Spaniens politisch korrekte Gutmenschen und Flüchtlinge – ein Einblick

von Peter Helmes

Vor wenigen Tagen erhielt ich den Brief eines Freundes, eines Deutschen, der seit mehr als vierzig Jahren in Spanien lebt und dort Manager eines großen Unternehmens war. Normalerweise behandele ich seine Briefe privat und vertraulich. Der mir jetzt Zugegangene bietet aber einen Einblick in die politisch korrekte Szene des Landes, der lesenswert ist und verbreitet werden sollte.

Er schreibt u. a.:

Die Feinde der angestammten Bevölkerung

Leider hat auch mein Gastland immer mehr unter o.g. Spezies zu leiden. Sie erhalten anbei eine Übersetzung der markantesten Teile einer Glosse zum Thema der Einwanderung von muslimischen Neubürgern in Spanien. Die “Reconquista” liegt nun schon über 500 Jahre zurück und sollte vielleicht bald, und dann möglichst für das gesamte Europa, wiederholt werden.

Der Beitrag stammt von Arturo Pérez-Reverte, der wöchentlich seit 1991 seine mit spitzer Feder geschriebenen Kommentare zum Zeitgeschehen/-geist in der auflagenstärksten Beilage verschiedener spanischer Tageszeitungen, “EL SEMANAL”, veröffentlicht.

APR wurde 1951 in Neu-Karthago (heute: Cartagena) geboren. Er ist einer der maßgeblichen und meistübersetzten spanischen Schriftsteller unserer Zeit und war davor lange Jahre in Europa (Balkan) und Afrika als Korrespondent bzw. Kriegsberichterstatter (à la Hemingway) führender Zeitungen und des spanischen Fernsehens tätig. Seit 2003 sitzt Pérez-Reverte in der RAE (= Real Academia Española), die sich, ähnlich wie die Académie Française, der Pflege der spanischen Literatur und Sprache widmet.

Die folgende Glosse “Die Kamele Arabiens beleidigen niemanden” ist zwar auf Spanien gemünzt, mittlerweile aber leider in jedem europäischen Land durchaus vorstellbar.

Vielleicht ist sie nützlich für Sie, und Sie können sie evtl. für einen künftigen Kommentar verwenden …

Ansonsten verbringe ich mit meiner Frau hier einen schönen Sommer, wir sehen uns morgens im Fernsehen die Stierläufe der “Fiesta de San Fermín” in Pamplona an, an denen wir in jüngeren Jahren einige Male teilgenommen haben, Gijón ist mit meist spanischen Touristen voller denn je, was Rückschlüsse auf die doch wieder bessere Wirtschaftslage bzw. Kaufkraft/-lust zuläßt. Hoffentlich hält das noch lange an …

Regenbogen-Schwulenfahne – „dekadenter Schwachsinn“

Vom Balkon der Rathäuser in Gijón und Oviedo wehte vor einigen Tagen die regenbogenfarbige Schwulenfahne, um den “Día del Orgullo Gay”, den “Tag des Schwulenstolzes” (auf was eigentlich?) gebührend zu feiern. Die Politiker machen diesen dekadenten Schwachsinn mit, um als tolerant zu gelten und wiedergewählt zu werden, und sie schrecken auch nicht davor zurück, Schwule wie Elton John und Schwarze wie Lenny Kravitz für viel Geld nach Asturien zu holen, um dem Pöbel das zu ihm passende “pan et circenses” (Brot und Spiele) zu bieten.

Nun, mich kann inzwischen auch hier nichts mehr wundern, und es paßt nur ins Bild, daß vor einigen Tagen in Belgien ein/e Transsexuelle/r zur Wahl der Miss Belgien angetreten ist. Ich habe nicht erfahren, ob er/sie gewonnen hat, aber es ist mir auch ziemlich egal …

Viel Vergnügen bei der Lektüre des folgenden APR-Artikels!

Ihr W. St.

DIE KAMELE ARABIENS BELEIDIGEN NIEMANDEN

(ÜBERSETZUNG EINER GLOSSE VON ARTURO PÉREZ-REVERTE IN “EL SEMANAL” vom 24-05-15)

“Vor einigen Tagen gab es eine Nachricht, welche die spanische Presse leider fast unbemerkt passierte: Eine Werbetafel mit einem leichtbekleideten “Model”, die von der muselmanischen Gemeinde von Brick Lane/London angezeigt worden war, darf an ihrem Platz bleiben, nachdem die britische Behörde für das Werbewesen diesen Protest eines Teils der Anwohner, welcher sich auf seinem Weg zu den verschiedenen (!) Moscheen dieser Gegend, in der eine große Gemeinde islamischen Glaubens lebt, durch besagte Werbung beleidigt fühlte, zurückgewiesen hat.

Die Entscheidung der Behörde gibt zwar zu, daß die Abbildung des “Models” sinnlich und sexuell anregend ist, anderseits aber auch nicht darüber hinausgeht und auch niemanden beleidigen muß, da sie “die klassische Schönheit und Weiblichkeit verkörpert, die seit Jahrhunderten von der bildenden Kunst der westlichen Welt so dargestellt wird”. Das heißt: Wer nicht will, soll nicht hinschauen. Und damit Punkt.

