Schweden: „Eine tickende Zeitbombe!“

Von Marilla Slominski

Kriminalität findet man ja bekanntlich in jeder Gesellschaft. Im Schweden von heute braucht man nach ihr nicht mehr lange zu suchen. Ein kurzer Blick in die Tageszeitung genügt, um Nachrichten über bewaffnete Raubüberfälle, sexuelle Übergriffe, Vergewaltigung öffentliche Gang-Schießereien und Explosionen in Restaurants zu finden. Die Welle der Gewalt beschränkt sich nicht mehr nur auf die Großstädte, sie schwappt immer häufiger auch auf die ländlichen Gegenden über.

In manchen Gemeinden erreicht die Belästigung und Bedrohung jetzt bereits öffentliche Bibliotheken.

Im Herbst eroberte eine Gruppe von 30 bis 50 „Jugendlichen“ die Bücherei von Trelleborg. Eine Mutter berichtet, sie habe seitdem Angst, die Bücherei mit ihren Kindern zu besuchen. Als die Frau das letzte Mal dort war, wurden Besucher von der lauten aggressiven Jugendgruppe schikaniert. Als ein Sicherheitsangestellter, die Gruppe aufforderte, zu gehen, umringten sie ihn drohend. Die Polizei kenne das Problem, habe aber nicht genügend Personal, um dort täglich vorbei zu schauen, heißt es.

Im Oktober wurde in Mölndal eine 81-jährige Schwedin von einer Gruppe „Jugendlicher“ angegriffen, als sie ihren Hund ausführte. 12-Jährige stellten sich vor sie, bliesen ihr Zigarettenrauch ins Gesicht, drohten sie und ihren Hund anzugreifen. Einer der „Jungen“ spuckte ihr ins Gesicht. Die Frau hat jetzt Angst auf die Straße zu gehen. In einem anderen Fall stahl eine Gruppe „Jugendlicher“ einer über 80-Jährigen ihr Brot. Laut Polizei sind werden immer öfter ältere Leute Opfer solcher diesen Attacken.

Am 29. Oktober brannte im muslimisch dominierten Bezirk Rosengård in Malmö erhellte wieder einmal ein brennendes Auto die Nacht. Das Abfackeln von Autos gehört inzwischen zum schwedischen Alltag wie die beliebten Köttbullar mit Preiselbeeersoße.

Alltag in Schweden: Brennende Autos und Angriffe auf Polizeiwachen

Diese Autobrände sind den lokalen Nachrichtenblättern kaum mehr als einen Satz wert. Von Januar bis September wurden in Schweden 6000 Autos abgefackelt, das sind im Durchschnitt 22 pro Tag. Auch Schulen und andere Gebäude geraten nun ins Visier der Brandstifter.

Auch die Polizei verzeichnet in den letzten Jahren vermehrt Attacken auf Polizeistationen. Und sie werden – wie in Deutschland – immer öfter attackiert. In einigen Fällen suchen die Täter sie bereits zu Hause auf.

Am 29.Oktober wurde ein Stein durch die Eingangstür der Polizeistation in der kleinen Stadt Kinna geworfen. Auch in Dalbo, Växjö wurde die Polizeistation mit Feuerwerkskörpern beschossen und Fenster eingeschmissen. Vorausgegangen waren Beschädigungen der Einsatzfahrzeuge. Nur einen Tag zuvor wurde die Wache in Vännäs im Norden Schwedens mit einem Stein attackiert.

Ebenfalls am 29. Oktober wurde eine Polizeistreife in Linköping aus einem Hinterhalt heraus überfallen. Sie wurden mit Steinen beworfen, ein Polizeibeamter erlitt Verletzungen im Gesicht.

Am 18. Oktober wurde in der im Süden des Landes gelegenen Stadt Helsingborg die Polizeiwache von einer Explosion erschüttert. Es gab keine Verletzten, doch große Teile des Gebäudes und Scheiben wurden durch die Explosion zerstört.

„Das ist ein sehr ernstzunehmender Vorfall. Ein Angriff auf eine Polizeistation ist nicht nur einer gegen die Gesellschaft sondern gegen die Sicherheit jedes einzelnen Bürgers“,

so Dan Eliasson von der schwedischen Polizeiführung.

