Überwachungsstaat: Totale Kontrolle ist beabsichtigt

von SoundOffice

Das Gesicht, Spiegel der Seele, einmalig wie ein Fingerabdruck, erstes Entscheidungskriterium ob man jemanden sympathisch findet oder nicht. Schau mir in das Gesicht und ich sage dir wer du bist, oder schau in die Kamera und sei erkannt, denn der Überwachungsstaat lauert hinter dem Vorwand der Terrorabwehr, wenn er Oma Berta beim Einkaufsgang beobachtet, während der islamische Terrorverdächtige seinen explosiven Koffer abstellt und unerkannt in der Menschenmenge verschwindet.

Am 1. August startet ein fragwürdiger sechsmonatiger Testlauf der automatischen softwaregesteuerten Gesichtserkennung am Berliner Bahnhof Südkreuz, den sich die Bundespolizei mit rund 61.900 Euro Anmietkosten für die Technik aus dem Steuersäckel leistet.

Die freiwilligen Teilnehmer sollen sich wie gewöhnliche Nutzer im Bahnhof bewegen. Um registrieren zu können wenn eine der Testpersonen erscheint, wurden sie mit einem Transponder ausgestattet.

Der Testlauf ist eine realitätsnahe Übung auf dem Weg zum Überwachungsstaat.

Die Bahn baut derzeit die Zahl ihrer Überwachungstechnik kontinuierlich aus. Rund 6000 Kameras überwachen demnach mehr als 80 Prozent der bundesweiten Fahrgastströme. Die Berliner S-Bahn plant einen Ausbau der Videoüberwachung für mehrere Millionen Euro. Alle Berliner U-Bahnhöfe, U-Bahnen sowie die meisten Busse und Straßenbahnen werden bereits von Tausenden Kameras observiert. Doch Berlins Bürger möchten noch mehr Freiheit gegen trügerische Sicherheit durch Überwachung abgeben und forderten in einem Volksbegehren 2500 zusätzliche Kameras auf den 50 gefährlichsten Plätzen und Straßen der Hauptstadt.

Auch im Freistaat Bayern lässt man sich gerne während des verspeisens einer Bockwurst auf´s Maul schauen.

Hier wird mit Stand von 2013 von rund 17.000 Kameras das Alltagsleben der Bürger hauptsächlich in Amtsgebäuden, Schulen oder Gerichten, aber auch an öffentlichen Plätzen, Polizeistationen, Gefängnissen, Bahnhöfen und Museen, Unbehagen hervorrufend von Kameras belauert.

Damals wurde bekannt gegeben, dass der Freistaat an mindestens jeden dritten S-Bahnhof Münchens weitere Kameras für rund 2,2 Millionen Euro installiert, was sich zwischenzeitlich erweitert haben dürfte. Gut 82 Prozent der Bürger Bayerns befürworteten die Ausweitung der Überwachung.

Auch in Mitteldeutschland sollte man besser stets mit einer Tarnkappe unterwegs sein.

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gibt es mindestens 5.000 Videokameras an frei zugänglichen Plätzen wie Bahnhöfen und Flughäfen sowie in Fahrzeugen des Nahverkehrs. Die Verkehrsbetriebe unterhalten in Straßenbahnen, Bussen und deren Haltestationen etwa 3.000 Kameras und die Deutsche Bahn wartet mit rund 800 installierten Kameras in Zügen, Bahnhöfen und deren angrenzenden Außenbereich auf, um die Fahrgäste innovativ zu überwachen, ob sich auch jeder an das Rauchverbot hält.

In Thüringer Tunneln hängen demnach 750 Videokameras. Am größten mitteldeutschen Flughafen Halle/Leipzig sind in öffentlichen Bereichen etwa 50 Kameras installiert. Darüber hinaus sind unter anderem in Sportstätten sowie im Einzelhandel Kameraüberwachungssysteme im Einsatz.

Überall lauern Linsen und zweibeinige Holzaugen.

Das observieren und bespitzeln durch Videoüberwachung ist in Deutschland und europaweit zu einem urbanen Phänomen herangewachsen, dem sich die Bürger kaum noch entziehen können. Banken, Shopping-Center, Tankstellen, Busse, öffentliche Plätze oder Bahnhöfe und Flughäfen sind nur einige Orte, an denen Menschen permanenter Beobachtung ausgesetzt sind.

Auch weltweit ist die flächendeckende Überwachung mit computergesteuerten Kameras unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Diktaturen wie China oder arabische Staaten setzen neben der Überwachung ihrer Untertanen im Internet zusätzlich auf die Kontrolle des öffentlichen Lebens.

Doch brisant wird herkömmliche Viedeoüberwachung in Kombination mit biometrischer Gesichtserkennung. Damit ist es verunmöglicht, sich unerkannt in der Öffentlichkeit zu bewegen.

Betroffen ist jeder der bereits einen neuen Pass oder Personalausweis besitzt, weil dessen biometrische Daten bereits in einer zentral abrufbaren Datenbank erfasst sind.

Derzeit arbeiten die meisten aktuellen Systeme zur Gesichtserkennung mit numerischen Codes, auch Faceprints genannt. Das System kann bis zu 80 Knotenpunkte (nodale Punkte) im menschlichen Gesicht erkennen. Die nodalen Punkte, also Länge, Breite der Nase, Tiefe der Augensockel und die Form der Wangenknochen, sind festgelegte Gesichtsmerkmale, die gemessen werden. Das System extrahiert die gemessenen Werte, speichert die erhobenen Daten als so genannten Faceprint ab. Der Faceprint wird dann als Vorlage für einen Vergleich mit dem von einer Überwachungskamera erfassten Gesicht verwendet, um eine Einzelperson zweifelsfrei zu identifizieren. In der ausgeweiteten Variante können auch Identifikationsmerkmale der verhaltensbasierten Biometrie mit einbezogen werden, etwa wie sich eine zu identifizierende Person bewegt.

Laut des National Institute of Standards and Technology (NIST) habe sich die Zahl der fehlerhaften Gesichtserkennungen seit 1993 alle zwei Jahre halbiert. Ende 2011 lag sie demnach nur noch bei 0,003 Prozent.

Doch die Anwendung visueller Überwachungssysteme mit softwaregesteuerter Gesichtserkennung kombiniert, gilt von seitens der Datenschützer unter Kritik stehend als umstritten. Während die Bundespolizei um Probanden für den Berliner Testlauf warb, veranstalten Aktivisten von Digitalcourage die humorige Aktion #SelfieStattAnalyse.

Die linken „Roten Sturmtruppen“ der ANTIFA haben der Biometrie-gestützten Überwachung auch den Kampf angesagt. Sie wollen zum 01.08.2017, maskiert, mit Atemschutzmasken in komplett schwarzer Kleidung und vermummt, am Berliner Bahnhof Südkreuz aufmarschieren, um einen kleinen G20-2.0 Nachgang abzuhalten. Hoffentlich verfügt Berlin über genügend Feuerlöscher.

Gott mit uns.


Quelle und Kommentare hier:
Print Friendly, PDF & Email

Das könnte Dich auch interessieren: