Rostislav Ischenko: „Zu den Ereignissen in Mukatschewo“

von fit4russland

Anlass zur Analyse von Rostislav Ischenko

Sputniknews.de:

„Bei einer Schiesserei zwischen den ukrainischen Sicherheitskräften, Kämpfern des radikalen Rechten Sektors und mutmasslichen Kriminellen in der westukrainischen Stadt Mukatschjowo (Gebiet Transkarpatien) sind nach unbestätigten Angaben mehrere Menschen getötet bzw. verletzt worden. Innenminister Arsen Awakow schrieb am Samstag in seinem Facebook-Blog, dass vier Zivilisten und drei Sicherheitskräfte verletzt wurden.

Dagegen sprach der Chef des Rechten Sektors in Transkarpatien, Alexander Satschko, von zwei Toten in den eigenen Reihen. Nach seiner Version wollten Kämpfer des Rechten Sektors Schmugglern das Handwerk legen. „Den Banditen kamen unsere Aktivitäten nicht zupasse. Leider schlugen sich die Sicherheitskräfte auf die Seite der Kriminellen und eröffneten unerwartet das Feuer auf unsere Leute“, sagte Satschko dem TV-Sender 112 Ukraine. „Nach einem erbitterten Gefecht brachen unsere Leute die Umzingelung der Banditen durch und flüchteten ins Gebirge. Die Toten und Verletzten wurden mitgenommen“, sagte Satschko. Zuvor hatten ukrainische Medien berichtet, dass sich mehrere Unbekannte als Vertreter der extremistischen Organisation Rechter Sektor vorgestellt, den örtlichen Sportkomplex besetzt und das Feuer eröffnet hatten. Nach Angaben von Awakows Berater Anton Geraschtschenko wurden drei Angreifer getötet. „Fünf Banditen wurden verwundet. Die anderen nahmen die Leichen und die Verletzten mit und konnten sich in einen benachbarten Wald durchkämpfen“, so Geraschtschenko. Satschko sprach von einer geplanten Aktion gegen den Rechten Sektor. „Jetzt werden Sonderkräfte mobil gemacht, um unsere Kameraden zu töten. Falls das stimmt, geht es um ein ausserordentliches Ereignis, das den Verlauf der Geschichte ändern wird.“ Der Rechte Sektor werde alarmiert und ebenfalls mobil gemacht, warnte Satschko. Präsident Petro Poroschenko ordnete mittlerweile an, die Urheber der Schiesserei festzunehmen und zur Verantwortung zu ziehen. Der Sprecher des Rechten Sektors, Andrej Scharaskin, äusserte die Hoffnung, dass Poroschenko „jene gemeint hatte, die in Transkarpatien auf Raubzug sind“. Er erinnerte daran, dass der Rechte Sektor, der unter anderem gegen den Schmuggel kämpft, bereits mehrmals Drohungen erhalten hatte.“

Zu den Ereignissen in Mukatschewo

Von Rostislav Ischenko,
Quelle: Cont.ws, Übersetzung und Ersterscheinung: fit4Russland

Also, in Mukatschewo (West-Ukraine, an der Grenze zu Ungarn) ist das Geplänkel zwischen dem Rechten Sektor und der Polizei der Junta geschehen. Sofort sind verschiedenste Kommentare erschienen. Einige sagen, dass das der Anfang des Endes der Junta ist. Die anderen finden, dass es nichts zu bedeuten hat und dass nichts Furchtbares geschehen ist und geschehen wird: Poroschenko wird alle unterdrücken oder die Junta und der Rechte Sektor werden, wie bisher, den Kompromiss finden.

Das ist kein Anfang des Endes der Junta

Der Anfang des Endes war der Moment, als die Junta sich auf die illegalen bewaffneten Gruppen der Nazis gestützt hat. Ab diesen Moment hat der Staat auf das Monopol-Recht der Kraftanwendung verzichtet. Ab dieser Zeit war der Konflikt zwischen verschiedenen Gruppierungen der Junta unvermeidlich.

Viele hofften, dass es früher explodieren würde, aber der USA gelang es vorübergehend und verhältnismässig, die Situation zu stabilisieren. Weder die bewaffneten Nazi-Gruppen wurden entlassen, noch haben sie sich der Regime-Behörden unterordnet. Auch ein interner Junta-Krieg hat noch nicht angefangen.

