Rohstoffe, Menschen und die Elite – 1984 war kein Science-Fiction – es war eine logische Schlussfolgerung

von Ingo Trost

Es soll ja sogar Menschen geben, die sich eine Gesellschaft der Eliten sehr gut vorstellen können. Sozialschmarotzer werden erst sanktioniert und ins Elend verfrachtet und wenn das nicht mehr hilft, werden sie einfach eliminiert. Stark strukturierte Regeln für den Rest der Gesellschaft, der zu funktionieren hat und für den globalen Erfolg ein Garant setzen muss.

Antriebsfeder des Ganzen ist die Erkenntnis, dass die Population der Homosapiens exponentiell ansteigt und die Ressourcen der Erde nicht für alle reichen können. Doch ist das auch wirklich so? Man schaue sich da so den Einen oder Anderen Tenor aus unserer Gesellschaft an:

Der Mensch – nicht mehr als ein Pockenvirus und Rohstoff

Michael Gorbatschow, der letzte Präsident der Sowjetunion, hatte sich nach dem Fall des Kommunismus dem Umweltschutz verschrieben und wurde zum Mitbegründer des Internationalen Grünen Kreuzes. Auch formulierte er die sogenannte Erd-Charta maßgeblich mit. Laut Wikipedia stellt sie

„eine Deklaration grundlegender ethischer Prinzipien für eine nachhaltige Entwicklung im globalen Maßstab dar und soll als völkerrechtlich verbindlicher Vertrag von der internationalen Staatengemeinschaft ratifiziert werden“.

Die hehren Ziele der Erd-Charta umfassen Achtung vor der Natur, Verantwortung für die Umwelt, soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit und eine weltweite Kultur des Friedens. Ihre Leitlinien sind in 16 Artikeln umschrieben, deren siebter lautet:

„Produktion, Konsum und Reproduktion so gestalten, dass sie die Erneuerungskräfte der Erde, die Menschenrechte und das Gemeinwohl sichern.“

Gorbatschow selbst nimmt kein Blatt vor den Mund:

„Wir müssen offener über Sexualität und Verhütung sprechen, über Abtreibung und gesellschaftliche Werte, welche die Bevölkerungszahl bestimmen. Denn kurz gesagt, ist die ökologische Krise eine Bevölkerungskrise. Reduziert die Weltbevölkerung um 90 Prozent, und es sind nicht mehr genügend Menschen übrig, um einen nennenswerten ökologischen Schaden anzurichten.“

Seine Vorstellung einer umweltverträglichen Weltbevölkerung von gut einer halben Milliarde Menschen trifft das erste Gebot der Georgia Guidestones auffallend genau. Noch mehr auf einer Linie damit lag der President‘s Council on Sustainable Development (Rat des Präsidenten für nachhaltige Entwicklung), ein Expertengremium, das den US-Präsidenten Bill Clinton zwischen 1993 und 1999 beriet. Diese Gruppe kam 1996 als Antwort auf den Erdgipfel in Rio de Janeiro (1992) nämlich zum Schluss, die Weltbevölkerung solle 500 Millionen Menschen nicht überschreiten.

Der Multimilliardär und damalige Medienzar Ted Turner – von ihm wird später noch die Rede sein – vertrat im selben Jahr noch rigorosere Ansichten. In einem Interview, das er 1996 dem Magazin der amerikanischen Naturschutzorganisation Audubon Societygab, erklärte Turner:

„Global betrachtet wären 250 bis 300 Millionen Menschen ideal, also eine Reduktion der heutigen Weltbevölkerung um 95 Prozent.“

Dave Foreman von der US-Umweltorganisation Sierra Club und Mitbegründer von Earth First! bekannte einmal:

„Ich glaube, die Überbevölkerung ist das größte Problem auf Erden.“

Ein anderes Mal sagte er:

„Wir Menschen sind eine Krankheit geworden, die Menschenpocken!“

Auch der militante Walschützer Paul Watson (Sea Shepherd Conservation Society) gehört zu jenen, die eine Weltbevölkerung von unter einer Milliarde Menschen fordern, da

„wir den Planeten Erde töten“.

