So werden Bürgermeister von Landesregierungen für „dumm verkauft“

von Zirze

Am vergangenen Wochenende kamen rund 350 Flüchtlinge mit einem Sonderzug am Freiberger Hauptbahnhof an. Wie so oft, werden die Verantwortlichen natürlich erst kurz vor einer solchen Aktion informiert, so auch Oberbürgermeister Sven Krüger (SPD), der erst wenige Stunden, bevor der Zug Freiberg hielt, von der Ankunft der Flüchtlinge informiert wurde.

 Sven Krüger, Oberbürgermeister von Freiberg von Landesregierung für „dumm verkauft“
Sven Krüger, Oberbürgermeister von Freiberg von Landesregierung für „dumm verkauft“

Um ihn milde zu stimmen, versicherte man ihm, dass die Flüchtlinge nicht in Freiberg untergebracht werden. Man organisierte also mehrere Busse, um die Neubürger™ zu den verschiedenen Erstaufnahmeeinrichtungen in Niederau, Chemnitz und Dresden chauffieren sollten.

Nun meldet die Freie Presse, dass weitere Sonderzüge mit Flüchtlingen erwartet werden. Zwei Sonderzüge mit jeweils 750 Illegalen sollen am Wochenende in Freiberg ankommen und einge von ihnen sollen wohl in Freiberg  in der „Glück-Auf-Sporthalle“ untergebracht werden? Oberbürgermeister Sven Krüger erfuhr dies nur „zufällig“ und ist sichtlich schockiert!

Auf seiner Facebook-Seite schreibt er:

Wenn es mir heute nicht selbst passiert wäre, ich würde nie glauben, wie die Landesregierung mit einem Freiberger Oberbürgermeister umgeht. Ich bin immer noch sprach- und fassungslos, mit welcher Respektlosigkeit man behandelt und auch noch für dumm verkauft wird.

Aber zu den Fakten:
Heute Vormittag, am 14.Oktober 2015, erhielt ich die Information von einem Redakteur der Freien Presse, dass Baumaßnahmen an der Glück-Auf-Sporthalle, welche derzeit als Erstaufnahmeeinrichtung dient, in Gange sind. Ein von mir entsandter Mitarbeiter bestätigte die Schaffung eines ebenen Platzes für Zelte.

Mein sofortiger Anruf im Innenministerium bei der Stabsstelle Asyl wurde wie folgt beantwortet:
„Für Freiberg ist nichts geplant“. Meine Nachfrage, ob ich gerade angeschwindelt worden bin, wurde empört zurückgewiesen.

Also bin ich selbst zur Sporthalle gefahren und musste feststellen:
1. Die Notunterkunft wird um Zelte und damit um ca. 165 Personen (3 Zelte a 55 Personen) erweitert.
2. Der Platz war bereits fertiggestellt einschließlich Umzäunung und die Zeltböden lagen auch schon bereit.
3. Ausgelöst war der Auftrag vom Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement, der dem Finanzministerium untersteht.

Als ich dann Bilder vom Bau dem Innenministerium übersandte, räumte man kleinlaut eine Kommunikationspanne ein und bat um Verständnis, dass man mich bzw. die Stadt Freiberg „vergessen“ hat, rechtzeitig zu informieren.

Wie soll ein Oberbürgermeister seine Verantwortung wahrnehmen, wenn man ständig ohne Informationen vor vollendete Tatsachen gestellt wird?
Ich habe mich zwar heute Nachmittag direkt bei stv. Ministerpräsidenten Martin Dulig beschwert, aber ob sich daraus zukünftig etwas ändert? Denn es war nicht das erste Mal und auch unser Landrat Herr Damm, wurde erst durch mich informiert.

Ich kann leider nur feststellen: So geht man nicht miteinander um!

Freiberg ist bei der Unterbringung bereits mehr als deutlich überdurchschnittlich in Anspruch genommen und hat viel für die Integration getan. Doch die Belastungsgrenze für unsere Stadt ist überschritten!

Tja, Herr Krüger, jetzt wissen Sie vielleicht mal, wie es den Bürgern in diesem Land ergeht?! Seit Monaten werden wir angelogen und vor vollendete Tatsachen gestellt und wenn sich dann die Leute wehren und auf die Straße gehen, werden sie noch als Pack bezeichnet!

Die Solidarität mit den Flüchtlingen, die Geduld und vor allem die Belastungsgrenze ist schon lange erreicht und das betrifft nicht nur Freiberg, sondern ganz Deutschland!

Ich hoffe für Sie, dass Sie sich mit diesen Aussagen keine Eigentor geschossen haben? Sie wissen ja wahrscheinlich, wie mit Menschen umgegangen wird, die die ungeschönte Wahrheit aussprechen?

Ich würde mir wünschen, dass noch mehr Bürgermeister diesen Mumm in den Knochen hätten!

Eines ist jedenfalls sicher, egal was passiert, wenn Sie jetzt standhaft bleiben und nicht einknicken, haben Sie die Freiberger Bürger auf Ihrer Seite und das allein sollte Sie dazu bewegen, jetzt nicht aufzugeben!

Ich wünsche Ihnen viel Glück!

PS: Interessantes Video vom vergangenen Wochenende in Freiberg.


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