegen die Repräsentanten des Staates ist hemmungslos  geworden“.

Dabei bezog sich Wendt nicht nur auf Polizeibeamte, sondern auch auf Mitarbeiter der Gerichte und Jobcenter, die in „Besorgnis erregendem“ Maße Attacken ausgesetzt seien.

Seine Forderungen richten sich an die Politik. Die Kollegen bräuchten Trainings und zwar „alle paar Wochen“. Doch dies ließe die Personalsituation nicht zu, da Tausende Polizeibeamte fehlen würden. Deshalb seien die vorhandenen Kollegen ständig im Einsatz.

Auf den Herborner Polizistenmord bezogen, sagte der Gewerkschafts-Chef:

„Einsätze über die Feiertage sind nichts Besonderes für die Kollegen. Es ist aber besonders grausam und bedrückend, dass ein Kollege an Heiligabend nach einem solchen Einsatz nicht zu seiner Familie zurückgekehrt ist.“

Im besagten Fall habe der Beamte kaum eine Chance gehabt, die Attacke zu verhindern, auch wegen der Enge des Zugabteils.

„Und wenn man dann noch auf jemanden trifft, der zu allem bereit ist, hat man kaum eine Chance als Polizist“, so Rainer Wendt.

Doch als wenn der tragische Mord an dem 46-jährigen Familienvater Christoph R. am Morgen des 24. Dezember nicht schon schrecklich genug war, mischte sich in die allgemeine Trauer und das Entsetzen über die Tat nun Abscheu über einen linksradikalen Schreiberling.

Linke Gedanken über Mörder, Opfer und Polizei

Auf der extremistischen Webseite „linksunten.indymedia.org“ erschien ein Posting [Teil 1/Teil 2/Teil 3:], das inzwischen wieder verschwunden ist. Dort können übrigens auch nur Mitglieder veröffentlichen. In dem Schreiben verklärt der linke Autor den Mörder zum Opfer der Gesellschaft und verhöhnt das Opfer. Und obwohl sich der Schreiber zu schlimmen Hassausbrüchen über die Gesellschaft und die Polizei hinreißen lässt, scheint er eher noch zur „gemäßigteren“ Charge zu gehören.

Es geschah an Weihnachten

Es war 7 Uhr morgens am Heiligen Abend, dem 24. Dezember 2015, als ein Fahrkartenkontrolleur der Hessischen Landesbahn in der Regionalbahn RE99 Frankfurt nach Siegen einen randalierenden Fahrgast nach seinem Ticket fragte. Doch der 27-jährige Mann, der angetrunken wirkte, wollte der Aufforderung nicht nachkommen. Der Kontrolleur wusste sich nicht anders zu helfen, als die Polizei zu alarmieren.

Am Bahnhof Herborn hielt der Zug an und zwei Beamte bestiegen den Zug. Als sie besagten Fahrgast nach seinem Fahrschein und seinen Papieren fragten, griff dieser sie unvermittelt mit einem Klappmesser an, so die „Hessenschau„.

Hochagressiver Messerangriff

Wie Auswertungen von Überwachungskameras ergaben, stach der 27-jährige Täter Patrick S. ohne Vorwarnung siebenmal auf den 46-jährigen Polizeibeamten Christoph R. ein. Von den Stichen am ganzen Körper, war einer im Hals-Schulter-Bereich tödlich.

Der Beamte feuerte seine Dienstwaffe zweimal auf den Angreifer ab und verwundete in dabei schwer, dann fiel er aus dem Zug und verstarb auf dem Bahnsteig.

Bei dem Angriff wurde auch der 47-jährige Kollege des Opfers, Thomas F., mit dem Messer schwer verletzt, er schwebte zeitweise in Lebensgefahr. Der Polizeibeamte Christoph R. hinterlässt seine Frau und die vier Kinder, das Jüngste erst acht Monate alt. Der angeschossene Täter wurde noch am selben Tag operiert.

Polizeibekannter Täter

Staatsanwalt Dominik Mies sieht in der Tat einen „ganz gravierenden Tötungsdelikt“. Wegen eines fehlenden Fahrscheins wurde ein Polizist getötet und ein weiterer schwer verletzt.

