Wenn über Freiheit und Unabhängigkeit nachgedacht wird

von Alexander Berg

Offenbar sollte der eine Beitrag von heute morgen nie den offenen Raum erreichen.

Katalonien zeigt den Verfall in kleinere Strukturen, was unter den Augen der Autorität nicht sein soll – sein darf.

Für den ambitionierten Deutschen ein wahrhaftes Ereignis, wünscht sich der eine oder andere schon lange ein „souveränes Deutschland“. Was immer das auch sein mag.

Wenn sich Katalonien von Spanien abwendet und anschließend dann „Republik“ schimpft, ist das nichts anderes, als das eine Systemhamsterrad gegen ein anderes austauschen zu wollen.

Denn solange eine Hierarchie entsteht, egal wie flach sie sich gibt, ist Souveränität (Selbstbestimmung) nur ein Worthülse, während im Inneren die Fremdbestimmung durch Vorgesetzte herrscht – egal wie sehr sie vor der Wahl dem Spanienabtrünnigen oder wo auch immer entgegenlächeln mögen.

Der sofaverwöhnte Deutsche würde nie einen solchen Schritt ohne Plan wagen. Zudem wäre so ein Plan ja auch nie fertig. Er ist dazu viel zu sicherheits- und vor allem pflegebedürftig, was ihm zu seiner eigenen Entwicklung auch entsprechend im Wege steht (mittlerweile wohl auch dem Wandel an sich). Für das was aktuell passiert, gibt es weder einen Schein, noch ein Formular und ohne schriftlich Genehmigung und apostillierte Urkunde geht gar nichts. Und auch nicht jede Idee ist auch eine brauchbare.

Der Deutsche hat sich dabei auch bereits so geschickt auf dem Sofa platziert, dass er den zu beschreitenden Entwicklungsweg in die Neue Zeit erst gar nicht zu anschauen braucht.

Aber „Mutti“ regelt das schon!

Wenn man bei ihm auf den Knopf drückt, kommt aus ihm das übliche „Klagemauerkonzert“. Am besten noch gemeinsam, damit er nicht so alleine ist. Betreuer gibt es dafür ja schon genug.

Der Deutsche ist Gestern gewohnt. Er lebt das Gestern. Es quillt aus jeder seiner Öffnungen hervor und „ergießt“ sich in diese Welt: „Wir wollen, dass sich etwas ändert, aber es muss so sein, wie wir es kennen“. Der Deutsche: vom Gestalter zum Betreuten, vom Visionär zum Realisten, vom Denker zum Kopierer.

Der Deutsche glaubt nur das, was er sieht. Damit fährt ist er auch ganz sicher, dass nichts anderes existieren kann. Deshalb muss es auch Menschen geben, die sich mit einem solchen Verhalten nicht zufrieden geben und die Grenzen des Gewohnten überschreiten. Denn es geht ja im Leben um mehr, als nur die eigenen 80 oder 90 Jahre.

Als Schubäus in den 70er Jahren die Werft neu geordnet hatte, haben die Deutschen von der Art und Weise, wie Schiffe auch anders gefertigt werden können, nichts mitbekommen. Jedoch die Koreaner und Japaner. Erst Jahre später fanden die Deutschen Gefallen daran, wie die Koreaner und Japaner Schiffe zu bauen pflegten. Später wurde sich darüber beschwert, dass der Schiffbau kaum noch eine Zukunft hat. Tja.

Vielleicht hat der Deutsche, so wie er aktuell „programmiert“ ist, auch einfach nur ausgedient. Er war gut zum Ausnehmen, was er ja schuldbewusst gern mit sich machen lässt und damit hat sich der Fall.

Es heißt: „Alte Verhaltensmuster ändern sich nie. Sie sterben immer nur aus.“

Es macht wohl Sinn, das letzte Kapitel „Der Deutsche“ endgültig abzuschließen und ihm seinen letzten Wunsch zu gewähren, mag er nochmals seinen Kaiser, seinen Reichskanzler oder sein Land (fiktives Gebilde) huldigen.

Wer mich kennt, wird mir eine andere Denke zusprechen. Es war auch absichtlich alles so schwarz formuliert, denn ein Paradigmenwechsel ist ein Verabschieden von Denk- und Verhaltensmustern, die bisher dem System sein Bedeutung verliehen, über das sich gerne zwar dagegen beschwert, jedoch fleißig dafür getan wird, dass alles so bleibt.

„Am Tun wird man sie also wieder einmal erkennen“, und wir haben es hier mit einer globalen Geburt zu tun!

Der Deutsche hat bis jetzt noch nicht verstanden, dass er(!) die Denkaufgabe auf dem Weg durch das Nadelöhr in die Neue Zeit auf dem Tisch hat und keine Aufgabe, nur das Vorgestern gegen das Gestern zur Gestaltung des Morgen auszutauschen.

Erst neulich musste ich einen aufgeschreckt haben, der plötzlich mit dem Argument reagierte, jeder habe sein eigenes Bewusstsein, während aus dieser Richtung nur Unterwerfungs- und Endzeitstimmung verbreitet wird. Alles darf und mag sein, jedoch sollte sich dann niemand beschweren, denn damit erleichtert er sich nicht.

Jedenfalls macht mir das Wirken in der Materie wieder viel Freude, während diese wenigen Zeilen vielleicht auch mal zum Weiterdenken, und nicht nur zum Nachdenken anregen.

P.S. Die Mehrheit verwendeter gesellschaftlicher Werte, werden im Alten nur als Worthülsen „gemundhabt“. Dazu gehören auch Freiheit und Selbstbestimmung. Beides keine Begriffe für ein fiktives Gebilde, sondern für den lebenden Menschen selbst – so am Rande.


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