Trump in Warschau: „Es stellt sich die Frage, ob der Westen den Willen zum Überleben hat.“

Gestern hat Präsident Trump in Warschau eine Rede zur Zukunft der NATO und der Sicherung des Westens gehalten. Mehrmals wurde er von den 15.000 Zuschauern am Denkmal des Warschauer Aufstandes mit Sprechchören „Donald Trump! Donald Trump!“ unterbrochen. JouWatch übersetzt als einziges deutsches Medium die ganze historische Grundsatzrede ins Deutsche.


Von Collin McMahon

„Heutzutage stellt sich die fundamentale Frage, ob der Westen noch den Willen zum Überleben hat. Haben wir das Vertrauen in unsere Werte, um sie um jeden Preis zu verteidigen? Haben wir genug Respekt vor unseren Staatsbürgern, um die Grenzen zu schützen? Haben wir den Mut und den Willen, unsere Kultur vor denen zu bewahren, die sie unterwandern und zerstören wollen?“

PRÄSIDENT TRUMP: „Wir sind mit einer wichtigen Botschaft hierherkommen: Nämlich, dass Amerika Polen liebt, und das polnische Volk. (Applaus.) Vielen Dank.

Die Polen haben nicht nur Europa bereichert, polnische Amerikaner haben auch die Vereinigten Staaten sehr bereichert. Ich war sehr stolz, bei der Wahl 2016 ihre Unterstützung zu haben. (Applaus.)

Es ist mir eine große Ehre, hier in dieser Stadt zu stehen, neben diesem Denkmal an den Aufstand von Warschau, und zur polnischen Nation zu sprechen, dem Land von dem die Polen seit Generationen träumen: Ein sicheres, starkes, freies Polen. (Applaus.)

Präsident Duda und eure wundervolle First Lady Agata haben uns mit der großen Wärme und Herzlichkeit willkommen geheißen, für die die Polen auf der ganzen Welt bekannt sind. Vielen Dank. (Applaus.) Ich möchte beiden aufrichtig danken, wie auch Premierminister Syzdlo. Vielen Dank. (Applaus.)

Wir freuen uns auch, dass der ehemalige Präsident Lech Walesa, der berühmte Anführer der Solidarność-Bewegung, heute bei uns ist. (Applaus.) Vielen Dank.

Im Namen aller Amerikaner möchte ich mich für die Großzügigkeit bedanken, mit der ihr unsere Soldaten in eurem Land willkommen geheißen habt. Diese Soldaten sind nicht nur die tapferen Verteidiger unserer Freiheit, sondern auch ein Symbol dafür, dass Amerika hinter Eurer Sicherheit und Eurem Platz in einem starken, demokratischen Europa stehen.

Hier auf der Bühne bei uns haben wir amerikanische, polnische, britische und rumänische Soldaten. Vielen Dank. (Applaus.) Vielen Dank. Gute Arbeit.

Präsident Duda und ich kommen gerade von einem sehr erfolgreichen Treffen der  Anführer der beteiligten Nationen bei der „Three Seas“ Initiative (eine Initiative der osteuropäischen Staaten an Ostsee, Adria und Schwarzem Meer für mehr Energieunabhängigkeit von Russland.). Den Bürgern dieser großartigen Region sage ich: Amerika freut sich darauf, unsere Zusammenarbeit zu vertiefen. Wir begrüßen engere Handelsbeziehungen mit Euren wachsenden Wirtschaften. Und wir setzen uns für Euren Zugang zu alternativen Energiequellen ein, damit Polen und seine Nachbarn nie wieder von einem einzigen Anbieter abhängig sind.

(Applaus.) Herr Präsident, mein Glückwunsch zu ihrem Vorsitz dieser historischen Dreimeeresinitiative, zusammen mit dem kroatischen Präsidenten. Danke. (Applaus.)

