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Stimmung zu Russland und Syrien ändert sich

von einparteibuch

Vor knapp einer Woche hat Russland eine militärische Operation zur Beeinflussung der westlichen Stimmung in Bezug auf Syrien begonnen. Inzwischen ist es unverkennbar, dass es Russland damit gelungen ist, im Kampf gegen die zionistisch-wahhabitische Terrorachse Wirkungstreffer zu erzielen.

Bevor auf Details der russischen Operation in Syrien näher eingegangen wird, ist zunächst einmal festzustellen, dass das offizielle russische Militärkontingent in Syrien ausgesprochen klein ist.

So wie es aussieht, befinden sich gerade einmal 2000 bis 3000 russische Soldaten in Syrien, etwa 1000 russische Piloten und Techniker, die einige Dutzend russische Flugzeuge, Hubschrauber und Luftabwehrwaffen bedienen und pflegen, und nochmal etwa 1000 bis 1500 Mann, um den neuen russischen Luftwaffenstützpunkt in der Provinz Latakia zu beschützen. Aber der kleine Haufen russischer Soldaten ist, wer würde es anders machen, natürlich mit dem Besten ausgestattet, was die russische Waffenindustrie für so einen Krieg gegen Al Kaida und Kumpane zu bieten hat.

Grundlegend für einen russischen Luftwaffenstützpunkt in Syrien, der den Auftrag zum Kampf gegen Al Kaida und Kumpane bekommen hat, ist natürlich eine ordentliche Luftverteidigung, was unter anderem mit Systemen wie Pantsir-S1 und Tor bewerkstelligt wurde. Russland möchte schließlich nicht, dass Al Kaidas Luftwaffe, gleich, ob sie von der Türkei oder Israel aus startet, den russischen Stützpunkt erfolgreich überfallen kann. US-NATO-General SACEUR Doctor Strangelove brachte anschließend seinen Missmut darüber zum Ausdruck, dass die russische Luftverteidigung des Stützpunktes in Latakia gegen Al Kaida ziemlich effektiv erscheint. Und in dem Zusammenhang war es natürlich auch sinnvoll, zwei paar russische Su-30 Jets nach Syrien zu verlegen, um Al Kaidas Luftwaffe davon abhalten zu können, sonstwo in Syrien Schindluder zu treiben.

Was wirklich zählt, ist selbstverständlich, was auf dem Platz passiert, nur dass es dafür in Syrien natürlich anders als im Fussball keine zeitliche Begrenzung auf 90 Minuten gibt. Was da gerade passiert, ist zwar für das Team 4+1, also Syrien, Irak, Iran, Russland plus Hisbollah, mühsam, aber es sieht auch nicht ganz schlecht aus.

Die Fortschritte der Allianz bestehen bislang aus ein paar Kilometern in der Provinz in der Provinz Hamah, ein paar Dörfern in den Provonzen Idlib und Latakia und einer Ortschaft im Südosten der Provinz Aleppo. Man mag das in Anbetracht der Verluste als viel oder wenig Fortschritt sehen, das Glas als halbleer oder halbvoll betrachten, was aber klar ist, ist, dass die syrische Armee und ihre Verbündeten mit Hilfe der russischen Unterstützung Fortschritte gemacht und damit einen Impuls erlangt haben.

Die modernen russischen Waffen machen dabei einen Unterschied. Die russischen MI-24 Kampfhubschrauber sind für Al Kaida und Kameraden ein Alptraum.

Neu ist an den russischen Hubschraubern, dass sie über Täuschköprer verfügen, die sie recht unempfindlich machen gegen Angriffe von Terroristen mit kleineren Raketen. Dass die Terroristen bis jetzt trotz intensiver Operationen kein einziger Abschuss glaubwürdig verkünden konnten, spricht dafür, dass die Technik ziemlich gut funktioniert. Weiterhin sind die russischen Flieger wohl in der Lage, recht zielgenau Bunker brechende Bomben einzusetzen, wovon etwa die verstörten Gesichter von Al Kaidas FSA Brigade 13 in Khan Sheikhun nach einem russischen Angriff zeugen.

Und dann gab es da natürlich noch die russischen Cruise Missiles vom kaspischen Meer aus, die die Botschaft sendeten, dass Russland auch eine Art von weitreichenden Tomahawk hat, nur dass die russische Variante bei ähnlicher Reichweite von viel kleineren Schiffen aus gestartet werden kann.

Das ist nicht ohne Wirkung geblieben. Bislang schlägt sich das vor allem in den westlichen Massenmedien wieder. Das von der zionistisch-wahhabitischen Terrorachse vorgegebene Mantra “Assad-muss-weg” ist da wie weggeblasen. Die CIA-Postille TIME kolportiert nun plötzlich, dass das P5+1-Iran-Format sich mit dem in den Nuklearverhandlungen gewonnenen gegenseitigen Vertrauen an die Lösung der Krise in Syrien beschäftigen und der Westen dabei auf die Forderung “Assad-muss-weg” verzichten soll.

Die zionistische US-Gazette “Christian Science Monitor” lässt nun plötzlich Christopher Harmer, einen ehemaligen stellvertretenden “Director of Operations” der 5. Flotte der US-Navy, sagen, das russische Eingreifen in Syrien

“habe mehr oder weniger garantiert, dass Assad auf absehbare Zeit an seinem Platz bleibe.”

Der syrische Präsident Assad bleibt demzufolge also und der Westen muss sich damit abfinden.

Die Offiziellen sind etwas zurückhaltender, aber es geht in die gleiche Richtung. Der deutsche Außenminister Steinmeier bemühte sich beim Treffen mit seinem spanischen Kollegen, von Assad gar nicht mehr zu sprechen und stattdessen die USA und Russland zur Lösung ihrer Differenzen aufzufordern. EU-Kommissionschef Juncker erklärte derweil, die EU müsse ihr Verhältnis zu Russland verbessern, und es gehe nicht, dass die EU sich ihr Verhältnis zu Russland von den USA “diktieren” lässt.

Damit dürfte sich die überfällige Lösung für Syrien so langsam immer mehr abzeichnen. Die westlichen Staaten akzeptieren, dass ihre Idee “Assad muss weg” bekloppt war, und der Lösung des Konfliktes steht nichts mehr im Weg. Natürlich gibt es einzelne hartnäckige Freunde von Al Kaida, etwa den notorischen Israel-Lobbyisten John McCain, die unbedingt an der Seite von Al Kaida gegen Russland Krieg führen wollen, doch finden solche Terrorunterstützer nur noch wenig Rückhalt in der westlichen Bevölkerung. Die einzige Alternative des Westens zur Niederlage in Syrien ist ein ganz großer Krieg gegen Russland, aber dieses Vorhaben findet im Westen keine Mehrheit.

Acuh in den notorischen Terrorstaaten Saudi Arabien, Israel und Türkei gewöhnen sich die Herrscher so langsam an die Perspektive der westlichen Niederlage in Syrien, denn alle drei Staaten haben Angst davor, dass Russland ihren lokalen Gegnern in den jeweils aktuellen Konflikten mit effektiven Waffen aushelfen könnte. Nachdem die Niederlage der zionistosch-wahhabitischen Achse in Syrien eingetütet ist. sollte als nächstens die Niederlage der Sauds in Jemen auf die Tagesordnung kommen. Auf geht’s.

Was schon jetzt Realität ist, ist, dass die russische Waffenschau in Syrien die halbe südliche Welt umdreht. Das, was die russischen Streitkräfte und ihre Partner gerade mit den Terroristen in Syrien machen, ist eine riesige Werbeveranstaltung für die russische Waffenindustrie. Haben Russland und Syrien nachhaltig Erfolg gegen den US-Terror in Syrien, dürften weitere Staaten pro Russland, Iran und Brics kippen. Wer von den Machthabern in südlichen Ländern wollte nicht Terroristen so crashen können, wie die russische Luftwaffe es demonstriert? Das schauen sich reichlich Herrscher an, und enn es klappt, wollen sie mit zum Club gehören, sprich russische Waffen kaufen. Das ist auch der wichtigeste Grund, warum Assad bleiben muss oder gestürzt werden soll: sein unversehrtes Gesicht im öffentlichen Licht beweist das Scheitern der zionistisch-wahhabitischen Terrorachse im Krieg gegen die Achse des Widerstandes.

PS: Übrigens, bevor jemand nach der total idiotischsten Hasbara fragt, Al Kaida und Kumpane haben gestern morgen den Weg für ISIS zur Infanterieschule in Aleppo freigemacht und gleichzeitig das Industriegebiet Najjar von Süden her, Al Breij, erfolglos angegriffen. Einige westliche und zionistische Medien versuchen aus dem zum Angriff in Al-Breij erfolgten Rückzug von Al Kaida aus der Infanterieschule von Aleppo die irreführende Schlussfolgerung abzuleiten, ISIS sei auf dem Vormarsch. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Die Terroristen bekämpfen sich gegenseitig, verlieren aber insgesamt alle. Die Nusra Front und Al-Kaida-Kumpane haben die Position in der Infanterieschule nordöstlich von Aleppo zu Gunsten von ISIS aufgegeben, weil sie unter Druck geraten sind. ISIS seinerseits hat bei Jabbul wichtiges Gelände südöstlich von Aleppo an die Armee abgeben müssen.