Prinz Asserate: Die Prophezeiung der Bundeslade (Teil 1)

Dies ist der erste Teil des zweiten Gespräches mit meinem Gast, Prinz Asfa-Wossen Asserate. In den ersten beiden Gesprächen haben wir ja schon viel über Afrika, sein Heimatland Äthiopien, dessen uralte Geschichte und seine damit verwobene Familiengeschichte erfahren.

Und in der Tat, so beschreibt und definiert sich Prinz Asserate auch selbst. Seine Identität als Äthiopier und seine Herkunft aus der alten Kaiserfamilie sind untrennbarer Bestandteil der besonderen und mystischen Geschichte des Landes. Anschaulich und mit feinem Humor beschreibt Prinz Asserate von der Kindheit und Jugend eines Familienangehörigen des Kaiserhauses. Nur kurz streift er das tragische Geschehen der Revolution und des Sturzes des letzten Kaisers Haile Selassie und die Hinrichtung seines kaisertreuen Vaters durch die Revolutionäre.

In diesem Gespräch geht Prinz Asserate auf die religiösen und mythischen Hintergründe seines Landes ein, dem er sich tief verbunden fühlt, obwohl er schon im Alter von zwanzig Jahren Äthiopien verließ, um in Deutschland zu studieren.

Wie im ersten Beitrag des Gespräches über Afrika schon angesprochen, stellte die kaiserliche Familie Äthiopiens, der Prinz Asserate entstammt, die Kaiserdynastie, die seit 1270 ungebrochen bis 1974 in Äthiopien regierte. Das Herrscherhaus sieht König Salomon als seinen Stammvater. Tatsächlich ist belegt, daß etwa 1000 v. Chr. eine Volk aus Palästina nach Afrika einwanderte. Sie waren Juden, und auch die heutige, offizielle Landessprache, das alte Amharisch ist eine semito-hamitische Sprache und trägt die alte Heimat und die Verwandschaft mit Palästina noch deutlich in sich.

Der Mythos der Entstehung des äthiopischen Kaiserhauses und seine Begründung durch den Stammvater König Salomon entstammt aus der Bibel. Das Epos von Liebe und Macht um König Salomon und die Königin von Saba wird hier erzählt und war Stoff für Opern und Filme:

König Salomon genoß den Ruf, sehr weise zu sein und sehr gerecht. Noch heute spricht man von „salomonischen Urteilen“. Makeda, die schöne Königin von Saba hörte von diesem großen und weisen König. Mit gewaltigem Gefolge und sagenhaften Schätzen machte sich die Königin von Äthiopien auf den beschwerlichen Weg nach Jerusalem, um Salomon zu begegnen. Sie blieb eine ganze Weile am Hofe Salomons und war auch bei seinen Urteilen zugegen. Sie bewunderte den weisen König, und diesem gefiel ihre Schönheit und Klugheit. Die beiden verbrachten eine Liebesnacht vor der Rückreise der Königin nach Äthiopien.

Die Königin von Saba, gebar, nach Äthiopien zurückgekehrt, einen Sohn, Menelik I. Er wuchs zu einem klugen, stattlichen jungen Mann heran und beschloß, seinen Vater zu besuchen. Salomon hatte große Freude an seinem Sohn, dem jungen Prinzen, und wollte ihn als sein Nachfolger zum König über Israel machen, doch Menelik bestand auf seiner Rückkehr nach Äthiopien. Salomon willigte ein. Er krönte Menelik zum König von Äthiopien und gab ihm als Berater und Freunde die erstgeborenen Söhne der Ältesten seines Reiches mit auf den Weg.

Diese wollten dem Bericht nach aber nicht ohne die Bundeslade ziehen und entführten das Heiligtum – ohne Wissen Meneliks – aus dem Tempel und brachten die heilige Lade nach Aksum. Angeblich wird sie dort noch heute in der Kirche Maryam Seyon aufbewahrt.

Wo die Bundeslade sein sollte und ob es sie überhaupt gab, war lange ein Geheimnis und Stoff für Romane, Sachbücher und Forscher. Bis 2009. Nach seiner Audienz bei Papst Benedikt XVI fragten Journalisten der „Welt“ den Patriarchen Abuna Pauolos, der höchsten Autorität der Kirche von Äthiopien:

„Befindet sich die Bundeslade in Äthiopien?“
„Ja, die Bundeslade befindet sich bei uns in Axum.“

Daran gebe es überhaupt keinen Zweifel.

„Äthiopien ist der Thron der Bundeslade, seit hunderten von Jahren schon. Nach Gottes Willen ist sie zu uns gekommen und nach Gottes Willen wird sie auch bei uns bleiben. Ich bin nicht hier, um Beweise dafür vorzulegen. Ich bin hier, um zu sagen, was ich selbst gesehen habe, was ich weiß und was ich bezeugen kann.“

Websites:
www.ellen-michels.de


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