Das ist mein erster Besuch in Mitteleuropa als Präsident, und ich freue mich sehr, dass es hier in diesem wunderschönen Land sein darf. Es ist so schön hier. (Applaus.) Polen ist die geographische Mitte Europas, aber mehr noch, das polnische Volk ist die Seele Europas. Eure Nation ist stark, weil euer Herz groß und stark ist. (Applaus.)

Zwei Jahrhunderte lang war Polen ständigen, brutalen Angriffen ausgesetzt. Während Polen überfallen und besetzt wurde, seine Grenzen von der Landkarte getilgt wurden, wurde es nie aus der Geschichte oder aus euren Herzen gelöscht. In diesen dunklen Zeiten habt ihr euer Land verloren, aber nie euren Stolz. (Applaus.)

Deshalb sage ich heute voller Bewunderung, von den Bauernhöfen und Dörfern Eures Landes bis zu den Kathedralen und Plätzen Eurer Städte: Polen lebt, Polen blüht, Polen triumphiert. (Applaus.)

Obwohl sie Euch unterdrücken, zerstören oder verändern wollten, habt ihr ausgeharrt und obsiegt. Ihr seid die stolze Heimat von Kopernikus – man muss sich das mal vorstellen (Applaus.) – von Chopin, dem Heiligen Papst Johannes Paul II. Polen ist ein Land der Helden. (Applaus.) Und ihr seid ein Volk, das weiß, was es zu verteidigen gilt.

Der Triumph des polnischen Geistes über jahrhundertelange Unterdrückung ist ein Hoffnungszeichen für uns alle, für eine Zukunft, in der das Gute über das Böse siegt, und Frieden über den Krieg.

Für uns Amerikaner ist Polen seit der Geburt unserer Nation ein Hoffnungszeichen. In unserem Unabhängigkeitskrieg und viele weiteren Kriegen kämpften polnische Helden und amerikanische Patrioten Seite an Seite. Noch heute dienen unsere Soldaten zusammen im Irak und Afghanistan im Kampf gegen die Feinde der Zivilisation.

Was Amerika angeht, haben wir nie das Recht und den Anspruch der Polen auf Freiheit und Unabhängigkeit aufgegeben. Und das werden wir nie. (Applaus.)

Unsere beiden Länder eint eine besondere Verbindung, die unserer einzigartigen Geschichte und unserem nationalem Charakter geschuldet ist. Eine Verbindung, die nur zwischen Völkern existiert, die Seite an Seite für die Freiheit geblutet haben und gestorben sind. (Applaus.)

Die Wahrzeichen dieser Freundschaft stehen in unserer Hauptstadt. Nur wenige Meter vom Weißen Haus stehen Statuen von Männern, die Pułaski und Kościuszko heißen. In Warschau gilt dasselbe, wo Straßen nach George Washington benannt und ein Denkmal für einen der größten Helden unserer Welt steht, Ronald Reagan. (Applaus.)

Deshalb bin ich heute nicht nur hier, um Euch als langjährige Verbündete zu besuchen, sondern um Euch als Beispiel hochzuhalten für alle, die Freiheit wollen, die den Mut und den Willen haben, unsere Kultur zu verteidigen. (Applaus.) Die Geschichte Polens ist die Geschichte eines Volkes, dass sich nie hat unterkriegen lassen, das nie aufgegeben hat, und das niemals vergessen hat, wer es ist.“ (Applaus.)

PUBLIKUM: „Donald Trump! Donald Trump! Donald Trump!“

PRÄSIDENT TRUMP: „Vielen Dank. Vielen, vielen Dank. Das ist so ein große Ehre für mich. Das ist eine Nation, die mehr als tausend Jahre alt ist. Über ein Jahrhundert lang waren eure Grenzen ausgelöscht, und sie wurden erst vor hundert Jahren wiederhergestellt.