Nichtsdestotrotz, die Explosion bleibt unvermeidlich

Seine Unvermeidlichkeit wird von der Ressourcen-Knappheit der Junta und der Nicht-Bereitschaft oder Unfähigkeit der USA diktiert, in die Ukraine genug Ressourcen zu pumpen, damit für alle Gruppierungen ausreichend Ressourcen zur Verfügung stehen und für die Aufrechterhaltung der Funktionen des Staates genügend übrig bleibt.

Das bedeutet jedoch nicht, dass dieser Konflikt unbedingt in einen Gesamt-Ukrainischen Aufstand resultieren muss. Es kann ein Streichholz sein, welches das Pulverfass zum explodieren bringt. Es kann aber auch nichts daraus werden, dann muss man auf den nächsten Konflikt warten.

Was haben wir bei diesem Konflikt

Für uns ist der Konflikt natürlich positiv. Er kann in drei Richtungen gehen:

1. Die Unterdrückung des Rechten Sektors
2. Der Sturz Poroschenkos
3. Ein vorübergehender Kompromiss

Jede der Varianten schwächt die Macht Kiews und die Destabilisierung wächst. Auf jeden Fall sind die Polizei und der Rechte Sektor die ausgerüstete Stütze der Junta. Die Polizei wird für die formell gesetzliche Unterdrückung des Widerstands, der rechte Sektor für die illegalen Abrechnungen verwendet.

Wenn zwei ausgerüstete Strukturen eines Systems beginnen, aufeinander zu schiessen, kann dies nur eins bedeuten: Das System befindet sich in einer tiefen Krise und ihre verschiedenen Gruppierungen können friedlich nichts mehr vereinbaren. Das heisst, der Krieg innerhalb des Systems wird unvermeidlich. Wenn auch die endgültige Explosion auf unbestimmte Zeit verschoben ist.

Ist das für uns Vorteilhaft?

In jeder beliebigen Variante ist das vorteilhaft.

Wird Poroschenko den Rechten Sektor unterdrücken, wird er die Stütze seiner Macht, den motivierten Nazis, einschliesslich einen Teil von Freiwilligen, die das Geld für die Nazi-Batallione sammelt und die Armee füttert, verlieren. Viele Freiwillige sympathisieren mit dem Rechten Sektor.

Wenn der Rechte Sektor Poroschenko wegfegen wird, ist das noch besser. Damit wird in der Ukraine eine radikal-nationalistische Diktatur festgestellt, von der weder Europa, noch die Amerikaner wegschauen können. Die internationale Legitimität des Regimes wird bis zu Null fallen. Der Widerstand in der Ukraine wird steigen. Ausserdem können die Nazis nicht die ganze Ukraine unter ihre Kontrolle bringen (ohne die Unterstützung der Statuspolitiker).

Wenn sie sich doch noch irgendwie finden können, ist das natürlich schlecht, aber die Widersprüche werden bleiben. Die Gründe, welche die Schiesserei herbeiriefen, werden nicht abnehmen sondern zunehmen. Das heisst, dass der nächste Konflikt eine Frage der Zeit sein wird. Ausserdem wird Poroschenko damit zeigen, dass es in seinem Land möglich ist, eine Schiesserei mit der Polizei zu haben, ohne dass Konsequenzen folgen. Die Bevölkerung hat viele Waffen zu Verfügung. Hass gegenüber der Junta spüren viele schon lange – auch die Maidan-Kreise. Der Rechte Sektor wird sich auf jeden Fall gedemütigt und verletzt fühlen. Und die unbestrafte Erfahrung von Waffengewalt gegen die Vertreter der Macht, wird sie zu ähnlichen „Heldentaten“ veranlassen.

Schlussendlich haben wir:
1. Die Destabilisierung innerhalb der Kiewer Macht wächst
2. Ein Kompromiss ist unmöglich
3. Der Präzedenzfall der ausgerüsteten Opposition ist schon geschaffen
4. Jetzt bleibt nur abzuwarten, bis sich solche Fälle qualitativ verändern
5. Wie lange warten? Ich weiss es nicht, schlimmstenfalls einige Monaten.
6. Der vorliegende Zwischenfall zeigt uns, dass die Amerikaner die Situation nicht unter Kontrolle halten können.


Quelle und Kommentare hier:
Print Friendly, PDF & Email

Das könnte Dich auch interessieren: