Sie haben (k)eine Wahl

von NORBERT ZERR
(Hauptkommissar a. D.)

Sie können wählen, was Sie wollen: Es kommt wird Merkel dabei herauskommen. Die anderen Parteien dürften nur »Hilfskräfte» für »unsere Mutti» sein.

Der jämmerliche Zustand

Die Prognosen sind, wie sie sind und die Wahl vorhersehbar:

Die CDU mit ihrem »Zugpferd» Angela »Mutti» Merkel wird stärkste Partei.

Da fällt es nicht einmal mehr auf, dass sie selbst ihre Standpunkte jeder La-Ola-Welle anpasst, ihre Reden sich anhören als wolle sie ein Kleinkind in den Schlaf singen und die Ausstrahlung deckungsgleich mit der ihres Herausforderers ist.

Sicher ist: Der SPD-Mann Martin Schulz mit dem matten Heiligenschein dürfte keine Chance haben. Er hat es selbst vergeigt. Denn einer der sich für den »kleinen Mann» einsetzen will und ihm EU-Parlament feudal mit Steuergeldern um sich geschmissen hat, dem glaubt man nicht. Nicht einmal mehr das medial verdoofte Wählervolk.

Dann haben wir noch die Grünen Moralaposteltruppe, unsere Linken mit Sarah Wagenknecht, die das hat, was den beiden Erstgenannten fehlt. Aber ansonsten kann man den Kippings, Göring-Eckardts, den Özdemirs & Co. nicht lange zuhören, ohne dabei entweder ein schlechtes Gewissen zu bekommen oder auf eine der nicht weniger nervenden Kochshows zu zappen.

Aber da ist ja auch noch die One-Man-Yuppie-Show des Christian Lindner von der FDP.

Der Spitzenkandidat und der unbekannte Rest in Person, könnte ruhig das öffentliche Auftreten von Sarah Wagenknecht abschauen. Denn das muss man den Linken lassen, ob Gregor Gysi, Oskar Lafontaine oder jetzt Sarah Wagenknecht: Sie sprechen vielen Wählern aus dem Herzen. Besser gesagt, sie verstehen es den Nerv des Volkes zu treffen, auch wenn vieles Unsinn ist.

Das AfD-Schreckgespenst

Aber halt! Fast hätte ich sie vergessen, die so geschmähten »Rechtspopulisten» AfD.

Wenn andere Parteien ihre »rechten» Positionen vertreten oder unbemerkt einschieben,

merkt es das Volk schon gar nicht mehr. Die AfD als eine Ersatz-CSU, die wenigstens auf Bundesebene gewählt werden kann?

Jetzt sind Medien und Establishment noch stark damit beschäftigt, dem Wähler klar zu machen, das Gauland und  die junge, promovierte Spitzenkandidatin Alice Weidel eine große rechte Gefahr für unser Land und unsere Zukunft sind. Dabei nehmen sich die aufrichtigen Parteien natürlich aus. Das heißt übersetzt: Der Wähler kann alle Anderen bedenkenlos wählen, nur nicht die AfD.

Deutschland als Einheitsbrei

Das ist Deutschland: ein buntes Parlament, wo es keine Standpunkte und Prinzipien mehr gibt.

Nur noch eine, wie man sagen darf, Quasi-Einheitspartei, mit einer ewigen Spitzenkandidatin.

Oder meinen Sie, sie läuft sich schon dabei für die übernächste Bundestagswahl warm?

Eine Wahl, die gar keine ist

Die Kanzlerin steht schon fest. Das Duell, besser gesagt Duett, hat ja ihre vorgezogenen Koalitionsverhandlungen schon hinter sich.

Da gäbe es noch Schwarz-Gelb, die traditionelle Koalitionsehe, wo man sicher

schnell einer Meinung ist. Es ist ja auch einfach, nur mit einer Person zu verhandeln.

Die leichte Spannung liegt darin, reicht es oder reicht es nicht ganz.

Das, was Merkel und Schulz schon hinter sich haben, haben kürzlich die beiden Baden-Württemberger bei Anne Will vollzogen.

Wolfgang Schäuble (CDU), der absolute Praktiker und Fachmann für Parteispenden, hat es ja dem schwäbischen Erdogan-Gegner mit türkischen Wurzeln in etwa so gesagt:

»Mann Özdemir, ihr hättet das letzte Mal schon die Chance gehabt, mit uns ins gemachte Nest zu steigen. Ihr habt es nur nicht kapiert. Der Kanzlerin wäre es egal gewesen.»

Sofern  die Grünen überhaupt noch etwas kapieren außer ihre ideologischen Gutmenschenspinnereien.

Doch: Wenn es für die Bürgerlichen nicht ganz reicht, dann steht das Angebot für die grüne Ausgleichsmasse. Sollten sie es wieder nicht kapieren, dann wird wohl nochmals die Reset-Taste gedrückt und die GRoKo neu downgeloadet.

Damit wäre alles gesagt und die nächsten vier Jahre wären klar.

Das »Wahlvolk»

Nicht zu vergessen das Wahlvolk, das ständig an die staatsbürgerliche Pflicht erinnert wird, wählen zu gehen.

Aber versuchen Sie einmal, WIRKLICH mitzubestimmen. Was machen Sie, wenn Sie dieser Kanzlerin überdrüssig sind? Sagen Sie das Ihrem Wahlkreisabgeordneten, also dem Vertreter Ihres Willens. Wird er zustimmen?

Das Fatale dabei ist, dass die Meinung an der Basis des Wählervolks ganz anders klingt, als das, was letztendlich als Wille des Volkes von den unterwürfigen Gesandten umgesetzt wird.

Die Wahlbotschaften

Nicht zu vergessen die Wahlbotschaften. Dabei erkenne ich auf den Wahlplakaten keine Unterschiede. Die meisten der heuchlerischen Phrasen könnten sie uns wenigstens ersparen, wo doch klar ist, wie die politische Zukunft aussieht.

Kurzfristig fällt den Wahlbotschaftern auf, dass man hier gerne lebt, dass die innere Sicherheit gestärkt werden muss und ähnlicher Kram und natürlich: weiter so.

Anders sieht aus, wenn plötzlich der Wähler, natürlich unerkannt, seine Botschaft zum Ausdruck bringt. Bezeichnend dafür ist ein umgedeutetes Merkel-Plakat (siehe Foto des Beitrags): Wird die Kanzlerin dabei als Imam gesehen?

Ich persönlich kenne viele erzkonservative CDUler, die inzwischen denken sie wären automatisch in die SPD überführt worden. Doch sie bringen nicht den Mut auf sich, einmal demokratisch dagegen zu wehren.

Doch mit den »Neubürgern», die konservativen Gepflogenheiten nicht kennen, gibt es plötzlich Probleme.

Das schon länger hier lebende Wahlvolk kapiert offensichtlich nicht, dass Neubürger nicht dadurch integriert werden, indem diese vor Discountern herumhängen und dabei nicht wissen, wozu die Mülleimer aufgestellt sind.

Ich will es dabei belassen …

… freuen wir uns einfach auf den »neuen» Schwung mit der alten und neuen Kanzlerin!


Quellen:

https://bundestagswahl-2017.com/prognose/#cdu

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/umfrage-jeder-zweite-haelt-wahlen-fuer-sinnlos-a-64234.html

Anne Will (ARD), Ausstrahlung am 10. September 2017


Quelle und Kommentare hier:
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