Opportunisten, Dummbeutel und FemiNazis

Ich frage mich mit einem schiefen Veteranen-Lächeln (als Folge meiner langen Zeit beim Militär), was in einem ähnlichen Fall in SPANIEN passiert wäre. Ich frage mich das, und ich beantworte es mir natürlich auch, insbesondere in einem Land, in dem es Opportunisten und Dummbeutel gibt – ohne daß das eine das andere ausschließt – die imstande sind, sehr ernst zu erörtern, mit Debatten usw. und Protesten bestimmter muslimischer Gemeinschaften, warum die Karfreitagsprozessionen, um ein einfaches Beispiel zu wählen, durch die Straßen Spaniens ziehen und damit die religiöse Empfindlichkeit der Moslems verletzen usw.

Zweifeln Sie nicht daran, daß sich bei uns immer eine Behörde für die Reglementierung des Werbewesens finden läßt, ein Fernsehsender, eine Vereinigung für Rechte und Pflichten oder ein für die Feinheit muslimischer Gefühle empfänglicher Richter, der – im Falle eines Falles – tatsächlich entscheiden wird, daß die Freiheit in dem, was wir Europa nennen – obwohl einige von uns das Lachen ankommt, es noch so zu nennen – dort endet, wo die Rechte, der Fanatismus oder die Stupidität von einigen armen Teufeln anfängt, die wir durch unsere eigene Feigheit und Blödheit im Quadrat multiplizieren, bis wir alle zur Hölle fahren.

Bleibt natürlich zu fragen, wo bei diesen Debatten die radikalen FemiNazis bleiben, die sonst so laut piepsen, wenn es um Genderwahnsinn und sonstigen Schwachsinn geht: Die Vereinigungen von Müttern und Vätern von Schülern und Schülerinnen zum Beispiel. Was halten sie von Ausschnitten (oder auch nicht) in der Werbung, und bis zu welchem Punkt stimmen sie mit der islamischen Zensur überein oder nicht? Z.B. über das Tragen von Hiyabs, Niquabs, Gesichtsschleiern oder sonstiger Fetzen?

Es ist schon spaßig zu sehen, daß eine Werbetafel beleidigt, weil die Titten oder Hinterbacken einer Frau zu sehen sind, nicht aber, daß andere Frauen sich in Spanien in einen Autobus setzen, ein Polizeikommissariat oder ein Krankenhaus aufsuchen können, und zwar von Kopf bis Fuß verhüllt wie ein Ninja-Krieger, während ihr Mann neben ihr in Bermudas, Flip-flops und Basecap daherkommt.

Mittelalterliche Lebensanschauungen

In Europa vergessen wir leicht, daß es wichtiger ist, als absurde oder infame Traditionen zu respektieren, diejenigen zu verteidigen, die zu uns geflüchtet sind, und zwar genau wegen der miserable Zustände und dem Horror, den diese Traditionen ihnen in ihren Herkunftsländern auferlegen.

Wer die Absicht hat, mittelalterliche Lebensanschauungen einzuführen, während er von einem rechtsstaatlichen und freiheitlichen System profitiert, das andere Jahrhunderte voller Kämpfe gekostet hat, um es zu erreichen, hat nicht das Recht, seine Stimme zu erheben und Respekt zu fordern.

Verblüffend einfache Lösung

Die Lösung ist daher sehr einfach, Yussuf, Mohammed, Özgür, Üksül oder wie Du sonst heißen magst:

Wenn Du nicht bereit bist, unsere Regeln zu akzeptieren, lieber Knabe, wenn Dich das beleidigt, dann steigst Du einfach in ein Flugzeug und fliegst in die Wüste von Arabien oder in die Sahara, wo die Titten der Kamele bestimmt niemanden beleidigen. Und dort kannst Du dich dann mit Datteln vollstopfen.“

Soweit die Glosse von Arturo Pérez-Reverte in “EL SEMANAL”. Mein Freund fügt noch eine persönliche Bemerkung hinzu, bei deren Lektüre ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen konnte:

„Europäische Reconquista“

„…Die Spanier wußten schon immer, wie sie unliebsame “Einwanderer” wieder loswerden, angefangen mit der 1492 beendeten “Reconquista” zur Vertreibung von Mauren und Hebräern aus ihrem Land zum Schutz des spanischen Blutes.

Inzwischen gibt es auch heute in den besseren Wohngebieten Privatpolizisten, die Tag und Nacht auf Streife gehen, um verdächtige Elemente einer Überprüfung zu unterziehen. Ganz bald stellt sich dabei heraus, woher der jeweilige “Asylant” kommt, und er wird schnell davon überzeugt, daß er doch viel besser in seinem Heimatland aufgehoben wäre, dessen Sprache er doch viel besser spricht und deren religiöse Bräuche und Gewohnheiten er ganz gewiß kennt.

Natürlich wird ihm die Rückkehr erleichtert: Man fährt mit ihm einige Meilen aufs offene Meer hinaus und läßt ihn dann nach Hause schwimmen. Fälle von erneuter Einwanderung sind bisher nicht bekanntgeworden. Dies erklärt vielleicht, warum Spanien unter der Asylantenflut weitaus weniger zu leiden hat als z.B. Italien und das arme Griechenland.

Vielleicht sollten sich die übrigen Europäer einmal ein Beispiel an Spanien nehmen und endlich einmal eine europäische RECONQUISTA einleiten?“


Quelle und Kommentare hier:
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