„Hier ist eine Aggressivität an den Tag gelegt worden, die man selten antrifft“, zitiert NTV den Limburger Staatsanwalt.

Im Pressebericht der Polizei wird der 27-jährige Täter explizit mit seiner Staatsbürgerschaft benannt:

„Der Angreifer ist Deutscher und stammt aus dem Lahn-Dill-Kreis.“

Eine etwas merkwürdige Meldung der „Hessenschau“ informiert über eine nicht näher benannte Polizeiaussage:

„Einen terroristischen Hintergrund für die Tat schloss ein Sprecher gegenüber dem hr aus.“

Der 27-jährige Patrick S. aus Dillenburg saß bereits in seiner Jugend Haftstrafen wegen Körperverletzung und Drogendelikten ab, bestätigte Staatsanwalt Dominik Mies von der Außenstelle der Limburger Staatsanwaltschaft in Wetzlar auf Anfrage der Redaktion von „Mittelhessen.de„, einem gemeinsamen Webauftritt mehrerer Lokalzeitungen. Zum Tatzeitpunkt befand er sich auf Bewährung draußen. Er hatte getrunken. Vielleicht hatte er Restalkohol von der Nacht, das ist nicht bekannt. Jedenfalls wurden bei ihm nach der Tat 1,5 Promille Alkohol im Blut gemessen. Ob der Täter zu diesem Zeitpunkt unter dem Einfluss von Drogen stand, ist ebenfalls nicht bekannt. Gegen den polizeibekannten Mann wurde Haftbefehl wegen Mordes erlassen. Er wurde auf die Krankenstation eines Kasseler Gefängnisses verlegt. Zu den Vorfällen schweigt Patrick S.

Wie die Lokalredaktion mitteilte, wirke das Facebook-Profil des Täters verwirrend auf den Besucher. Dort gebe es Bilder einer Kampfaxt und einer Pistole „Heckler und Koch P7“. Der Mann bezeichnete sich selbst als „Sicario“ (ital.: Auftragskiller) und „Fighter“. Er sei im Einsatz für das C.D.G. (Cartel del Golfo), das mexikanische Golf-Kartell, eines der ältesten Drogenkartelle Mexikos. Auf seinem Profil sei auch ein Spruch zu finden: „Thug life 24/7“ (Rund-um-die-Uhr-Verbrecher). Die „Bild“ habe berichtet, dass seine Freunde ihn als aggressiv einschätzten und dass er immer ein Messer bei sich gehabt habe. Ein Bekannter des Täters wird von dem Blatt zitiert:

„Der Patrick ist schon lange eine Gefahr, hätte eigentlich gar nicht mehr aus dem Gefängnis entlassen werden dürfen. Aber es musste ja erst jemand sterben.“

Anteilnahme, Spenden und Mahnwache: vom Rathaus war keiner da

Von der kaltblütigen Tat erschüttert, starteten viele Menschen und Organisationen Spendenaktionen für die hinterbliebene Familie des Beamten, u.a. die „Markus-Paul-Stiftung e.V.„, die Familien von im Einsatz getöteten Polizisten hilft und der Personalrat des Polizeipräsidiums Mittelhessen.

Auch in den Sozialen Netzwerken zeigt sich die Anteilnahme und Fassungslosigkeit. Eine Frau schrieb:

„Wie kann es nur sein, dass ein Menschenleben keine 60 Euro wert ist (soviel kostet das Schwarzfahren). Das ist echt unbeschreiblich“, so „Mittelhessen.de“.

Der Messerangriff habe sich schnell im Netz herumgesprochen. Am Samstagnachmittag hätten sich dann 150 Bürger aus Herborn und Umgebung zu einer spontanen und bewegenden Mahnwache vor dem Bahnhof versammelt. Es seien auch zahlreiche Feuerwehrleute und Polizisten in Zivil und in Uniform gekommen. Ein Lichtermeer aus Kerzen habe den Bahnhofsvorplatz erhellt, schrieb „Mittelhessen.de“ weiter. Vom Rathaus in Herborn kam allerdings kein einziger Vertreter, was die Organisatoren der Mahnwache dann doch enttäuschte. (sm)


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