Im Jahr 1920, beim Wunder an der Weichsel, hielt Polen die Sowjetarmee davon ab, Europa zu erobern. (Applaus.) 19 Jahre später, 1939, wurdet ihr wieder überfallen, diesmal von Nazideutschland im Westen und der Sowjetunion im Osten. Das war schlimm. Harte Zeiten.

Unter dieser doppelten Besatzung erlitt das polnische Volk unbeschreibliche Gräuel: Das Massaker von Katyn, die Besatzung, den Holocaust, das Warschauer Ghetto und den Aufstand dort, die Zerstörung dieser wunderschönen Hauptstadt und den Tod von jedem fünften Polen. Eine quicklebendige jüdische Gemeinde, die größte in Europa, wurde beinahe ausgelöscht, als die Nazis während ihrer brutalen Besatzung systematisch Millionen Juden aus Polen und anderswo ermordeten.

Im Sommer 1944 rüsteten die Armeen der Nazis und der Sowjets für einen schrecklichen, blutigen Kampf hier in Warschau. Mitten in dieser Hölle erhob sich das polnische Volk, um ihre Heimat zu verteidigen. Es ist mir eine große Ehre, heute auf dieser Bühne Helden und Veteranen des Warschauer Aufstandes begrüßen zu dürfen.“ (Applaus.)

PUBLIKUM: „Donald Trump! Donald Trump! Donald Trump!“

PRÄSIDENT TRUMP: „Was für einmalige Menschen. Wir ehren euer edles Opfer und schwören euren Kampf für Polen und die Freiheit nie zu vergessen. Danke. Vielen Dank. (Applaus.)

Dieses Denkmal hinter mir erinnert an die 150.000 Polen, die in diesem verzweifelten Kampf gegen die Unterdrückung gefallen sind.

Die Sowjetarmee blieb auf der anderen Seite des Flusses außerhalb der Stadt stehen und wartete zu, während die Nazis die Stadt dem Erdboden gleichmachten, Männer, Frauen und Kinder grausam hinmetzelten. Man wollte diese Nation für immer zerstören, indem man ihren Lebenswillen nahm.

Doch in der polnischen Seele steckt unverwüstliche Kraft und Mut. Wie der polnische Märtyrer, Bischof Michael Kozal, sagte: „Schrecklicher als die Niederlage in der Schlacht ist die Niederlage des menschlichen Geistes.“

Während vier Jahrzehnten der kommunistischen Herrschaft erlitt Polen mit den anderen Ostblockstaaten eine brutale Kampagne zur Auslöschung der Freiheit, des Glaubens, der Gesetze, eurer Geschichte und eurer Identität – das ganze Wesen eurer Kultur und Menschseins. Doch ihr habt euch nie unterkriegen lassen. (Applaus.) Eure Unterdrücker haben versucht euch zu brechen, aber Polen hat sich nicht brechen lassen. (Applaus.)

Als sich am 2. Juni 1979 eine Million Polen auf dem Siegesplatz zu ihrem ersten Gottesdienst mit dem polnischen Papst versammelten, müssen die Kommunisten in Warschau gewusst haben, dass ihre Tage gezählt waren. (Applaus.) Sie müssen es geahnt haben, als eine Million Polen, Männer, Frauen und Kinder, ihre Stimmen zum Gebet anhoben. Eine Million Polen wollten keinen Reichtum. Sie wollten keine Privilegien. Eine Million Polen sagen drei Worte: „Wir wollen Gott.“ (Applaus.)

In diesen Worten fassten die Polen ihren Wunsch nach einer besseren Zukunft zusammen. Sie fanden neuen Mut, um ihren Unterdrückern gegenüberzutreten. Sie fanden die Worte um zu sagen, dass Polen eines Tages wieder Polen sein müsste.

Ich stehe heute vor diesem tollen Publikum, dieser tapferen Nation, und wir hören immer noch diese Stimmen die durch die Geschichte widerhallen. Ihre Botschaft ist heute so wahr wie eh und je: Das polnische Volk, das amerikanische Volk, das europäische Volk rufen immer noch: „Wir wollen Gott.“ (Applaus.)

Gemeinsam mit Papst Johannes Paul II. behaupteten die Polen wieder ihre Identität als gottesfürchtige Nation. Mit dieser überwältigenden Botschaft eures Selbstverständnisses begannt Ihr zu verstehen wer Ihr wart, was zu tun war und wie Ihr leben wolltet. Solidarisch standet Ihr gegen Unterdrückung, gegen eine gesetzlose Geheimpolizei, gegen ein bösartiges, grausames System das eure Städte und eure Seelen in die Armut getrieben hat. Und ihr habt gewonnen. Polen hat triumphiert. Polen wird immer triumphieren.“ (Applaus.)

PUBLIKUM: „Donald Trump! Donald Trump! Donald Trump!“

PRÄSIDENT TRUMP: „Vielen Dank. Ein starkes Bündnis freier Nationen des Westens trotzten der Tyrannei und unterstützen euch bei Eurem Sieg über den Kommunismus. Nun zählt Polen zu den engagiertesten Mitgliedern der NATO und hat wieder seien rechtmäßigen Platz als führende Nation Europas inne, stark, frei, und vereint.

Ein starkes Polen ist ein Segen für Europa, und das wissen sie. Ein starkes Polen ist ein Segen für den Westen und für die Welt. (Applaus.) Hundert Jahre nach dem Eintritt der Vereinigten Staaten in den Ersten Weltkrieg ist das transatlantische Bündnis zwischen den Vereinigten Staaten und Europa stärker denn je.

Die Bedrohung des Kommunismus hängt nicht länger über diesen Kontinent. Aber im Westen müssen wir heute feststellen, dass es neue Bedrohungen unserer Sicherheit und unseres Lebens gibt. Ihr seht selber, was da draußen los ist. Es gibt Bedrohungen. Wir werden ihnen entgegentreten. Wir werden gewinnen. Aber die Bedrohung ist da.“ (Applaus.)

PUBLIKUM: „Donald Trump! Donald Trump! Donald Trump!“

PRÄSIDENT TRUMP: „Wir sind mit einer neuen Ideologie der Unterdrückung konfrontiert – die die ganze Welt mit Terrorismus und Extremismus überziehen will. Amerika und Europa haben einen Terroranschlag nach dem anderen erlitten. Wir müssen dem ein Ende setzen. (Applaus.)

Bei einem historischen Treffen in Saudi-Arabien habe ich die Staatschefs 50 moslemischer Länder aufgerufen mitzuhelfen, dieser Bedrohung entgegenzutreten, die die ganze Menschheit gefährdet. Wir müssen zusammen gegen den gemeinsamen Feind stehen, ihn seines Territoriums, seiner Finanzierung und seiner Netzwerke berauben und jeglicher ideologischer Unterstützung. Wir werden zwar immer neue Bürger begrüßen, die unsere Werte teilen und unser Land lieben. Aber wir müssen unsere Grenzen gegenüber Terrorismus und Extremismus schließen.“ (Applaus.)

PUBLIKUM: „Donald Trump! Donald Trump! Donald Trump!“

PRÄSIDENT TRUMP: „Wir kämpfen entschieden gegen den radikalen islamischen Terrorismus. Und wir werden siegen. Wir dürfen diejenigen, die unsere Werte ablehnen, und die ihren Hass als Rechtfertigung für Gewalt gegen Unschuldige benutzen, nicht dulden.

Der Westen sieht sich heute auch Mächten gegenüber, die unseren Willen auf die Probe stellen wollen, unser Selbstvertrauen untergraben und unsere Interessen herausfordern wollen. Um solchen neuen Arten der Aggression zu begegnen, zu denen Propaganda, Finanzdelikte und Cyberkrieg gehören, müssen wir unser Bündnis anpassen, um effektiv auf allen Schauplätzen mitzuhalten.

