Wenn die Öllampe brennt – schlag drauf!

Von Susanne Kablitz

Wie reagieren Menschen, wenn sie in die Ecke gedrängt werden? So sehr in die Ecke gedrängt, dass sie genau wissen, dass sie nur noch wild um sich schlagen können und es doch keine Befreiung aus dem Elend gibt? Wenn sie wissen, dass sie mit ihrem Verhalten andere Menschen ins Unglück stürzen und trotzdem das Ego zu groß ist, um jetzt noch „Stopp!“ zu rufen und inne zu halten. Wenn ihnen klar sein muss, dass sie alles kaputt machen, Lebensträume zerstören, Hoffnungen platzen lassen, Wünsche anderer mit Füssen treten, Lebensplanungen verwüsten?

Was tun sie dann? Gehen sie auf diesem Weg weiter, obwohl er im moralischen Morast enden wird? Oder brechen sie unter der Last zusammen und kehren um?

Wie fühlt man sich als „Volksvertreter“, wenn man dabei ist, Europa zu zerfetzen und dies billigend in Kauf nimmt, nur um eine Währung zu „retten“? Eine Währung, mehr nicht! Eine Währung, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt war, weil sie politisch motiviert und den Völkern aufgepresst wurde. Eine Währung, bei der klar war, dass sie so wie sie aufgebaut und von Politikern und dem Großkapital zur Manipulation ungeschützt ausgesetzt war, keinem Volk gut tun würde.

Eine Währung, die die unterschiedlichen Voraussetzungen der europäischen Völker nicht berücksichtigen kann und dazu auch gar nicht gemacht wurde.

Warum haben die Länder, die bis zur Einführung des Euros mit einem dem Ausfallrisiko angemessenen Zinssatz lebten, mit dem „billigen Geld“ keine Schulden abgebaut, warum wurden mit dem „billigen Geld“ keine Reformen angestoßen? Warum hat man mit dem „billigen Geld“ nichts besseres zu tun gehabt als den Staatsapparat noch weiter aufzublähen, der so wieder einmal beweisen konnte, dass er als Investor nichts taugt, obwohl man wissen musste, dass der Tag der Abrechnung kommen wird, wenn man die Dinge übertreibt?

Ja, es wird teuer werden, diesen unsäglichen Fehler zu korrigieren, sehr teuer sogar. Aber was wird es uns alle kosten, wenn dies nicht geschieht?

Der Hass aufeinander nimmt zu, die Ressentiments „gegen den anderen“ weiten sich aus, es werden Schuldige gesucht und gefunden. Sollte es in nicht allzu weiter Ferne zum Kollaps kommen, was aus meiner Sicht unausweichlich ist, wird es Jahre, wenn nicht Jahrzehnte brauchen, bis sich die Völker erholt haben. Diese Erholung wird umso schwieriger werden, weil wir außer dem „Euro-Scherben-Aufwischen“ noch viele andere Probleme haben, die sich aus den demographischen Veränderungen ergeben.

Der Machtmissbrauch unserer Politiker wird uns viel Kraft und sehr viel Geld kosten.

Geld, das jetzt schon nicht mehr da ist, weil alle Länder hoffnungslos überschuldet sind. Was erklären wir den Kindern, wenn sie irgendwann begreifen, wie verantwortungslos ihre Eltern waren, weil sie zugesehen haben, wie sie von den selbst gewählten Politikern missbraucht wurden? Haben sie dann noch Respekt? Können sie noch Achtung vor uns haben?

Es werden Regeln und Versprechen gebrochen, Verträge nicht eingehalten und Zusagen „vergessen“! Was soll noch gelten in unserer Gesellschaft, wenn alle diese Dinge nicht mehr zählen? Wenn argumentiert wird, dass besondere Zeiten besondere Regeln erfordern? Kann ich das dann genauso handhaben? Kann ich dem Finanzamt erklären, dass ich mein Geld ab jetzt für mich selbst brauche, weil wir „besondere Zeiten“ haben?

Und in all diesem Chaos sprechen Politiker von „sozialer Gerechtigkeit“! Es ist unfassbar!

Liebe Volksvertreter, es wäre sozial sehr verträglich, wenn ihr euch für ein paar Jahre zurückziehen würdet. Den Menschen würde sehr viel Elend erspart, wenn ihr euch eure überhebliche Anmaßung, sich um das Wohl der Menschen zu kümmern, schenkt. Ihr braucht diese Schlagworte nur, um der Ausplünderung einen schönen Namen zu geben und euer Dasein zu rechtfertigen.

Den Reichen (wer auch immer das sein soll) wird genommen, um es den Armen nicht zu geben.

Diese Enteignungen führen zu Kapitalaufzehrungen und sind volkswirtschaftliche Idiotie. Immer wieder werden diese unsäglichen Parolen geschwungen und immer wieder endet es im Elend.

Aber was soll´s? Den wirklich Reichen spielt ihr in die Karten und sorgt dafür, dass durch dieses menschenverachtende Falschgeldsystem deren Reichtum immer größer wird. Den kleinen „Reichen“, also dem ursprünglichen Mittelstand, den Menschen, die in diesem Land in der Vergangenheit für den Wohlstand gesorgt haben, entzieht ihr die Lebensgrundlagen.

Nun mag der eine oder andere hier immer noch glauben, dass es ihm besser geht als vielen in anderen europäischen Staaten, aber auch hier wird der Glaube schon sehr bald von der Realität eingeholt werden. Die einzigen, an deren Wohl ihr interessiert seid, sind die, wo ihr nach eurer aktiven Zeit als Politiker lukrative Jobs erwarten könnt.

Der normale Mittelstand ist euch piepegal! Ja, er stört sogar auf dem Weg in den totalen Staat!

Hier presst ihr nur die Profite heraus und lasst sie ansonsten im Regen stehen. Und deswegen ist es eine Frechheit, sich als Retter der Menschen aufzuspielen. Es ist nicht mehr als peinliche und selbstherrliche Propaganda; dies werden immer mehr Menschen merken! Sie werden es dann merken, wenn alles aus ihnen herausgepresst wurde und sie zum Abschuss freigegeben werden. Sie werden es dann merken, wenn sie für euch nichts mehr wert sind und ihr sie opfern könnt.

Leider ist es dann zu spät – und ihr werdet um Ausreden nicht verlegen sein … und wieder wird es einen erheblichen Teil von Menschen geben, die euch die Ausreden sogar abnehmen. Es ist zum Weinen – wirklich! Warum nur bemerken wir nicht, dass sich die Geschichte wirklich beständig wiederholt?

Und warum bemerken wir nicht, wer hier die Falschspieler sind – wenn sich auch ihr Antlitz verändert? Warum nur nicht?


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