Am 28. Oktober wurde das Zuhause eines Polizisten in Västerås  von 20 Schüssen getroffen, während er und seine Familie schliefen. Die Schüsse durchschlugen sein Haus ebenso wie das seines Nachbarn. Es sei pures Glück gewesen, dass niemand getroffen wurde, so Polizeichefin Carin Götblad.

„Ihr jagt nicht länger uns. Wir jagen jetzt euch.“

Johanna Skinnari, Expertin bei der schwedischen Behörde zur Kriminalitätsprävention, geht davon aus, dass die Täter damit zeigen wollen, dass sie hart sind und vor der Polizei keine Angst haben.

Eine schwedische Polizeibeamtin erzählte der Öffentlichkeit, dass Kriminelle Fotos von ihr und ihrer Familie veröffentlicht und gedroht hätten, sie umzubringen. Solche Geschichten seien nun Alltag, so die Beamtin. So manch ein Beamter sucht inzwischen unter seinem Auto nach Sprengsätzen, bevor er es startet. Ein Krimineller teilte der Polizei mit:

„Ihr jagt nicht länger uns. Wir jagen jetzt euch. Wir jagen Euch und eure Familien“.

Obwohl die schwedischen Bürger die höchsten Steuern der Welt bezahlen, wurde gerade im Bereich der Polizei in den letzten Jahren massiv eingespart. Der Mangel an Polizeibeamten führt dazu, dass die Aufklärungsrate von Verbrechen sinkt. Selbst bei schweren Verbrechen wie Mord oder Vergewaltigung werden keine Täter mehr ermittelt. Augenzeugen schweigen mittlerweile aus Angst vor Vergeltung.

Schlechte Bezahlung und hohes Risiko machen den Beruf des Polizisten unattraktiv.

Die Polizei warnt, für ausländische Kriminelle ist Schweden äußerst attraktiv geworden. Diebstahl lohnt sich. Die Chance, dass der Täter gefasst wird, tendiert gen null. Wird ein Täter verurteilt, kommt er meist nach kurzer Zeit in einem komfortablen Gefängnis wieder frei.

Kriminelle Gangs sind inzwischen im Besitz von Schusswaffen und Handgranaten. Die Zahl der Handgranaten-Attacken hat das Niveau Mexikos erreicht, wo in einigen Teilen Drogenkartelle so um die Vorherrschaft kämpfen.

Für den Journalisten Ivar Arpi steht fest: Teile des Landes sind nicht länger unter staatlicher Kontrolle.

In vielen Bahnhöfen, Büchereien und Krankenhäusern sehen sich die Angestellten täglich Bedrohungen ausgesetzt. In besonders betroffenen Gebieten sind Geschäfte gezwungen zu schließen, sie können angesichts der steigenden Kriminalität ihre gleichermaßen steigenden Versicherungsraten nicht mehr bezahlen.

Noch ist die schwedische Wirtschaft stark, doch was passiert, wenn sich dieser Trend umdreht?

„Das Land ist eine tickende Zeitbombe“

Der schwedische PO Hellqvist, der mehr als 30 Jahre für die Sicherheitsbehörde tätig war, warnt angesichts der sich ausbreitenden Parallelgesellschaften, die nach ihren eigenen Regeln leben und handeln und dem Kontrollverlusts des Staates.

Diese Parallelgesellschaften seien schon in der Vergangenheit immer der Grund gewesen, auf dem sich der islamische Terror entwickelt. Er habe mehr Angst vor den radikalen Islamgläubigen im eigenen Land, als von den IS-Kämpfern, die zurückkommen würden. Die „hausgemachten“ gewaltbereiten Korangläubigen seinen inzwischen in der Mehrzahl.

Kjell-Olof Feldt, der in den 80er Jahren als Finanzminister tätig war hat Angst um die Zukunft seines Landes. Die Art und Weise der Politik mit den Problemen der Einwanderung umzugehen, schwäche das Vertrauen in die Regierenden. Für ihn ist das heutige Schweden „eine tickende Zeitbombe.“

Die schwedischen Verantwortlichen schließen angesichts der Zustände und der immer lauter werdenden Warnungen ihre Ohren und Augen noch fester. Sie wollen im kommenden Jahr weitere 100.000 Einwanderer aufnehmen.


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