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Wen der Staat befreit

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Wen der Staat befreit, den befreit er von der Freiheit. Ausschliesslich. Der Staat nennt das Kampf. Sein Kampf. Seiner deshalb, weil er erstens von ihm ausgeht und zweitens ihm allein dient. Dabei ist Gewalt in irgendeiner ihrer zahlreichen Formen immer eine Option.

Wenn ein Staat gegen etwas kämpft, ist es nie ein Wettkampf. Regeln und Fairness können von vornherein gekippt werden. Nicht in erster Linie deshalb, weil hier tausende von Beamtenhirnen, mithin das Macht- und Gewaltmonopol einer Nation gegen den erklärten Agressor stehen, sondern deshalb, weil der Staat im Innern vorgeblich nie gegen Menschen, sondern ausschliesslich gegen Handlungsmuster, Ordnungen, Verhaltensweisen und Sachverhalte kämpft und so die Agression, die ausschliesslich von ihm ausgeht, als „gut“ zertifiziert.

Der auch medial propagierte Kampf des Staats – also sein Einsatz fremderwirtschafteter Ressourcen – richtet sich heute gegen Terror, gegen rechts, gegen jedwede Ungleichheit, gegen das Rauchen,  gegen Diskriminierung, gegen Rassismus, Sexismus und Homophobie, gegen Arbeitslosigkeit (ist ja via Brüssel mittlerweise verboten worden), gegen Armut und immer wieder gegen den Kapitalismus.

Was man zu vermitteln sucht, wenn im Lage-der-Nation-Brustton der gute Kampf begründet, besser – beworben wird:

„Wir gehen ins Risiko für euch. Wir halten die Köpfe hin für euch. Wir geben alles für euch. Wir schützen euch. Wir befreien euch. Ihr braucht uns.“

Das Verrückte: Sie kommt an, die Botschaft. Bei vielen. Sie wird geglaubt und nicht hinterfragt.

Das Gegenteil ist der Fall: Viel zu oft wird zum Zweck solcher „Befreiung von Bedrohungen“ nach dem Staat und der eigenen Versklavung gerufen, während man sorglos rumhängt, vegane Nussfrikadellen brät, Lichterketten bildet und sich ansonsten verantwortungslos durchs Leben nöhlt. Zum Glück. Denn wäre dem nicht so, würden über Nacht Millionen von Menschen in Europa merken, dass die wohlfeile Kampfrhetorik im Endeffekt immer nur zweierlei bedeutet:

Erstens die  Allimentierung täglich zahlreicherer nutzloser staatlicher Stellen und zweitens die Einschränkung individueller Freiheit. Die Befreiung in diesem Sinn – von persönlicher Verantwortung, von Leistung, von Pflichten, von Meinungen und vom Geschlecht – ist nur dies:

Entmündigung, Entwürdigung und Enteignung.

Und die Leute würden ausserdem bemerken, das das sogenannt „Richtige“ bloss das kurzfristig Angenehmere sind, dem sie auf den Leim gegangen sind.

Was dem ganzen Kampfgedöns den Boden raushaut: Es ist reine Show. Was angeblich bekämpft wird, lässt sich nicht besiegen.  Freie Märkte lassen sich zwar unterdrücken, manipulieren und verzögern. Ausrotten lassen sie sich nicht. Es wird sie auch dann noch geben, wenn wir Diktatur haben und Staaten längst insolvent sind.

Das, was wir heute haben, als Kapitalismus zu bezeichnen, ist blanker Hohn. Das Scheitern ist politisches Scheitern. Arbeitslosigkeit und Armut eine Folge davon. Dasselbe gilt für den Terror: Solange im Namen staatlicher Interessenspolitik Kriege geführt oder geduldet werden, wird es Gruppen oder Individuen geben, die mangels Zugriff auf eine staatliche Streitmacht zum Mittel des Terrors greifen.

Und nicht zuletzt: es wird immer Menschen geben, die für sich bewusst den „Makel des Menschlichen“ in Anspruch nehmen und sich und ihr Denken nicht in von Funktionären vorgestanzte Formen pressen lassen. Und was Rauchen, Salz, Zucker und Alkohol anbelangt: Gibt es wirklich jemanden, der glaubt, der Staat bekämpfe ernsthaft etwas, das ihm jährlich Milliarden in die Kassen spült?

Trotz des programmierten Scheiterns – und wir werden teuer dafür bezahlen – wird weitergekämpft und mit mehr oder minder subtilen Formen von Gewalt daran gearbeitet, dem Mensch sein Menschsein auszutreiben. Der gedankliche Weg, der über natürliches Misstrauen gegen Fremdes und Unbekanntes durch Erfahrung zu Erkenntnis und Einsicht führt, soll abgeriegelt werden. Die Strasse von Intoleranz zu begründeter Toleranz ist gesperrt. Verordnet wird der direkte Weg zu obrigkeitlichem Wissen. Es ist ein Tunnel, Sicht nicht vonnöten.