Wir rufen Russland dazu auf, destabilisierende Maßnahmen in der Ukraine und anderswo zu unterlassen und die Unterstützung feindlicher Regime wie in Syrien und Iran zu beenden, und sich der Gemeinschaft der zivilisierten Nationen im Kampf gegen den gemeinsamen Feind und der Verteidigung unserer Zivilisation anzuschließen. (Applaus.)

Zu guter Letzt werden unsere Bürger auf beiden Seiten des Atlantiks von einer weiteren Gefahr bedroht – eine, über die wir die Kontrolle haben: Manchen scheint sie unsichtbar, den Polen ist sie wohl vertraut. Es ist die schleichende Bürokratisierung eines Staates, die einem Volk die Lebenskraft und den Wohlstand raubt.  Der Westen wurde nicht aufgrund von Papierkram und Vorschriften erfolgreich, sondern weil die Menschen ihren Träumen und ihrem Schicksal nachgehen durften.

Die Amerikaner, Polen und Europäer schätzen die individuelle Freiheit und nationale Souveränität. Wir müssen gemeinsam den Kräften entgegentreten, ob von Süden oder von Osten, die diese Werte untergraben und unsere gemeinsame Kultur, Religion und Tradition eliminieren wollen, die uns definieren. (Applaus.) Wenn wir ihnen nicht entgegentreten werden diese Kräfte unsere Mut untergraben, unseren Geist schwächen und unsere Fähigkeit mindern, uns und unsere Nationen zu verteidigen.

Aber wie unserer Feinde in der Vergangenheit hier in Polen gelernt haben, sind diese Kräfte zum Scheitern verurteilt, wenn wir es nur wollen. Und wir wollen es. (Applaus.) Sie scheitern nicht nur, weil unser Bündnis stark ist, unsere Länder widerstandsfähig und niemand so mächtig ist wie wir. Unsere Gegner werden scheitern weil wir niemals vergessen werden, wer wir sind. Wenn wir das nicht vergessen, sind wir unschlagbar. Amerikaner werden das nie vergessen. Die Nationen Europas werden das nie vergessen. Wir sind das mächtigste, größte Bündnis der Welt. Es gibt keinen zweiten wie unser Bündnis. Die Welt hat noch nie ein Bündnis wie das unsere gekannt.

Wir schreiben Sinfonien. Wir erfinden neue Technologien. Wir feiern unsere alten Helden, schätzen unsere zeitlosen Traditionen und Bräuche, und versuchen immer neue Grenzen auszuloten. Wir belohnen herausragende Leistungen und schätzen Kunstwerke, die Gott zur Ehre gereichen. Wir halten den Rechtsstaat hoch, und das Recht auf freie Meinungsäußerung. (Applaus.)

Wir ermächtigen Frauen, Säulen der Gesellschaft und des Erfolges zu sein. Wir bauen unser Leben um Glauben und Familie herum auf, nicht um Zentralstaat und Bürokratie. Wir diskutieren über alles. Wir stellen alles in Frage. Wir wollen alles wissen, damit wir uns selber besser kennenlernen können. (Applaus.)

Vor allem schätzen wir die Würde jedes einzelnen Menschenlebens, schützen die Rechte jedes Einzelnen, und teilen die Hoffnung eines jeden auf ein Leben in Freiheit. Das ist, wer wir sind. Das sind die kostbaren gemeinsamen Werte, die uns als Nationen, als Verbündete, als Zivilisation zusammenhalten.

Was wir haben, haben wir von unseren Vorfahren geerbt. So etwas hat es auf der Welt noch nie gegeben. Und wenn wir daran scheitern, es zu bewahren, wird es niemals wieder existieren. Deshalb dürfen wir nicht scheitern.

Unsere große Gemeinschaft der Nationen hat noch etwas gemeinsam: In allen Nationen sind es nicht die Mächtigen, die den Grundstock der Freiheit und das Fundament unserer Verteidigung bilden, sondern das Volk. Das Volk war immer das Fundament hier in Polen – und hier in Warschau – und genauso in Amerika.

Unsere Mitbürger haben nicht gemeinsam die Freiheit erkämpft, die Gräuel überlebt, das Böse zurückgedrängt, nur um aus Mangel an Stolz und Selbstbewusstsein unserer Werte, unsere Freiheit wieder zu vergeuden. Das haben wir nie getan, und werden wir nie. Wir werden uns niemals unterkriegen lassen.“ (Applaus.)

PUBLIKUM: „Donald Trump! Donald Trump! Donald Trump!“

PRÄSIDENT TRUMP: „Solange wir uns unserer Geschichte bewusst sind, wissen wir, wie wir unsere Zukunft gestalten müssen. Wir Amerikaner wissen, das beste Bollwerk für unsere Freiheit und unsere Interessen ist ein starkes Bündnis aus freien, souveränen und unabhängigen Staaten. Deshalb fordert meine Regierung alle NATO-Mitglieder auf, endlich ihren vollen und fairen finanziellen Beitrag zu leisten.

Aufgrund dieser Forderungen fließen jetzt seit kurzem Milliarden Dollar zusätzlich in die NATO. Vielen Menschen sind darüber schockiert. Aber wenn wir diese Forderung nicht gestellt hätten, würden diese Milliarden jetzt nicht fließen.

Und denjenigen, die unsere harte Haltung kritisieren, sage ich bloß, die Vereinigten Staaten haben nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten bewiesen, dass sie hinter Artikel 5, der Beistandspflicht stehen. (Applaus.)

Worte sind billig. Was zählt sind Taten. Europa muss mehr zu seiner eigener Verteidigung machen. Ihr wisst das, alle wissen das. Europa muss zeigen, dass es an seine Zukunft glaubt, indem es in die Sicherung dieser Zukunft investiert.

Deshalb begrüßen wir die polnische Entscheidung dieser Woche, von den USA das kampferprobte Patriot-Raketenverteidigungssystem zu kaufen – das beste System dieser Art auf der Welt. (Applaus.) Deshalb begrüßen wir, dass Polen eins der wenigen Länder ist, das seinen vollen Beitrag zum gemeinsamen Verteidigungshaushalt leistet.  Vielen Dank, Polen. Ihr seid ein leuchtendes Beispiel. Danke. (Applaus.)

Wir müssen uns aber bewusst sein, dass Verteidigung nicht nur eine Frage des Geldes ist. Es ist eine Frage des Willens. Wie Polen uns zeigt, ruht die Verteidigung des Westens nicht nur auf Haushaltsmitteln, sondern auf dem Willen ihrer Völker, sich zu behaupten und seine Interessen zu schützen. Heutzutage stellt sich die fundamentale Frage, ob der Westen noch den Willen zum Überleben hat. Haben wir das Vertrauen in unsere Werte, um sie um jeden Preis zu verteidigen? Haben wir genug Respekt vor unseren Staatsbürgern, um die Grenzen zu schützen? Haben wir den Mut und den Willen, unsere Kultur vor denen zu bewahren, die sie unterwandern und zerstören wollen? (Applaus.)

Wir haben vielleicht die stärksten Wirtschaften und die tödlichsten Waffen der Welt, aber wenn wir keine starken Familien und keine starken Werte haben, sind wir schwach und werden untergehen. (Applaus.) Und sollte jemand die Bedeutung dieser Dinge vergessen, schickt sie in das Land, das es nie vergessen hat. Schickt sie nach Polen. (Applaus.) Schickt sie hierher, um die Geschichte des Warschauer Aufstands zu lernen.

