SIEG DER GUTEN NUTTE

Von Akif Pirinçci

Also, wat is ne Nutte? Da stelle mehr uns janz dumm. Und da sage mer so: Eine Nutte ist eine Frau, die gegen ein Honorar sexuelle Handlungen an sich vornehmen läßt, ohne daß ihr in Wahrheit danach ist. Ich als der oberste Nutten-Beauftragte der Regierung unterscheide zwischen guten und schlechten Nutten.

Die schlechte Nutte zeichnet sich dadurch aus, daß sie dem Freier während des Akts die Illusion des lustvollen und gewollten Sexes verweigert, ja, ihn spüren läßt, daß die Sache ihr eigentlich zuwider ist. Sie sagt ihm dabei solche Dinge wie „Mach schnell, ich habe nicht ewig Zeit“, gibt Laute des Unbehagens von sich und verzieht ihr Gesicht zu einer Grimasse des Widerwillens. Im positiven Sinne ist sie ehrlich. Allein die brennende Gier der Kundschaft bewahrt sie vor dem Sturz in die Arbeitslosigkeit.

Die gute Nutte dagegen beherrscht alle Kniffe und Tricks, die den Freier das Ganze als grandiosen Genuß erleben lassen. Sie flüstert ihm beim Akt solche Dinge ins Ohr wie „O mein Gott, ist er groß!“, stöhnt ekstatisch, entgegnet seine Stöße ihrerseits mit anfeuernder Beckenrhythmik und krallt ihre Fingernägel in seinen Rücken ein, als bekäme sie dabei tatsächlich einen Orgasmus. Sowohl bei der schlechten als auch der guten Nutte dient der Sex nur als Mittel zum Zwecke des Geldverdienens. Der Unterschied liegt bloß in Authentizität und Verstellung.

Wenn man so will, könnte man die deutsche Presselandschaft noch vor etwa zehn Jahren als eine schlechte Nutte bezeichnen. Die Parallele liegt auf der Hand. In allen Blättern von Rang waren zu jener Zeit zum Beispiel massenhaft Artikel über die Schädlichkeit des Autoverkehrs für Mensch und Umwelt zu finden – doch gleichzeitig und nur eine Seite weiter die fetteste Werbung für den neuen BMW. Man attackierte darin das Modell der traditionellen Familie, weil es angeblich überholt und antiemanzipatorisch sei, wobei jedoch aus dem Werbefeld rechts eine Bilderbuch-Spießerfamilie vor ihrer Doppelhaushälfte den Leser grinsend zum Bausparen aufforderte. Und wurde der Mann in einem langen Essay als Macho gescholten, der in der Frau stets ein Sexobjekt sieht, so bekam man zwischen den Spalten jede Menge geile Facefuck-Chicks in aufreißender Unterwäsche aufs Auge gedrückt, die für Lippenstifte warben. Es war schizophren.

Die Werbewirtschaft bzw. die Industrie befand sich in der Rolle des notgeilen Freiers, der aufgrund der hohen Auflage dieser Publikationen wohl oder übel mit der schlechten Nutte ins Bett gehen und, obgleich sie gleichzeitig von dieser übelst angegriffen und beschimpft wurde, ebendort inserieren mußte. Umgekehrt war es für die schlechte Nutte auch kein Zuckerschlecken. Was nämlich viele nicht wissen, ist die Tatsache, daß Presseprodukte ohne die Einnahmen aus den Werbeanzeigen nicht existieren können. Das hierfür schier karikaturhafte Beispiel ist die VOGUE, die fast zu 80 Prozent aus Werbung besteht. Der Direkt-Verkauf und das Abo eines jeden Blattes bestimmter Größe machen nur einen geringen Teil der Einnahmen aus. Obwohl man also in den Redaktionsstuben schon damals linksdrehend agierte und den „Kapitalismus“ mit all seinen vermeintlichen Verheerungen zum Teufel wünschte, mußte man sich am Endes Tages doch von ihm ficken lassen.

Heute sieht das publizistische Feld radikal anders aus. Nicht fast alle, sondern alle Zeitungen, Zeitschriften, Magazine usw. haben in Sachen Auflagenhöhe im katastrophalen Ausmaß Federn lassen müssen. Das liegt einerseits daran, daß die Mehrheit der Leserschaft ins Internet mit seiner Gratis-Anspruchshaltung abgewandert ist, teils aber auch daran, daß die etablierten Medien sich untereinander gar nicht mehr unterscheiden bzw. sich politisch samt und sonders der links-grünen Regierungslinie verschrieben haben. Die Wahrheit darüber, was in diesem Land gegenwärtig an Unglaublichem vonstatten geht, ist am wenigsten aus einer deutschen Traditionszeitung zu erfahren.