Doch nicht bloß radikale Umweltschützer, sondern auch die intellektuelle Elite fürchtet, dass der Planet bald aus allen Nähten platzen wird. So warnt beispielsweise der Club of Rome schon seit Jahrzehnten vor der Überbevölkerung. In dem 1991 von dieser einflussreichen Denkfabrik publizierten Werk The First Global Revolution (Die erste globale Revolution) kann man lesen:

„Auf der Suche nach einem neuen Feindbild, das uns einen würde, brachten wir die Idee auf, daß Verschmutzung, die drohende globale Erwärmung, Wasserknappheit, Hungersnöte und ähnliches mehr diesem Anspruch gerecht würden. Doch indem wir sie zum Feind erklärten, sind wir in die Falle getappt, die Symptome mit den Ursachen zu verwechseln. All diese Gefahren sind durch menschliche Eingriffe verursacht worden (…) Demnach ist der eigentliche Feind die Menschheit selbst.“

Jacques Cousteau, weltweit verehrter Ozeanograph, erklärte dem UNESCO Courier in einem Interview vom November 1991:

„Der Schaden, den die Menschen dem Planeten zufügen, ist eine demographische Funktion – er entspricht dem Grad der Entwicklung. Ein einziger Amerikaner belastet die Erde viel mehr als zwanzig Einwohner von Bangladesh. Der Schaden ist direkt an den Verbrauch gekoppelt. Unsere Gesellschaft gibt sich mehr und mehr der Verschwendung hin. Das ist ein Teufelskreis, den ich mit Krebs vergleiche.“

Cousteau dachte das Problem konsequent zu Ende und fügte an:

„Um die Weltbevölkerung zu stabilisieren, müssen wir 350‘000 Menschen pro Tag eliminieren. Dies auszusprechen, ist schrecklich. Es nicht zu tun, ist aber genauso schlimm.“

Paul Ehrlich, Professor an der renommierten Stanford-Universität, schrieb in seinem Werk The Population Bomb (Die Bevölkerungsbombe):

„Ein Krebs ist eine unkontrollierte Vervielfältigung von Zellen; die Bevölkerungsexplosion ist eine unkontrollierte Vervielfältigung von Leuten. (…) Wir müssen unsere Anstrengungen von der Behandlung der Symptome auf das Herausschneiden des Krebses verlegen. Die Operation wird viele anscheinend brutale und herzlose Entscheidungen fordern.“

All diese Männer sind weder Fantasten noch dumm. Sie sind Pragmatiker wie der einstige US-Außenminister Henry Kissinger, noch heute ein führendes Mitglied der Bilderberger und eine der grauen Eminenzen in der amerikanischen Politik. Er meinte vor Jahren schon lapidar:

„Die Weltbevölkerung muss um 50 Prozent reduziert werden.“

Da trifft es sich gut, dass die UN-Biodiversitäts-Einschätzung für eine nachhaltige menschliche Population als Grundsatz forderte,

„sämtliche, das Ökosystem beeinflussenden Maßnahmen sollten menschliche Wesen als biologische Ressource betrachten“.

Im Klartext heißt das: Des Menschen Recht auf Leben darf nicht länger als unantastbar gelten, denn die Menschheit soll man bewirtschaften wie jeden anderen Rohstoff auch. Und so steht weiter unten zu lesen:

„Eine vernünftige Schätzung für eine industrialisierte Weltgesellschaft auf dem aktuellen materiellen Standard Nordamerikas geht von einer Milliarde Menschen aus. Dieses Ziel muss innerhalb der nächsten 30 bis 50 Jahre erreicht werden.“

Als man das Dokument am 9. September 1994 dem US-Senat vorlegte, verursachte es einen Sturm der Entrüstung und musste zurückgezogen werden. Doch deswegen landete das darin enthaltene Gedankengut noch lange nicht mit im Papierschredder.

Der schwerreiche „gute Club“

Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Artikel, der am 24. Mai 2009 in der britischen Sunday Times erschienen ist. Darin wird berichtet, einige der reichsten Personen Amerikas hätten sich zu einem geheimen Treffen eingefunden, um ein gemeinsames Vorgehen gegen die weltweite Überbevölkerung zu besprechen.

„Die an dem Gipfel anwesenden Philanthropen kamen auf Initiative des Microsoft-Gründers Bill Gates zusammen“,

informierte die Zeitung ihre Leser.

