Tschechische Bürger vs. tschechische Politiker – Teil 1

von Jan Hofirek

“Die politische Lage in der Welt hat sich verschärft, und man muss auch in der Tschechei adäquate Maßnahmen treffen”

– verlautbarte der tschechische Verteidigungsminister Martin Stropnický. Nur so nebenbei – dieser Minister ist kein General oder Feldmarschall, sondern ein ehemaliger Schauspieler.

Martin-Stropnický-620x264Er stellte lebenslang verschiedene Dummköpfe und Außenseiter dar, und wie es sich zeigt, fährt er damit auch in der Rolle des Verteidigungsministers fort.

Um konkret zu sein – zur Zeit hat er ein neues Militärgesetz ausgedacht, das die Volksversammlung jetzt beurteilen soll. Der Minister stellte fest (nachdem er die Militärparade in Moskau gesehen hatte), dass die tschechische Armee zu klein ist. Stimmt – 14 Flugzeuge, 10 Panzer und ein paar Tausend Soldaten sind keine großen Zahlen, aber – das Warschau-Abkommen ist ja seit langem ausgelöst worden (seltsam – die NATO existiert nach wie vor weiter), die russischen Soldaten sind aus der Tschechei schon im Jahre 1991 abgezogen (na ja, amerikanische Truppen sind in Deutschland geblieben) – also worin liegt das Problem?

Wahrscheinlich darin, dass Obama nach Prag einen Botschafter sandte, dessen Hauptaufgabe offensichtlich darin besteht, die tschechische Armee zu reformieren. Dieser Andrew Shapiro soll auch hinter dem Entwurf des neuen Militärgesetzes stehen. Also – ab 01.01.2016 sollten alle jungen Leute (ab dem 18. Lebensjahr) von den militärischen Fachleuten überprüft werden, um festzustellen, ob sie körperlich und geistig tauglich sind, das Maschinengewehr zu tragen.

Ja, alle – also nicht nur Jungs, sondern auch Mädchen! Die Genderideologie sagt ja klar, dass beide Geschlechter dieselben Rechte haben sollen. Glücklicherweisse hat man die Möglichkeit, dieses Angebot abzulehnen – solche Feiglinge müssen aber damit rechnen, dass sie von der Armee zu anderen Zwecken ausgenutzt werden können.

Ja, dieses Gesetz sieht vielmehr wie eine Kriegserklärung aus. Aber – es wird behauptet, dass die Tschechei sich wirklich im Krieg befindet. Neulich sind z. B. fünf tschechische Soldaten von Afghanistan zurückgekehrt – in Särgen natürlich. Na ja, Obama ist kein Dummkopf – er beginnt irgendwo den Krieg (z. B. in Afghanistan), dann zieht er die amerikanischen Soldaten zurück und sendet dorthin dumme Tschechen. Und sie gehen mit einem Lied auf den Lippen sterben. Wofür? Das wissen sie natürlich nicht, aber das macht nichts – das feierliche Begräbnis ist ja so schön. Aber vor allem – diese Leute gehen nach Afghanistan freiwillig! Von nun an sollte es aber so sein (das neue Gesetz wird in dieser Sache – absichtlich? – ganz unverständlich geschrieben), dass sie hingehen müssen. Und – um die ganze Sache nicht zu verlängern – die Entscheidung soll nicht wie bisher die Volksversammlung treffen, sondern die Regierung selbst.

Liebe Leser, Sie fragen sich bestimmt, ob die Tschechen so dumm sind, dass sie damit einverstanden sind. In dieser Hinsicht muss ich glücklicherweisse meine Landsleute loben. Es sind im letzten Monat verschiedene Gruppen gegründet worden, um dieses unsinnige Gesetz zu boykotieren. So “Die tschechoslowakischen Soldaten gegen Krieg” (mehr als 3.000 Soldaten) haben neulich erklärt, dass sie keinesfalls gegen Russland kämpfen werden.

Man hat sie zwar als Verräter gestempelt, und es wird ihnen mit langjährigen Gefängnisstrafen gedroht, sie bleiben aber fest. Mit ihnen sympathisieren “Die entrüsteten Mütter”, die in ein paar Tagen in Prag protestieren sollen, und vor diesen Frauen hat der Verteidigungsminister große Angst. Er bemüht sich, die ganze Angelegenheit zu bagatellisieren – man soll ihn nicht richtig verstanden haben. Ja, das stimmt, die tschechischen Jungs und Mädels werden zwar verpflichet “zur Überprüfung ihres geistig-körperlichen Zustandes vor die militärischen Beamten vorzutreten”, aber der freiwillige Wehrdienst soll aufrechterhalten bleiben. Wie es also aussieht, das neue Militärgesetz soll ein unlösbares Problem lösen – wie man die Jugendlichen zwingen soll, dass sie freiwillig kämpfen gehen?!

Um ein bisschen positiv zu enden – die Politiker in der Tschechei haben angefangen, das Wort “die Heimat” wieder zu benutzen. Man soll “die Heimat verteidigen”, “unsere Heimat soll uns teuer sein” usw. Dieses Wort ist noch vor kurzem für politisch unkorrekt gehalten worden – was für eine Heimat, wenn wir Mitglieder der Eurounion sind!

Nur die Rechtsextremisten, die Linksextremisten, die Mittelextremisten, die Neonazis und die Altnazis von der Heimat träumen – die anständigen Menschen wissen, dass es keine Heimat mehr gibt, es lebe die EU und die NATO! Zur Zeit erlebt also die bisher belächelte Heimat ihre Wiedergeburt – für die EU, die NATO oder Obama zu sterben – das lockt ja niemanden.


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