Türkei kündigt „Flüchtlingsdeal“ auf – Millionen Migranten könnten kommen

Von Michael Steiner

Der stellvertretende Ministerpräsident der Türkei, Numan Kurtulmuş, hat den „Flüchtlingsdeal“ mit der EU für beendet erklärt. Millionen Migranten könnten sich nun auf den Weg nach Europa machen.

Laut „Zerohedge“ hat der stellvertretende Ministerpräsident der Türkei, Numan Kurtulmuş, den sogenannten „Flüchtlingsdeal“ mit der EU für aufgekündigt erklärt. Demnach sagte er: „Europa hat seine Versprechungen zum Migrationsdeal nicht eingehalten, für uns ist diese Vereinbarung beendet“. Sollte dies tatsächlich so kommen, wären die Schleusen in Richtung Europa wieder offen und Millionen von Migranten, die sich derzeit in der Türkei aufhalten, könnten sich ungehindert auf den Weg machen. Immerhin beherbergt die Türkei mindestens drei Millionen Menschen aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und anderen umliegenden Ländern, die eigentlich über die Balkanroute nach Mittel- und Nordeuropa wollen.

Der islamistische Politiker, der die modernen westlichen Werte als Hauptursache der Probleme der heutigen Zeit betrachtet und wie seine Frau Sevgi Anhänger der radikalislamischen und antidemokratischen Millî Görüş ist, reagierte damit vor allem auf die Maßnahmen der Niederlande zur Verhinderung der Werbeauftritte der AKP-Politiker zugunsten eines „Ja“ beim Verfassungsreferendum im April.

Weiters kündigte der islamistische Politiker an, politische Sanktionen die Niederlande verhängen zu wollen, die sich durchaus auch auf die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern auswirken können. In diesem Fall sähe es jedoch schlecht für die türkische Wirtschaft aus, zumal die Niederlande mit 22 Milliarden Dollar – was einem Anteil von 16 Prozent entspricht – der größte Einzelinvestor in der Türkei sind und alleine im letzten Jahr 3,6 Milliarden Dollar an Waren aus der Türkei importierte, während die Türken Güter im Wert von rund 3 Milliarden Dollar aus den Niederlanden einführten.


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