Erzählt ihnen die Geschichte von der Jerusalemallee. Wie heute war die Jerusalemallee 1944 eine der Hauptachsen von Ost nach West durch die Hauptstadt. Diese Straße hatte in der Schlacht um Warschau strategische Bedeutung. Die Wehrmacht brauchte sie, um Truppen zu bewegen und eine starke Front zu bilden. Für die polnische Heimatarmee war es dringend notwendig, die Straße nach Norden und Süden überqueren zu können um den Stadtkern zu halten und zu verhindern dass der Aufstand in zwei Teile gespalten wird.

Jede Nacht bauten die Polen unter massivem MG-Beschuss Sandsäcke auf, um die Überquerung der Jerusalemallee zu ermöglichen. Jeden Tag riss sie der Feind wieder ab. Dann hoben die Polen einen Graben aus. Dann errichteten sie eine Barrikade. Die mutigen Polen strömten über die Jerusalemallee. Dieser schmale Durchgang, nur wenige Meter breit, war das Bindeglied des Aufstands.

Zwischen seinen Wänden sprinteten die Bürger und Freiheitskämpfer unter Lebensgefahr über die Straße. Sie liefen über die Straße, durch die Straße, unter der Straße um ihre Stadt zu verteidigen. “Die andere Straßenseite war nur wenige Meter entfernt“, sagte eine junge Polin namens Greta. Diese Lebensgefahr, dieses Leben bedeutete ihr alles. Sie sagte, „Die gefährlichste Stelle in der Mitte war voller Blut. Das Blut von Boten, Kurieren und Hilfsmädchen.“

Die Nazi-Scharfschützen schossen auf jeden, der die Straße überquerte. Ihre Soldaten fackelten alle Häuser entlang der Straße ab und benutzten polnische Gefangene als menschliche Schutzschilde für ihre Panzer, um die Jerusalemallee wieder einzunehmen. Ihr Angriff auf die Lebensader des polnischen Widerstandes hörte nie auf, ebensowenig die polnische Verteidigung.

Die Passage über die Jerusalemallee musste ständig bewacht, verstärkt, gerichtet und ausgebessert werden, doch die Verteidiger gaben auch angesichts des Todes nie auf. Bis zum Ende des Aufstandes wurde diese zarte Lebenslinie nie aufgegeben. Sie wurde nie vernachlässigt. Der Wille des polnischen Volkes hielt sie am Leben.

Das Andenken an die Opfer des Warschauer Aufstandes ruft über die Jahrzehnte zu uns, keins eindringlicher als das an die Verteidiger der Jerusalemallee. Diese Helden ermahnen uns, dass die Freiheit des Westens durch das Blut von Patrioten gerettet wurde, und dass jede Generation von neuem aufstehen muss, um sie zu verteidigen. (Applaus.) Und dass jeder Schritt, jeder Meter unserer Zivilisation es wert ist, mit dem Leben verteidigt zu werden.

Unser Kampf um unsere Kultur beginnt nicht auf dem Schlachtfeld, sondern in unseren Herzen, Hirnen und Seelen. Die Gemeinsamkeiten, die unsere Kultur einen, sind heute kein bisschen weniger wert, kein bisschen weniger verteidigungswürdig, als dieses kleine Stück Land an dem die Hoffnung Polens einst hing. Unsere Freiheit, unsere Zivilisation, unser Überleben hängt von diesen Gemeinsamkeiten der Geschichte, Kultur und Erinnerung ab.

Polen ist heute wie immer in unserem Herzen, und Ihr Volk stellt sich diesem Kampf. (Applaus.) Genau so wenig wie Polen gebrochen wurde, wird der Westen gebrochen werden. Unsere Werte werden siegen. Unser Volk wird obsiegen. Und unsere Zivilisation wird triumphieren. “ (Applaus.)

PUBLIKUM: „Donald Trump! Donald Trump! Donald Trump!“

PRÄSIDENT TRUMP: „Vielen Dank. Lasst uns alle kämpfen wie die Polen – für die Familie, für die Freiheit, für unser Land, und für Gott.“


Quelle und Kommentare hier:
Print Friendly, PDF & Email

Das könnte Dich auch interessieren: