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Siegfried Prokop: Die DDR-Gründung – größte Errungenschaft oder Notlösung?

Die Konsequenz der BRD-Spaltungspolitik

Siegfried Prokop im Gespräch mit Michael Friedrich Vogt. Ein Vierteljahrhundert nach dem Ende der DDR zeichnet sich deutlicher als früher ab, daß die Gründung der DDR im Oktober 1949 eine unabdingbare Antwort auf die separate Staatsgründung der Bundesrepublik im Mai dieses Jahres war.

Die Gründer der DDR vermieden den Fehler der Palästinenser, die 1948 nach Gründung des Staates Israel die Gründung ihres Staates versäumten und die bis heute noch auf eine erneute Chance für die Konstituierung ihres Staates hoffen. Das Konzept der „brutalen“ Teilung Deutschlands hatte der in der Schweiz lebende Wirtschaftswissenschaftler Wilhelm Röpke (1899-1966) in seinem Buch „Die deutsche Frage“ entwickelt, welches unmittelbar nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs erschien.

Die Spaltung Deutschlands und Europas hielt Röpke bis zu dem Zeitpunkt des von ihm früher oder später erwarteten Endes der Sowjetunion für erforderlich. Dieses Konzept legten die Westmächte ihrer Ostpolitik zugrunde. Konrad Adenauer (1876-1967) entwickelte dafür die griffige Formel

„Lieber das halbe Deutschland ganz, als das ganze Deutschland halb.“

Daß er Recht behalten sollte, hat Röpke nicht mehr erlebt. Für uns ist dieses Endresultat aber Veranlassung, auf einige der tatsächlichen Probleme einzugehen, die mit der DDR-Gründung verbunden waren.

So beleuchtet Prof. Dr. sc. phil. Siegfried Prokop im Gespräch mit Michael Friedrich Vogt die folgenden Punkte:

Die separate Gründung der BRD erfolgte im Mai 1949 unter extremer Abhängigkeit von den USA. In einem Geheimen Staatsvertrag vom 21.Mai 1949 waren die Vorbehalte der Westmächte für die Souveränität der Bundesrepublik bis zum Jahr 2099 festgelegt worden.

Nolens volens entstand die DDR im Oktober 1949 als „Stalins ungewolltes und ungeliebtes Kind“ (Winfried Loth).

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