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Verdammt nochmal: IHR habt es verbockt!

Von Marco Maier

Es waren genau jene Parteien von Sozialdemokraten, Konservativen, Liberalen und Grünen, die seit Jahrzehnten in den Parlamenten und Regierungen sitzen, die für den miserablen Zustand Europas verantwortlich sind. Und dann sollen die „Populisten“ die Bösen sein?

Explodierende Staatsschulden, eine wachsende soziale Ungerechtigkeit, Steuerschlupflöcher für multinationale Konzerne, teils massive Demokratiedefizite auf nationaler und europäischer Ebene, gewaltige Flüchtlingsströme aus Nordafrika und dem Nahen Osten – all das sind die Resultate einer völlig verfehlten Politik, die in den letzten Jahrzehnten von einer politischen Klasse durchgeführt wurde, die es heutzutage wagt, neue oppositionelle politische Bewegungen – sowohl von links als auch von rechts – als „Populisten“ zu brandmarken und schlechtzureden.

Dabei vergessen die Politiker der „etablierten Parteien“ gerne, dass es erst ihre Politik war, welche die Erstarkung von „Protestparteien“ ermöglichte. Parteien, die angeblich nur „simple Lösungen für komplizierte Probleme“ anbieten würden. Probleme, die es ohne das Totalversagen der ganzen Systemparteien gar nicht geben würde. Probleme, für die sie selbst gar keine Antwort haben, weil sie es selbst völlig verbockt haben.

Diese absolut scheinheilige Empörung des politischen Establishments, bestehend aus Sozialdemokraten, Konservativen, Liberalen und Grünen, die in Einheitsparteienmanier um ihre eigenen Pfründe bangen, ist einfach nur noch widerwärtig. Die mediale Unterstützung – also von jener gesellschaftlichen Kraft, die eigentlich die „vierte Gewalt“ darstellen soll – in diesem politischen Intrigantenstadl ist zudem bezeichnend dafür, wie sehr sich dieses System schon überall festgefressen hat.

Die Erstarkung von Parteien wie Podemos und Ciudadanos in Spanien, dem Front National in Frankreich, der FPÖ in Österreich, sowie von AfD und Linkspartei in Deutschland sind nur das Ergebnis einer Politik, die sich zum Handlanger von Konzerninteressen machte, teilweise sich selbst bereicherte und ihre eigenen Länder in den wirtschaftlichen, finanziellen und sozialen Abgrund führt.

Es mag sein, dass einige dieser „Anti-Establishment-Parteien“ vielleicht auch nur simple Lösungsmöglichkeiten anbieten können oder wollen. Dennoch versuchen sie wenigstens auf ihre Art und Weise etwas für eine Veränderung der katastrophalen Lage zu tun, während sich die meisten Politiker der etablierten Parteienlandschaft darin üben, in ihrem wohltemperierten Aquarium lediglich heiße Luftblasen abzusondern.

Wer ist nun der Böse? Jene, die die Probleme verursachten oder jene, die sie zu beheben versuchen?


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