Sicherheitsexperte: „Islamistischer Todeskult hat Deutschland auf der Agenda“

von ET

Deutschland muss künftig mit Terror-Angriffen auf weiche Ziele rechnen, sagt ein britischer Sicherheitsexperte. Um dies in Großbritannien zu verhindern, werde die Regierung unter anderem die Grenzen schließen.

Die Terror-Miliz Islamischer Staat habe Deutschland im Visier, meint Raffaello Pantucci, Direktor am britischen Royal United Services Institute. Die Bundesrepublik müsse künftig mit Terror-Angriffen auf weiche Ziele rechnen.

„Es ist ein Land, an dem Daesh oder IS sein Angriffs-Interesse zum Ausdruck gebracht hat. Sie sehen es als ein Land, das in der Allianz gegen sie kämpft. Es ist ein Land mit sehr viel Aufmerksamkeit bezüglich der Einwanderung und es ist eine europäische Macht. Wir haben eine Reihe von Angriffen und Schrecken in Deutschland gesehen. So macht es Sinn, dass Deutschland ein Zielland ist, doch im Moment kennen wir nicht die genauen Umstände. Wir wissen, dass Terrororganisationen auf weiche Ziele abzielen. Sie können sich auf Flughafen-Stil-Sicherheit konzentrieren, aber die Realität ist, dass sie dann etwas anderes abzielen werden. Wenn sich eine Gesellschaft alles kontrolliert, nur zum Beispiel die Theater nicht, dann werden sie die Theater angreifen,“

zitieren die „Deutschen Wirtschafts Nachrichten“ den Sicherheitsexperten. Der „islamistische Todeskult“ habe Deutschland auf „seiner Agenda“.

Polizisten in Spezialausrüstung stehen in München am Stachus und sichern das Gelände. Foto: Andreas Gebert/dpa
Polizisten in Spezialausrüstung stehen in München am Stachus und sichern das Gelände. Foto: Andreas Gebert/dpa

München-Attentat ohne terroristischen Hintergrund

Nach der Schießerei in München am Freitag konnte ein Terror-Attentat nicht ausgeschlossen werden. Nach intensiven Polizeiermittlungen steht nun fest, dass es sich beim dem 18-jährigen Täter um keinen Terroristen handelte. Es habe keine Verbindungen zum IS gegeben, so die Polizei. Es deute alles darauf hin, dass der Deutsch-Iraner ein typischer Amokläufer gewesen sei.

Kanzleramtsminister Peter Altmaier zeigte sich nach dem München-Attentat entschlossen,

„alles zu tun, damit Terror und menschenverachtende Gewalt keine Chance in Deutschland haben.“

Die Sicherheitsbehörden hätten in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von geplanten Anschlägen vor der Ausführung entdeckt und verhindert. Deswegen sei Deutschland bislang verschont geblieben, aber es gebe keine absolute Sicherheit, betonte Altmaier. (so)


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