Und mit dem Leser wandern auch die fetten Werbebudgets ins Netz. Jüngstes Beispiel ist der Handelsriese Aldi, der nun seine Werbespendings zu Lasten von Regionalzeitungen weiter umschichten will. Das Unternehmen plant, neben Fernsehen künftig stärker in digitalen Kanälen und bei Live-Kommunikation Flagge zu zeigen. Sogenannte Schweinebauch-Anzeigen von Lebensmittel-Discountern sind für Regionalzeitungen eine der wichtigsten Einnahmequellen. Die Ankündigung sorgt bei den Verlagen von Regionaltiteln für Alarmstimmung. Andere Discounter werden diesem Trend folgen und damit vielen Zeitungen den Todesstoß versetzen.

Anderseits schaffen es die Medienhäuser kaum, ein schlüssiges Bezahlmodell für ihre Internetpräsenz zu entwickeln. Das Publikum zieht aus den oben erwähnten Gründen mehrheitlich nicht mit und läßt sein Portemonnaie verschlossen. Man könnte also glauben, daß das Phänomen der schlechten Nutte sowohl für die Print-Welt als auch für die Werbewirtschaft uninteressant und obsolet geworden sei. Die Nutte will nicht nach der Pfeife des Freiers tanzen, aber der hat sowieso keine Lust auf eine Nummer.

Und doch tun sich plötzlich ganz neue Wege auf. Jetzt kommt nämlich die gute Nutte ins Spiel …

Das Hamburger Magazin DER SPIEGEL hat seit Jahren mit stetig und dramatisch sinkenden Umsätzen zu kämpfen. Das Blatt verlor zwischen 2008 und 2012 deutlich an Auflage. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 27 Prozent gesunken. Und der Abwärtstrend beschleunigt sich. Bereits vor einigen Monaten war bekannt geworden, daß dem „Spiegel“ immer mehr Leser davon laufen: Im ersten Quartal des Jahres war die verkaufte Auflage des Magazins im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10,2 Prozent auf 793.087 Exemplare eingebrochen. Dabei verzeichnete der für das aktuelle Interesse besonders aussagekräftige Einzelverkauf einen Rückgang um 18,4 Prozent.

Das hat natürlich starke Auswirkungen auf den Werbeerlös. 2,24 Mio. Euro bzw. 14,0% weniger als im Vorjahr setzte das Magazin im Januar und Februar 2017 mit Werbung um. Ohne Heft 1/2017 zum Spiegel-Geburtstag, das mehr als doppelt so viel Umsatz machte als Nummer 1/2016, sähe es sogar noch schlechter aus. Die Ausgaben 3 bis 8 lagen allesamt zwischen 19,5% und 43,6% unter dem entsprechenden Heft aus 2016.

Aber jetzt kommt´s: Wie durch ein Wunder sind die Spiegel-Einnahmen inzwischen wieder gesundet! Der Nachsteuergewinn kletterte 2016 auf 26,4 Millionen Euro. Das Blatt meldet wieder ordentliche Gewinne und setzt auf Wachstum. Wie geht das: Obwohl Auflage und Klickzahlen konstant schrumpfen, steigt der Gewinn? Klar ist da reichlich von Stellenstreichungen und Restrukturierungsmaßnahmen die Rede. Doch die gab es auch in den letzten Jahren in einem grausamen Ausmaß, ohne daß sich an dem Abwärtstrend etwas geändert hätte.

Des Rätsels Lösung kommt man näher, wenn man die wie nebenbei getätigten Äußerungen des Firmen-Chefs Thomas Hass über das Osterwunder unter die Lupe nimmt. Vor allem für die Vermarktung sendet er positive Signale. So seien die Werbestrategen an vertrauenswürdigen Werbeumfeldern interessiert:

„Das nützt der gesamten Gattung der Qualitätspresse, und der Spiegel hat da eine herausragende Position“.

Echt jetzt, die Werbestrategen sind mit einem Mal an vertrauenswürdigen Werbeumfeldern interessiert? Wo haben sie denn vorher ihre Werbung untergebracht? Bei Youporn? Oder bei der „Nordischen Zeitung“? Und ist den tollen Werbestrategen dieses Vertrauenswürdigkeits-Ding so wichtig, daß sie lieber auf große Reichweite verzichten und bereit sind, weniger Produkte zu verkaufen? Weshalb kündigt dann Aldi den Regionalzeitungen und wandert ins Internet, um bei Facebook & Co für ihren Plunder zu werben?

Nein, es gibt nur einen einzigen Grund, weshalb die Werbeerlöse beim „Spiegel“ wieder kräftig steigen. Und dieser Grund nennt sich „der Staat“. Dessen Goodwill-Anzeigen ist es zu verdanken, daß im „Spiegel“ wieder vermehrt Werbung geschaltet wird. Anzeigen für irgendwelche Flüchtlingsinitiativen, für mehr Europa, für Gegen-Rechts-Organisationen, für mehr Gender-Scheiße, überhaupt für mehr Linientreue, die der Bürger gefälligst zu fressen hat.

Die Bestechung der Presse durch Staatswerbung entwickelt sich allmählich zu einer zweiten GEZ für finanziell angeschlagene Mainstreamerzeugnisse. Die politisch Mächtigen lassen sich ihre Lautsprecher nicht wegnehmen, koste es dem Steuerknecht, was es wolle. Das System wird immer mehr zur Farce. Denn im Gegensatz zu der Industrie hat der Staat echt Geld zu verschenken, selbstredend das Geld anderer, und achtet nicht so drauf, ob die Botschaft auch wirklich auf Resonanz trifft.

Im Gegenzug spielt „Der Spiegel“ die gute Nutte und findet in seiner redaktionellen Marschrichtung alles total geil, was der grün-links versiffte Freier für politisch sich geziemt erachtet. Doch nicht allein dieses Detail wirft ein Licht auf die antideutsche, vor allem aber irre Indoktrinationsoffensive, durch die der Staat gegenwärtig dieses Land in einen orientalisch-afrikanischen Basar umwandelt. Geld ist ja genug da, seitdem durch die Hokus-pokus-fidibus-Geldpolitik von Dragi keine Zinsen mehr für Staatsschulden gezahlt werden müssen, nämlich 250 Milliarden Euro jährlich.

Übrigens exakt dieselbe Summe, die dem deutschen Sparer deshalb durch die Lappen gehen und ihn zum Opfer der Inflation machen. Nein, auch solche Mega-Medienhäuser wie Bertelsmann, die längst nicht mehr vom Buchverkauf oder TV leben, sondern vom Andienen an „die da oben“ mittels irgendwelcher Statistikverfälschungsinstitute und Beratungsfirmen zum Zwecke der Ausländerglorifizierung, und andere stramm merkeltreue Geschwätzbuden werden staatlicherseits „ein Stück weit mitgenommen“.

Zudem „kauft“ der Staat die Werbeagenturen jetzt direkt. So wurde die Agentur „Scholz & Friends“ mit Steuergeldmillionen zugeschissen, um das bundesweite Regierungsprogramm „Demokratie leben“ zum Engagement gegen „Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ anzuleiern, also das, was zur Zeit landesweit an Morden, Vergewaltigungen, sexuellen Attacken, bestialischen Gewalttaten durch Ausländer an Einheimischen stattfindet, in sein Gegenteil umzulügen. Und seitdem Netzwerke wie Facebook und Twitter per Gesetz keine Kritik mehr am Multikulti-Dreck und an der Islamisierungsscheiße durch ihre Filter flutschen lassen dürfen, beherrscht der grün-links versiffte Amok-Staat mittlerweile fast vollständig die öffentliche Meinung.

Nachdem der komplett vom Staat subventionierte Kulturbetrieb in seiner Abhängigkeit für dieses Ungeheuer bereits nix anderes mehr erschafft als unkonsumierbare Kitsch-Machwerke über den sakralen Flüchtling oder lachhafte Fatamorganas über den hinter jedem Gebüsch lauernden Nazi, wird nun mehr über das Lockmittel der Werbekohle die Überreste der verbliebenen freien Presse auf Linie gebracht. Oh Pardon, eigentlich war die ja schon immer eine schlechte Nutte gewesen, die den Freier namens Wirtschaft nie mochte. Wie wunderbar, daß sie sich nun in eine gute Nutte verwandelt hat und der Freier in einen Impotenten mit unermeßlich viel Kohle. So können beide auf ihren Kosten kommen, ohne Sex miteinander zu haben. Dafür hält ja künftig der deutsche Steuerzahler den Arsch hin.


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