Wenn der Krieg beginnt

Von Thomas Böhm

Folgen nun den leeren Worten endlich Taten? Die Anzeichen, dafür, dass Europa gegen den IS in den Krieg ziehen könnte, mehren sich. Der „Spiegel“ schreibt:

Inzwischen wird darüber debattiert, ob die Nato aktiv werden muss. Der frühere Nato-General Egon Ramms hält das nicht für ausgeschlossen: „Eine ähnliche Situation hat im Jahr 2001 zum Bündnisfall geführt. Der Nato-Rat müsste auf Antrag von Frankreich entscheiden, ob das nach den Anschlägen von Paris jetzt auch der Fall ist“, sagt Ramms der „Bild“-Zeitung…

http://www.spiegel.de/politik/ausland/paris-francois-hollande-spricht-von-krieg-a-1062828.html

Nun sind die Merkelianer gefordert, haben sie doch alle betont, an der Seite Frankreichs zu stehen.

Es kann also durchaus sein, dass auch deutsche Soldaten den Weg zurückgehen, den die vielen syrischen Flüchtlinge gerade hinter sich gelassen haben.

Aber laufen die Soldaten nicht alle in eine Falle? Haben nicht gerade das die IS-Strategen mit ihren Terroranschlägen provozieren wollen?

Ich bin kein Militärstratege, der voraussehen kann, wie im politischen Treibsand Syriens Schlachten zu schlagen sind gegen einen feigen und hinterlistigen Feind, der sich hinter der Zivilbevölkerung versteckt und mit Gräueltaten so manchem tapferen Soldaten aus von der Leyens Kindergarten das Blut in den Adern erfrieren lässt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man den IS tatsächlich militärisch in die Knie zwingen kann. Unerschöpflich scheint die Quelle zu sein, aus der die Terroristen junge Gotteskrieger rekrutieren können.

Ganz andere Fragen beschäftigen mich viel mehr.

Wie werden die vielen Millionen Muslime hier in Deutschland reagieren, die immer wieder „in Gottes Namen“ schwören, dass die Krieger Allahs nichts mit dem Islam zu tun haben. Werden sie tatenlos zusehen, werden sie sogar jubeln, wenn die Soldaten der Bundeswehr ihren angeblich vom Weg der reinen Lehre Mohammeds abgekommenen Glaubensbrüdern den Tod bringen?

Werden die angeblich moderaten Islam-Verbände den muslimischen Soldaten der Bundeswehr ein paar „gute“ Suren aus dem Koran mit auf den Weg geben, wenn sie in den Krieg gegen diejenigen ziehen, die den „bösen“ Suren des gleichen Buches folgen?

Was passiert innerhalb der Clans und Großfamilien? Werden die Bande zerschnitten, wenn sich die Töchter für europäische Werte entscheiden und den deutschen Soldaten mit ihren Kopftüchern hinterherwinken? Werden das die Brüder und Eltern widerstandslos hinnehmen?

Was machen die Millionen so genannter Flüchtlinge, die überwiegend Allah huldigen? Werden sie ihre Dankbarkeit beweisen, in dem sie sich – zusammen mit Bundeswehrsoldaten – wieder nach Syrien begeben, um ihr Land vom Terror zu befreien oder werden sie im kälteren Deutschland bleiben und lieber abwarten, wie sich die Situation in der fernen Heimat entwickelt?

Wie reagieren die vielen zehntausend in Deutschland und Europa bereits radikalisierten Muslime? Werden sie sich den Bundeswehrsoldaten auf dem Weg nach Syrien in den Weg stellen oder werden sie warten, bis diese das Land verlassen haben und dann von Ort zu Ort wandern und jeden in die Luft sprengen, der ungläubig riecht? Werden sie versuchen, die verunsicherten Muslime auf ihre Seite zu ziehen und werden diese den Verlockungen des „Wahren Glaubens“ widerstehen können?

Wird es zum Religionskrieg auf unseren Straßen kommen?

Und was machen dann die Kirchenfürsten? Werden sie weiterhin ihre Schafe auf die islamische Halal-Schlachtbank treiben – aus reiner Nächstenliebe?

Was machen die bereits etablierten Muslime in der Politik, in den Sicherheitsbehörden, den Parteien und der Polizei? Werden sie der offiziellen Meinung Folge leisten und ebenfalls zum Krieg gegen den IS aufrufen und ihre so genannten moderaten Glaubensbrüder auffordern, munter mitzumischen?

Ehrlich gesagt, ich möchte nicht in der Haut der Muslime stecken, wenn es hier wirklich losgeht. Ich kann auch nicht sagen, wie sie sich letztendlich entscheiden, wenn es hart auf hart kommt. Zu wenig kann ich mich in die Gedankenwelt dieser Strenggläubigen hineinversetzen.

Vielleicht sollte ich die Kanzlerin um Rat fragen. Schließlich hat sie sich schon einmal erfolgreich als Prophet verdingt und in weiser Voraussicht verkündet:

Wir schaffen das!


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