„Teil dieses von einem Insider als Good Club bezeichneten Zirkels sind David Rockefeller, Patriarch von Amerikas reichster Dynastie [effektives Gesamtvermögen unbekannt], die Financiers Warren Buffett [37 Milliarden Dollar] und George Soros [13 Milliarden Dollar], der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg [16 Milliarden Dollar], sowie die Medienmogule Ted Turner [2,3 Milliarden Dollar] und Oprah Winfrey [2,3 Milliarden Dollar].“

Gemeinsam mit Bill Gates haben diese Leute seit 1996 über 45 Milliarden Dollar für wohltätige Zwecke gespendet. Das informelle Treffen fand am 5. Mai 2009 in New York statt und war offenbar so geheim, dass manche Milliardäre ihren persönlichen Mitarbeitern sagten, sie nähmen an einer „Sicherheits-Lagebesprechung“ teil. Laut Stacy Palmer, Redakteurin des Chronicle of Philanthropy, gab es noch nie ein solch hochkarätiges und zugleich mysteriöses Meeting.

„Wir haben erst im Nachhinein davon erfahren, durch puren Zufall. Normalerweise freuen sich diese Leute immer, wenn sie öffentlich über wohltätige Zwecke reden können, doch diesmal ist es anders – vielleicht möchten sie nicht den Eindruck einer globalen Kabale erwecken.“

Anscheinend sprach man vor allem über Projekte in der Dritten Welt.

„Auf Anregung von Gates war man sich darin einig, daß die Überbevölkerung eine Priorität sei“,

führt der Sunday Times-Artikel aus und zitiert einen weiteren Teilnehmer, wonach das Problem des Bevölkerungswachstums als eine „potentiell katastrophale Bedrohung für Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft“ angegangen werden müsse.

„Es ist von einer solch alptraumhaften Dimension, dass alle in der Gruppe der Meinung waren, dies verlange nach Antworten der besten Hirne“,

erklärte der ungenannt bleiben wollende Teilnehmer weiter.

„Solche Leute müssen unabhängig von den Regierungen sein, weil diese nicht in der Lage sind, das Desaster abzuwenden, das wir alle auf uns zukommen sehen.“

Unabhängigkeit, Verschwiegenheit, Gesichtslosigkeit. Warum man das Treffen überhaupt habe geheimhalten wollen, begründete der bereits zitierte Teilnehmer mit den Worten:

„Sie wollten unter Reichen miteinander reden, ohne fürchten zu müssen, dass irgend etwas von diesem Gespräch in den Medien breitgeschlagen wird und sie dann als eine alternative Weltregierung dargestellt werden.“

Amerikas „Entwicklungsplan“ für die Welt

Was die Entvölkerung der Dritten Welt mit einer Weltregierung zu tun hat und wozu die „Entwicklungshilfe“ in Wirklichkeit dient. Im Juli 1969 hielt Präsident Nixon eine historische Ansprache vor dem amerikanischen Kongress. In dieser ersten Rede zu Bevölkerungsfragen sagte Nixon:

„Eine der gravierendsten und schicksalhaftesten Herausforderungen, der sich die Menschheit im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts wird stellen müssen, ist das Bevölkerungswachstum.“

Nixon verlangte die Schaffung eines hochkarätigen Gremiums, das sich mit den Folgen einer möglichen Überbevölkerung beschäftigen sollte. So wurde die Commission on Population Growth and the American Future im Frühling des darauffolgenden Jahres ins Leben gerufen.

Zum Vorsitzenden bestimmte Nixon den Wirtschaftsmagnaten John D. Rockefeller III., der seit der Eisenhower-Administration auf die Schaffung eines solchen Expertenrates gedrängt hatte. Zu den sechzig Empfehlungen, welche die Kommission 1972 veröffentlichte, gehörte auch der Ratschlag, Abtreibungen landesweit zu legalisieren und ihre Kosten vom Staat übernehmen zu lassen. Zudem solle man an Teenager gezielt Verhütungsmittel abgeben – für die damalige Zeit ein wahrlich provokativer Vorschlag!

Obwohl sich Nixon offiziell bedeckt gab, räumte sein Außenminister und früherer Nationaler Sicherheitsberater Dr. Henry Kissinger dem Bevölkerungsproblem höchste Priorität ein. Der deutschstämmige Jude hatte seine politische Laufbahn 1957 als Berater des New Yorker Gouverneurs Nelson A. Rockefeller begonnen und treibt die Rockefeller-Agenda bis heute voran.

Das infame Memorandum 200

Unter der Federführung Kissingers hatte der Nationale Sicherheitsrat dem US-Präsidenten 1974 das sogenannte National Security Study Memorandum 200 unterbreitet. Das bis 1989 geheim gehaltene Dokument trägt die Überschrift

„Die Auswirkungen des globalen Bevölkerungswachstums auf die Sicherheit und auswärtigen Interessen der Vereinigten Staaten“.

Darin fordern Kissinger und seine Gesinnungsgenossen, man müsse die Bevölkerung in weniger entwickelten Ländern massiv reduzieren. Explizit erwähnt sind: Indien, Bangladesch, Pakistan, Nigeria, Mexiko, Indonesien, Brasilien, die Philippinen, Thailand, Ägypten, die Türkei, Äthiopien und Kolumbien.

Erreichen wollte man dieses Ziel mit Lebensmittelverknappung, Sterilisationsprogrammen und Krieg. Die unabhängige staatliche Hilfsorganisation USAID erhielt zusätzliche finanzielle Mittel, um diese Bevölkerungspolitik in den Entwicklungsländern durchzusetzen. Passend dazu finden sich im besagten NSS Memorandum 200 Rubriktitel wie:

„Bedingungen zur Abnahme der Fruchtbarkeit schaffen“ oder „Massenmedien und Satellitenkommunikationssysteme zur Familienplanung [gemeint ist: Abtreibung und Sterilisation] einsetzen“.

Der Nationale Sicherheitsrat schlug zudem vor, die Entwicklungshilfe zu erhöhen für Drittweltstaaten, die sich dazu verpflichten, solche Entvölkerungsprogramme umzusetzen.

Doch das ist nicht alles.

„Bei der Zuteilung knapper PL 480-Ressourcen [Nahrungsmittel] sollte man in Betracht ziehen, welche Schritte ein Land bezüglich der Bevölkerungskontrolle unternimmt“,

forderte das Memorandum 200 weiter. Man müsse „Pflichtprogramme“ durchsetzen, indem man Nahrung als „ein Werkzeug nationaler Machtausübung“ einsetze. Das heißt im Klartext, Drittweltstaaten haben ihrer Bevölkerung mit absichtlich verursachten Hungersnöten den Willen der globalen Elite aufzuzwingen, wollen sie nicht mit denselben Methoden in die Knie gezwungen werden.

Eingeborene stören nur

Dass es den amerikanischen Sicherheitsberatern dabei nicht nur um die weltweite Überbevölkerung ging, sondern auch um handfeste wirtschaftliche Interessen, gab der USAID-Direktor Ray Ravenott 1977 mit der Bemerkung zu, das Ziel seiner Behörde sei die Sterilisation von einem Viertel aller Frauen weltweit.

Dies sei notwendig, um die wirtschaftlichen Interessen der USA zu schützen, weil nämlich eine wachsende Arbeitslosigkeit in überbevölkerten Entwicklungsländern die Gefahr von Unruhen und Aufständen vergrößere. Das NSS Memorandum 200 hatte schon 1974 darauf hingewiesen, wie wichtig „der reibungslose Zufluss an benötigten Rohstoffen“ für die USA sei. 1978 sagte es Henry Kissinger dann ganz unverblümt:

„Entvölkerung sollte die höchste Priorität unserer Außenpolitik gegenüber der Dritten Welt sein, weil die US-Wirtschaft große und zunehmende Mengen an Mineralien aus dem Ausland brauchen wird, besonders aus den weniger entwickelten Ländern.“

Der damalige CIA-Direktor George H. W. Bush gehörte zu jenen, die mit der Umsetzung dieses Plans beauftragt wurden. Für ihn kein neues Tätigkeitsfeld, denn knapp zehn Jahre zuvor, während seiner Zeit als texanischer Abgeordneter im Repräsentantenhaus, war Bush Sr. nämlich Vorsitzender der Arbeitsgruppe der Republikaner im Repräsentantenhaus für Erd-Ressourcen und Bevölkerung gewesen. In dieser Eigenschaft hatte sich der spätere US-Präsident im April 1970 für ein Familienplanungsgesetz stark gemacht, das Verhütung, Abtreibung und Sterilisation unterstützen sollte.

1975 schuf Henry Kissinger als Oberster Chef des US-Außenministeriums das dem State Department untergeordnete Amt für Bevölkerungsangelegenheiten (OPA). Später wurde der eigentliche Zweck dieser Behörde mit einem unverfänglichen Namen verschleiert. Heute heißt sie Amt für Ozeane und internationale umweltpolitische und wissenschaftliche Angelegenheiten (OES). Alexander Haig, ehemaliger NATO-Oberbefehlshaber in Europa und Außenminister unter Ronald Reagan sagte einmal:

„Folglich hat das OES immer wieder Industrialisierungsprozesse in der Dritten Welt verhindert und Entwicklungsländern den Zugang zur nuklearen Energiegewinnung verweigert, wie auch alle anderen Verfahren, die es Nationen ermöglichen würden, eine wachsende Bevölkerung zu tragen.“


Negatives exponentielles Wachstum funktioniert genauso, bloß umgekehrt: Aus einem anfänglich schleichenden Bevölkerungsrückgang wird ein sich selbst verstärkender Schrumpfungsprozess. Wo wenige Kinder geboren werden, wachsen nur wenige potenzielle Eltern heran. Diese wiederum bekommen genauso wenige Kinder wie ihre Eltern, und so setzt sich der Rückgang fort. Die Nachkommen müssten drei oder vier Kinder haben, um diesen Prozess aufzuhalten.

Aber das ist in entwickelten Staaten höchst unwahrscheinlich. Ende der 1960er-Jahre bekamen die Frauen im globalen Mittel fünf Kinder. Heute sind es nur noch 2,5. Auch die Wachstumsrate der Menschheit hat sich seither von 2,1 auf unter 1,2 Prozent fast halbiert. Dies bedeutet noch nicht automatisch ein Ende der Bevölkerungszunahme: zum einen werden die Menschen älter, bleiben also länger Teil der Weltbevölkerung.

Zum anderen geht das heutige „niedrige“ Wachstum von einer Basis von 7,2 Milliarden Menschen aus und damit von mehr als doppelt so vielen Individuen wie in den 1960er-Jahren. Der große Dampfer Weltbevölkerung, der lange mit voller Fahrt unterwegs war, hat einen sehr, sehr langen Bremsweg. Bis er zum Stehen kommt, dürften noch ein paar Jahrzehnte ins Land gehen. Aber dass er es tun wird, gilt als sicher.

Die bekanntesten Schätzungen für die künftige Zahl der Menschen stammen von der Bevölkerungsabteilung der Vereinten Nationen. Sie beinhalten meist drei Varianten, um Entwicklungsoptionen aufzuzeichnen. In den jüngsten Schätzungen gehen die UN in ihrer mittleren Variante davon aus, dass sich 2050 etwa 9,6 Milliarden Menschen den Globus teilen – 2,4 Milliarden mehr als 2014. Irgendwann in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts dürfte das Bevölkerungswachstum ein Ende haben. Viele der heute existierenden Erdenbürger können also erleben, wie das Bevölkerungswachstum seinen Scheitelpunkt erreicht.

Weitergehende Prognosen über 2050 hinaus sind mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Dennoch haben die Vereinten Nationen vor einigen Jahren erstmals einen weiten Blick bis ins Jahr 2300 gewagt. Die Demografen nehmen dabei an, dass sich das Leben der Menschen immer weiter verlängert, sodass sie bis 2300 im weltweiten Mittel 96 Jahre alt werden. Und dass in allen Ländern nach und nach die Kinderzahlen zunächst unter das Ersatzniveau fallen, sich dann aber auf einen Wert von 2,05 Kindern pro Frau einpendeln (das wäre unter den dann noch besseren Lebensbedingungen das neue Ersatzniveau). Bei diesem mittleren Szenario würde die Zahl der Menschen zu Beginn des 22. Jahrhunderts auf einem Niveau von etwa neun Milliarden verharren.

Alternativ haben die UN-Forscher noch ein hohes und ein tiefes Szenario berechnet: Die hohe Variante geht davon aus, dass sich die Kinderzahlen nach 2100 in allen Ländern bei einem Wert von 2,35 je Frau (dem heutigen Wert von Argentinien) einspielen, die niedrige Variante geht von 1,85 aus (dem Wert von Dänemark). Im ersten Fall leben 2300 rund 36 Milliarden Menschen auf der Erde – also fünfmal so viele wie heute. Im zweiten Fall schrumpft die Weltbevölkerung bis 2300 auf 2,3 Milliarden – also auf nicht mal ein Drittel des heutigen Wertes. Danach würde sich die Menschheit bis 2550 nochmals halbieren und damit auf den Stand des Jahres 1850 fallen.


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