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Unsere Wehrmacht

Als Wehrmacht wurde die Gesamtheit der Streitkräfte aus Heer, Kriegsmarine und Luftwaffe des Deutschen Reiches bezeichnet, die mit Inkrafttreten des Gesetzes über den Aufbau der Wehrmacht vom 16. März 1935 aus der damaligen Reichswehr hervorgegangen war und am 20. August 1946 von den Alliierten mit dem Kontrollratsgesetz offiziell aufgelöst wurde. Ihr höchstes Verwaltungsorgan war ab 1938 das Oberkommando der Wehrmacht.

Die Wehrmacht war, anders als die Reichswehr, „kein Staat im Staate“ mit ausgeprägtem Charakter, sondern Volksheer mit Wehrpflicht.] Sie war Waffenträger und soldatische Schule des deutschen Volkes. Sie gilt in vielen militärischen Bereichen als die beste Armee der modernen Kriegsführung.
Die Bezeichnung „Wehrmacht“ wurde umgangssprachlich auch für die Streitkräfte sonstiger Staaten gebraucht.

Vorgeschichte
Nach der Niederlage des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg war durch den sogenannten Versailler Vertrag die zulässige Truppenstärke des deutschen Heeres auf gerade einmal 100.000 Mann (plus 15.000 Mann Marine) beschränkt worden, mit der zusätzlichen Auflage, keine schweren Waffen, keine schwere Artillerie, keine Panzer und keine Luftwaffe zu besitzen. Am 23. März 1921 wurde die Reichswehr unter diesen Auflagen gegründet. Da diese festgelegte Truppenstärke unmöglich Deutschland verteidigen konnten, was natürlich das Ziel dieser Maßnahmen der Feindmächte gewesen ist, stand es von Beginn an im Mittelpunkt deutscher Militärpolitik, die kleine Reichswehr qualitativ so schlagkräftig wie möglich zu machen. Deshalb war der Anteil der Soldaten, die als Offizier oder Unteroffizier dienten, im Verhältnis zu den Mannschaftsdienstgraden extrem hoch. So war es später möglich, innerhalb weniger Jahre das deutsche Heer um ein Vielfaches zu vergrößern. Auch versuchte man, die Einschränkungen des Versailler Vertrages zu umgehen, wo es nur möglich war. So gab es zum Beispiel nach dem Rapallo-Vertrag eine geheime militärische Zusammenarbeit zwischen der Reichswehr und der sowjetischen Roten Armee.

Im Februar 1923 reiste der neue Chef des Truppenamtes, Generalmajor Otto Hasse, zu Geheimverhandlungen nach Moskau. Deutschland unterstützte den Aufbau der sowjetischen Industrie, Kommandeure der Roten Armee erhielten eine Generalstabsausbildung in Deutschland. Dafür erhielt die Reichswehr die Möglichkeit, Artilleriemunition aus der Sowjetunion zu beziehen, Flieger- und Panzerspezialisten auf sowjetischem Boden auszubilden und dort chemische Kampfstoffe herstellen zu lassen. Auf dem Flugplatz Lipezk wurden etwa 300 militärische Flugzeugführer – der Stamm für die Jagdwaffe – ausgebildet (→ Geheime Fliegerschule und Erprobungsstätte der Reichswehr). Bei Kasan wurden Panzerfachleute ausgebildet, allerdings erst ab 1930 und nur ungefähr 30. Bei Saratow wurde Giftgas entwickelt.