Am Eingang gibts kostenlos Politische Korrektheit, eine Taschenlampe mit geringer Leuchtweite und eine Flöte als Uniform der seelenvoll friedfertigen Null-Werte-Gesellschaft. Wen beim Blick in die Röhre dennoch schaudert, dem wird beschieden, das Dunkel berge keinerlei Gefahr, am anderen Ende gäbe es Licht. Man könne es bloss nicht sehen, weil es vorübergehend ausgeschaltet sei. Energiewende in Hell-Land.

Dass es dort auch keine Meinungen, Verbundenheiten, Loyalitäten, Siege und Erfüllung gibt, wird nicht erwähnt. Ziel ist ein Millionenheer nirgends verankerter, gesellschaftlich isolierter, neutraler, asexueller und von jedem Bewusstsein persönlicher Verantwortung losgelöster Einzeldinger.

Nein – der Staat kämpft nicht gegen Rassismus, Islamphobie oder Hass. Er kämpft gegen die Nation als identitätsstifendes Ganzes. Er kämpft gegen ihre hergebrachte Sitten, Traditionen, Bräuche und Sprachen, die die Menschen verbinden.

  • Er kämpft auch nicht gegen Sexismus, Diskriminierung, Homophobie und für Gleichstellung. Er kämpft gegen die klassische Familie, die Sippschaft, den haltbietenden Grund gemeinsamer Abstammung und damit gegen ein weiteres identitätsstiftendes Element.
  • Er kämpft nicht für die Recht der Kinder, sondern gegen jene der Eltern.
  • Er kämpft nicht gegen die Ausbeutung durch den Kapitalismus. Er kämpft gegen freie Märkte.
  • Er kämpft nicht gegen Intoleranz, er kämpft gegen Meinungen.
  • Er kämpft nicht gegen das Rauchen, den Alkohol, Salz und Zucker, er kämpft für mehr Kontrolle.

Oder anders gesagt: Der Staat kämpft gegen die Mehrheit und für Minderheiten, die er via Opferstatus und Zuwendungen bereits geknechtet hat. Kämpfte er für die Mehrheit seiner Bürger, kämpfte er für deren Freiheit. Für freie Märkte, individuelle Wahl, Entscheidung und Meinung, für politische Stabilität, solide wirtschaftliche Rahmenbedingungen, innere Sicherheit und Selbstverantwortung in Bildung, Gesundheit und Erziehung.

Kurz: Er würde seinen potentiell gefährlichsten Konkurrenten fördern -eine Mass, starker, selbständiger, wehrhafter und fest verankerter Indidivuen, die in der Lage wären, ihn nicht nur in Frage zu stellen, sondern wenn nötig auch wirksam zu bekämpfen.

Das darf nicht sein. Um es zu verhindern, muss die Gesellschaft in immer individualisiertere Gruppen aufgesprengt werden, die sich bestenfalls rivalisierend gegenüberstehen. „Reich“ gegen „arm“, alt gegen jung, krank gegen gesund, fleissig gegen faul, LGBTI gegen hetero, Arbeitnehmer gegen Arbeitgeber, links gegen rechts und ja: auch Kind gegen Eltern.

Das Individuum muss herausgelöst werden aus allem, was ihm Identifikation, Wurzeln, Kraft und die Fähigkeit zum Widerstand an die Hand geben könnte. Die Gesellschaft atomisiert und verarbeitet zu einer gleichmässigen, gleichfarbigen und gleichgeschalteten Knetmasse, die beim beherzten Durchregieren keine Reibungsverluste produziert. Verfassungsbruch ist in dieser Herrschafts-Logik ein Muss.

Ebenso die Aushebelung von Recht und Gesetz, deren Institutionen nur noch als ideelle Profitcenter und PR-Agenturen betrieben werden. Ihre ursprüngliche Bestimmung, wie auch jene von Militär und Polizei, war der Schutz der Bürger, der Mehrheit. Auch vor dem Staat.  Dies zu dulden, wäre den Feind päppeln.

Aufhalten kann die Entwicklung heute nur noch eine Art Zusammenbruch. Der erzwungene Entzug von Mitteln und Macht. Es liegt in der Natur eines Staates, sich kontinuierlich auszudehnen, sein Betätigungsfeld zu erweitern, die Befugnisse zu vergrössern und die Möglichkeiten zur Kontrolle auszubauen.

Er wird sich nie selber beschneiden, reduzieren oder gar abschaffen. Wohl und Wille der Bürger haben hier nicht nur keinen Einfluss, sondern würden den Staat in seinem „natürlichen“ Verhalten beschränken und müssen daher ignoriert werden. Und es ist möglich, dass der heutige „Kampf“ irgendwann zum „kriegerischen Kampf“ umgedeutet wird, die administrative Entmündigungsstrategie in eine handfestere Offensivstrategie, die Mehrheit auch offiziell zum Feind.

Die gute Nachricht: Zyklen kommen immer an ein Ende. In der Natur ebenso, wie in der Wirtschaft, an der Börse ebenso, wie innerhalb von Gesellschaften und Hierarchien. Wachbleiben ist die Devise. Und sich um keinen Preis befreien lassen.