Willkommen im Medien-Horror-Land

von Hadmut Danisch

Was ist die nächste Steigerung nach der political correctness?

Es ist das Zusammentreffen einer Presse, die immer stärker desinformiert, und einer Gesellschaft, die desinformiert werden will, die Falschdarstellung regelrecht fordert. Die das Trugbild der Realität vorzieht, weil es angenehmer ist. Genau das erleben wir im Moment, groteskes Resultät einer Gesellschaft, die sich immer mehr in »safe spaces«, »filterbubbles« und Redeverboten suhlt, die sich daran gewöhnt hat, nur noch Wohlfühlnachrichten zu hören, egal ob sie stimmen oder nicht.

Und es ist eine Gesellschaft, die grundsätzlich und immer ihre Maßstäbe so verändert, dass das gewünschte Ergebnis dabei herauskommt, anstatt an einem klaren Maßstab zu messen. Eine Messung, bei der das Ergebnis vorher schon feststeht. Erkennbar und diagnostizierbar an dem Symptom, ständig zweierlei Maß an sich und andere, an das erwünschte und das unerwünschte anzulegen. Diese Doppelmoral, diese Doppelzüngigkeit, diese doppelten Maßstäbe ziehen sich wie ein roter Faden durch die Zeitgeschichte.

Das ist gefährlich.

Demokratie heißt, dass die Regierung macht, was das Volk will, und die Presse dies beobachtet und beschreibt.

Unser Zustand ist jedoch, dass die Regierung macht, was sie will, und sich der Presse bedient, um das Volk zu desinformieren und zu täuschen.

Wir sind in einer Zeit, in der Wohlgeschmack der Nachricht weit höher eingestuft wird als ihr Wahrheitsgehalt, in der es nicht mehr darauf ankommt, ob etwas stimmt oder Sinn ergibt, sondern ob es in das bestehende Weltbild passt. Paradoxerweise nehmen es immer mehr Leute hin, dass sich die Pressepropaganda selbst widerspricht, und mit mehrererlei Maß misst, um die Wunschmeldung zu erzeugen, damit der Leser sich subjektiv einbilden kann, dass es keinen Widerspruch zu seinem Weltbild gibt und alles mit dem einen Maß gemessen wird, an das er sich gewöhnt hat.

Wie schlimm das ist, zeigt sich etwa daran, dass von den Briten schon Kritik kommt, die Deutschen hätten das Hirn verloren und sich wie ein gefühlsgeleiteter Hippie-Staat gerieren. Was beachtlich ist, denn gerade die Briten hielten uns doch immer für zu steif und rational. Man muss die Frage stellen, ob das einfach so passiert ist, oder ob das eher im Gegenteil so herbeigeführt wurde, um das öffentliche Hirn abzuschalten.

Jede noch so kleine Sachlichkeit wird sofort im Ansatz erwürgt. Alles wird in einer Emotionssoße ertränkt.

Und es fällt mir (nur mir?) auf, welche enorme Rolle die Medien dabei spielen.

Vor einigen Tagen hat irgendein Depp auf Facebook gepostet, dass er sich über das tote Kind freue, das da als Foto der Kinderleiche am Meer durch die Medienlandschaft geisterte. Ohne Frage, der Kommentar ist indiskutabel und widerlich, der Autor ein Idiot, noch dazu (angeblich) vorbekannt wegen rechtsradikaler Ausfälle, nicht mal seine Mutter mag ihn. Ich will das auch in keiner Weise verteidigen oder irgendwie relativieren. Bestraft ihn, soviel Ihr wollt. Nicht mein Thema.

Ich will mich aber darüber wundern, wie man dagegen vorgegangen ist. Und vor allem wer.

Denn eigentlich haben wir in Deutschland eine Unschuldsvermutung. Bestraft den Typen, soviel Ihr wollt, Ihr könnt ihn grillen und hinrichten, aber macht dies in einem Gerichtsverfahren. Selbst der schlimmste Verbrecher sollte in einem ordentlichen Verfahren und nicht vom Lynch-Mob gerichtet werden. Und vor allem sollten Zuständigkeit und Gewaltmonopol da bleiben, wo sie hingehören. Bei den Staatsgewalten.

Wobei selbst die schon überreagiert haben. So dämlich und unerträglich der Kommentar gewesen sein mag – Herrje, es war ein Text auf einer Webseite. Noch dazu eine, die vermutlich kaum jemand zur Kenntnis genommen hätte, wenn man sie nicht durch alle Medien geprügelt hätte. Und wegen einer Webseite kommt da nachts um 3.30 der Staatsschutz zur Hausdurchsuchung. Ist ein Webseitentext so gewichtig, dass man nachts um drei eine Hausdurchsuchung vornehmen muss? Was ist daran so verhältnismäßig und erforderlich, dass es nicht bis zum nächsten Tag warten kann? Zählen die Unverletzlichkeit der Wohnung und der Anspruch auf einen Anwalt eigentlich gar nichts mehr? Oder sind wir jetzt schon beim Staatsterror wie im Film „Brazil”?

Und wonach wurde da überhaupt gesucht? Man hat einen Notebook und zwei Handys beschlagnahmt. Als was? Als »Tatwerkzeug«? Oder ging es eher um die schnelle Einschüchterung, das politische Markieren, dass man was unternehme? Oder doch die Botschaft, dass es keiner mehr wage, von der vorgebeben Sichtweise abzuweichen?

Verdammt, hier um die Ecke stehen die Drogendealer in der U-Bahnstation und liefern sich Messerstechereien, und hier gibt es jede Menge Wohnungs- und Autoeinbrüche. Ab und zu brennen Autos. Interessiert keinen. Da kommt keine Polizei, kein Staatsschutz und keine Zeitung. Aber wenn einer Mist auf eine Webseite schreibt, dann rückt das Rollkommando nachts um drei an.

Und niemand findet etwas dabei.

Zweierlei Maßstäbe?

Oder weil jede Kritik daran als Eintreten für Rechtsradikale gewertet würde? Sind wir inzwischen so weit, dass jede Kritik an Medien oder staatlichem Handeln den bürgerlichen Tod und Ruin nach sich zieht? Merkt denn keiner, wie auf diese Weise alles zersetzt wird, was den Staat mal ausmachte?

Bedenkt bitte mal, dass diese Werte so wertvoll sind, dass derzeit Hunderttausende von Menschen alles aufgeben und unter Lebensgefahr zu uns kommen, weil sie hoffen, hier geordnete Verhältnisse vorzufinden. Und ausgerechnet die, die vorgeben sich für Flüchtlinge einzusetzen, haben nichts Eiligeres zu tun, als gerade das zur Gelegenheit zu nehmen, alles das zu zerstören. Eigentlich müsste man den Flüchtlingen sagen, dass ihre Flucht vergebens war, weil sich Deutschland schneller in eine Terrordiktatur verwandelt, als sie deutsch lernen können. Nix gelobtes Land. Weil einer Schwachsinn daherblubbert kommt nachts das Rollkommando. Die ersten Flüchtlinge merken aber auch schon selbst, dass man sie mit der Utopie vom sagenhaften Deutschland reingelegt hat. Man hat ihnen ein Paradies versprochen, vorgefunden haben sie aber das dann.

Ein Leser meines Blogs sprach mich neulich darauf an und meinte, dass ihm gerade angst und bange wird, wenn er darüber nachdenkt, worauf das hinausläuft. Da kommen hunderttausende von Leuten, die dieser festen Überzeugung sind, die all ihr Hab und Gut dafür aufgegeben und unter Strapazen lebensgefährliche Reisen angetreten haben, um in das Merkel-Land zu kommen, in dem Milch und Honig fließt. Und die überzeugt sind, einen Versorgungsanspruch zu haben. Was ist eigentlich, wenn bei denen mal was überläuft? Immerhin düften viele von denen unter posttraumatischen Belastungsstörungen leiden, und solche Leute habe ich in meiner Zeit im Studentenwohnheim erlebt. Das kann aus völligen Nichtigkeiten spontan umschlagen. Was ist eigentlich, wenn die der Zelte, der Enge und des Rumliegens mal überdrüssig werden, frustriert sind und irgendwelchen Scharfmachern zum Opfer fallen? Der Leser fragte, was eigentlich passiert, wenn da mal zwanzigtausend Leute mit Knüppeln über einen Stadtteil herfallen und einfach mal ne Hausbesetzung durchführen, die Anwohner rausprügeln und das für sich in Beschlag nehmen?

Ist es nicht seltsam, dass uns die deutschen Medien immer nur wunderbare Menschen mit süßen Kindern zeigen, die voller Dankbarkeit Dankesschilder hochhalten und erklären, wie dankbar sie seien, in Deutschland zu leben und sofort anfangen wollen zu arbeiten oder zu studieren. Oh, ich glaube denen, dass das so ist und die echt und authentisch sind. Will ich nicht in Zweifel stellen. Warum auch, die Syrer sind sehr nette und moderne Leute. Aber wer ist eigentlich so blöd, sowas als repräsentative Darstellung zu glauben? In welchem Land der Erde gibt es eine Bevölkerung, die nur aus netten Familien besteht? Wird uns hier nicht selektiv was vorgegaukelt?

Genaue Zahlen weiß ich nicht. Gerüchteweise habe ich gehört, dass nur etwa 10 bis 15 % diesem Ideal entsprechen. Natürlich haben auch die Anderen Anspruch auf Asyl. Aber haben wir nicht auch einen Anspruch auf wahrheitsgemäße Information? Schaut man zum Vergleich ungarisches Fernsehen, oder auch mal Putins Propagandasender Russia Today, werden ganz andere Bilder gezeigt. Welche stimmen?

Zurück zum ertrunkenen Jungen. Es sind mittlerweile Fotos aufgetaucht, die den Fundort anders darstellen, nämlich zwischen Felsen. Kein gutes Foto möglich. Es sieht aus, als haben man den nochmal woanders hingelegt, damit’s ein schönes Foto gibt. Zwar ist das noch keine Falschinformation, denn für den Umstand, dass der Junge ertrunken ist, ist es bedeutungslos, ob er nun 50 Meter weiter da oder dort angeschwemmt wurde. Es wird keine inhaltlich falsche Aussage hergestellt. Aber es wird emotionalisiert. Und um es mal direkt zu sagen: Ich persönlich finde es widerlich, eine Kinderleiche zu drapieren, um Medienpropaganda zu betreiben – oder als Fotograf den dicken Reibach zu machen. Ich persönlich empfinde solchen tätlichen Missbrauch einer Kinderleiche – immerhin auch ein Störung der Totenruhe – als viel schlimmer als irgendeinen idiotischen Text auf Facebook. Die deutsche Polizei ermittelt gerade gegen irgendwelche Holländer, die vor Helgoland Dinge aus einem vor hundert Jahren gesunkenen Schiff geklaut haben, wegen Störung der Totenruhe, obwohl da von Toten gar nichts mehr da ist. Warum aber ermittelt man dann nicht gegen den Fotografen, der da die Leiche drapiert hat, und gegen die Medien, die damit Auflage machen?

Ich persönlich finde das viel widerlicher. Aber da wird stets mit zweierlei Maß gemessen. Wie immer, wenn Moralisierung als Maxime herhalten muss.

Dass sich dabei noch herausstellt, dass die Familie schon seit drei Jahren in der Türkei lebte, und keine Kriegs-Flüchtlinge mehr waren, wirft ein komisches Licht. Dass der Vater zur Beerdigung nach Syrien fliegt, obwohl man doch angeblich unter Todesgefahr gerade von dort geflohen war, wirft Fragen auf. Wird uns hier schon wieder ein Tugce verkauft?

Überhaupt, die Medien.

Googelt mal, was die – allen voran die Berliner BZ und die BILD – zu dem Fall alles schrieben und über Tage hinweg, mit Foto und vollem Namen des Facebook-Idioten, natürlich mit Arbeitgeber, den man auch unter Druck gesetzt hat. Tagelang Dauerfeuer aus allen Rohren. Und die erdreisten sich, andere der Hetze anzuklagen?

Als ich das so gelesen habe, fiel mir was ein. In irgendeinem Leserkommentar der letzten Wochen hatte irgendein Leser hier verlinkt, dass die BILD die Leser aufwiegelt, „Nazis” – echte oder vermeintliche, wenn das Volk lyncht, kommt es nicht so drauf an – bei deren Arbeitgeber zu melden und die Arbeitgeber unter Zugzwang zu setzen, um die Leute zu feuern. Da wird eine regelrechte Treibjagd veranstaltet, und jeder für vogelfrei erklärt, der eine andere Meinung hat. Klar, man schiebt immer solche Fälle wie diesen Facebook-Kommentar vor, und zeigt immer deftige Bilder von gröhlenden und besoffenen Idioten, liefert damit aber nichts anderes als eine moralische Grundlage für einen Gewaltmob.

Oh, nicht, dass der Eindruck entsteht, ich hätte was für Nazis übrig oder würde sie irgendwie verteidigen wollen. Ich finde Nazis total zum Kotzen. Aber ich habe da zwei Abers. Das erste Aber ist: Ich finde nicht nur Rechtsradikale zum Kotzen, auch andere. Linksradikale. Desinformierende Presse. Und so weiter. Bei mir sperrt sich was, wenn man aus einem großen Haufen von Arschlöchern nach political correctness manche raussucht und an den Pranger stellt und die anderen als gute Menschen ausgibt. Zweierlei Maß.

Das zweite Aber ist, dass ich davon überzeugt bin, dass wir ein Rechtsstaat sein sollten. Und Rechte sind nun einmal etwas, das man nicht dem zugesteht, der einem gefällt (denn der hat ja das Wohlwollen schon), sondern dem zugestehen muss, der einem nicht gefällt. Der Wert eines Rechtes bemisst sich danach, ob man es auch dem übelsten Abschaum noch zugesteht. Und das ist meine Überzeugung. Ich wollte gerade schreiben „Ich kämpfe nicht für Rechte, sondern für Rechte”, als mir auffiel, dass das wegen der Doppelbedeutung missverständlich ist. Aber vielleicht kann man es sich besser merken als „Ich kämpfe nicht für politisch Rechte, sondern für Bürgerrechte”.

Und Strafverfolgung ist nun mal nicht Aufgabe der Presse oder deren Lesern, und ausgerechnet die BILD-Leserschaft zur Selbstjustiz aufzufordern, schon kriminell.

Ich habe mir deshalb in den letzten Tagen ein Experiment erlaubt. Ich hatte doch vor ein paar Tagen darüber geschrieben, dass Christopher Lauer, der Ex-Piraten-Ober-Schwätzer, der unter Beibehaltung seines Abgeordnetensitzes zum Axel Springer-Verlag als „Leiter strategische Innovation” gegangen ist, zu einem Brand einer Turnhalle schon exzessiv gegen rechten Terror gewettert hatte, obwohl es dafür noch keine Hinweise gab. Es stellte sich heraus, dass es zündelnde Kinder aus dem benachbarten Flüchtlingsheim waren. Ich habe deshalb mal der Pressestelle von Springer die Fangfrage gestellt, wie sie dazu stehen. Antwort:

Sehr geehrter Herr Danisch,
bitte wenden Sie direkt an Herrn Lauer, wenn Sie seine Veröffentlichungen oder Meinungsäußerungen kommentieren möchten. Sein politisches Amt ist eine reine Privatangelegenheit, die nichts mit seiner Tätigkeit bei Axel Springer zu tun hat.

Mit freundlichen Grüßen
Edda Fels

Alle anderen Arbeitgeber haben sich gefälligst auch um das private Wohlverhalten der Mitarbeiter zu kümmern oder diese zu feuern, nur der Axel Springer Verlag selbst, der natürlich nicht.

Dabei hat sie mit ihrer Mail im Prinzip sogar Recht, den Arbeitgeber gehen politische Privatangelegenheiten nichts an. (Was natürlich fragwürdig ist, wenn einer gleichzeitig in Politik und Presse ist, und genau das posaunt, was deren BILD ständig raushaut, da stellen sich dann schon Fragen.)

Warum aber wiegelt dann die BILD dazu auf, bei Rechten die Arbeitgeber zu informieren und unter Druck zu setzen? Warum soll der Arbeitgeber für Rechtsextreme unter seinen Angestellten verantwortlich sein, nicht aber für Linksextreme? Schon wieder zweierlei Maß, zweierlei Recht?

Ich mag es nicht, wenn jemand moralisiert und über die Gesinnung argumentiert. Noch weniger aber, wenn er zweierlei Maß anlegt, um das zu tun.

Warum ich das schreibe?

Weil in meinem Blog in letzter Zeit zwei Sorten Kommentare stark zugenommen haben: Widerliches ausfälliges rechtsradikales Zeug. Und der Vorwurf, Rechtsradikalen Vorschub zu leisten.

Und ich bin mir noch nicht sicher, ob das überhaupt zwei Seiten sind, die aufeinander reagieren, oder ob es nicht dieselben Leute sind, die mir den Dreck erst reinwerfen, um dann unter anderem Pseudonym darüber zu schimpfen. Jedenfalls habe ich in den letzten Tagen deutlich mehr Kommentare aussortiert, als früher.

Auch weil ich merke, dass ich stärker aufpassen muss, um nicht auch eine Hausdurchsuchung oder sowas in der Art zu riskieren. Mittlerweile herrscht hier ein Klima, in dem man auf jeden, der nicht sofort das Standard-Lied singt, als Staatsfeind einprügelt. Es wird sehr gefährlich, eine Meinung zu haben. Es wird sogar gefährlich, keine Meinung haben zu wollen. Nord-Korea lässt grüßen.

Und schon taucht auf Konferenzen das Thema auf, dass Meinungsfreiheit eigentlich Teufelszeug ist und verboten werden muss.

Man kann von Facebook halten, was man will. Ich halte sehr wenig von denen und mag es überhaupt nicht, nutze es auch nicht. Ich habe keinen Facebook-Account. Aber immerhin ist Facebook ein Mittel, das einer breiten Bevölkerungsschicht auch aus Laien ermöglicht, an der institutionalisierten Presse und politischer Kontrolle vorbei zu publizieren. Meinungsfreiheit bringt es nunmal mit sich, dass dabei nicht nur Kochrezepte und politisch korrektes Gutmenschengefasel rüberkommt, sondern auch Gegenmeinungen und Müll. Das ist halt so mit einer Freiheit, sonst wär’s ja keine. Wer Meinungsfreiheit will, muss auch etwas Müll hinnehmen.

Mittlerweile ist aber ein Krieg gegen Facebook ausgebrochen.

Ralf König, zu Beispiel. Der, der mit Schwulen-Comics (ich habe sie auch im Regal stehen) und den Filmen dazu Millionär wurde. Zeichnet sich, wie er Facebook auskotzt. Gut, kann man machen. Ist Meinungsfreiheit. Ich frage mich aber, wie man im Allgemeinen oder Ralf König im Besonderen darauf reagiert hätten, wenn jemand anderes das gleiche Bild gemalt und dabei einen Flüchtling ausgekotzt hätte. Das ist das, was ich mit zweierlei Maß meine. Sich selbst Rechte und Privilegien einräumen, die man anderen nicht zugestehen möchte. Er schimpft auf Kommentarleisten, nimmt sich selbst daber durchaus das Recht heraus, zu publizieren. Für sich selbst hält er es für selbstverständlich, anderen gesteht er es nicht zu.

Wer legt das fest, wo die Grenze zwischen erlaubt und verboten liegen soll? Gibt es überhaupt noch eine inhaltliche Grenze, wenn nicht mehr gegen bestimmte Kommentar, sondern gegen die Existenz der Kommentarleiste schlechthin gewettert wird?

Haben wir eine Aufteilung in eine politisch korrekte privilegierte Elite, die publizieren darf, und das allgemeine Volk, dass das nicht darf, und gefälligst zu fressen hat, was man ihm hinwirft? Seltsam, dass ausgerechnet ein Schwulenrechtler dafür plädiert, der allgemeinen Bevölkerung die Meinungsäußerung abzudrehen. Zweierlei Maßstab?

Was ich dabei als besonders verlogen empfinde: So viele schimpfen auf Facebook, nehmen – wie Ralf König – aber weiterhin deren Dienste kostenlos in Anspruch. Wenn man mit Facebook nicht einverstanden ist, warum benutzt man es dann? Warum sind so viele Promis dann auf Facebook vertreten? Woher kommt das Anspruchsdenken, dass sich Facebook trotz kostenlosen Anspruchs an unsere Moral anzupassen habe? Also wenn ich mich über Facebook aufregen würde und die mir nicht passten, würde ich da keine Webseite betreiben. Oh, jetzt wo ich es anspreche: Mir gefällt Facebook ja tatsächlich nicht und deshalb habe ich da ja auch keinen Account. Mich stören an solchen Diensten die amerikanisch-religiösen Moralverstellungen, die da durchgesetzt werden. Ich will mit einem moralisierenden Dienst nichts zu tun haben. Deshalb lasse ich es auch bleiben.

Aber gleichzeitig auf Facebook zu schimpfen, es auszukotzen, gleichzeitig aber seinen Account dort zu nutzen – das ist Doppelmoral, doppelte Maßstäbe.

Haben Sie was gegen Ausländer?

Hört man häufig.

Was für eine dämliche Frage. Und wehe jedem, der etwas anderes als „natürlich nicht” antwortet.

Ein Kollege von mir hat ein T-Shirt mit der Aufschrift „Da regt mich ja schon die Frage auf!” Dieses T-Shirt passt hier.

Die ganze Zeit über hämmern sie einem ein, dass sie gegen Vorurteile, Stereotype, Klischees sind, dass man sich die abgewöhnen müsse, und dann ist die zentrale Frage eine, die 99% aller Menschen dieses Planeten auf einen Prototyp eindampft.

Gehört übrigens zu einem linken Dreiklang: Frauenfeindlich, Schwulenfeindlich, Ausländerfeindlich.

Kennt Ihr diese pauschalisierende Formulierung, bei der ganze Länder oder Volksgruppen so stark pauschalisiert werden, dass man sie im Singular bezeichnet werden? Der Engländer grölt. Der Türke isst Döner. Der Russe säuft. Grauenhaft idiotisch, entsetzliches Gefasel. Aber die Frage „Haben Sie was gegen Ausländer?” ist von derselben Dummheit. Und doch schwätzt sie jeder nach. Sieben Milliarden Menschen werden auf einen Begriff zusammengezogen.

Haben Sie was gegen Ausländer? Woher soll ich das wissen? Ich habe sie ja noch nicht alle getroffen.

Trotzdem wird man zu der pauschalen Aussage genötigt, dass man nichts gegen Ausländer hat, also eine Pauschalisierung, eine Eindampfung auf einen Prototyp. Man wird quasi gezwungen, ein Vorurteil abzugeben und jedem blanko die Freundschaftsabsolution zu erteilen, obwohl man 7 Milliarden Menschen nicht kennen kann.

Aber: Ein „Ich habe nichts gegen Ausländer” oder „Ausländer sind mir Willkommen” ist eine genauso schwachsinnige Aussage wie „Der Ausländer wäscht sich nicht”, nur eben in die andere Richtung. Zweierlei Maß. Pauschale Ausländerfreundlichkeit ist genauso schwachsinnig wie pauschaler Ausländerhass. Aus dem gleichen Material gemacht.

Haben Sie was gegen Ausländer? Kommt drauf an. Gegen manche ja, gegen manche nein.

Ich habe nun einmal 7 Jahre in einem Studentenwohnheim, dem berühmt-berüchtigten HaDiKo in Karlsruhe gewohnt, das einen sehr hohen Anteil aus den arabischen Ländern hat und zeitweise „Klein-Teheran” hieß. Und habe da sehr viel erlebt. Beispielsweise einen Palästinenser, der einer nettesten, beliebtesten und liebenswürdigsten Menschen und besten Freunde war, die ich überhaupt je kennengelernt habe. Als der mit dem Bauingenieur-Studium fertig war und eine Stelle antreten wollte, flog der zum Urlaub mal nach Hause um seine Familie zu besuchen. Und wurde dort gewaltsam festgehalten, kam nicht mehr raus, weil die meinten, dass sie Leute, die Brücken bauen können, dort brauchen. Ich habe ihn nie wieder gesehen, er konnte auch seine Sachen nie abholen. So kann das Kennenlernen eines prima Freundes im Ergebnis zu einer sehr kritischen Sichtweise führen.

Ich habe aber auch Leute erlebt, die brandgefährlich waren, die wochen- und monatelang völlig nett und entspannt schienen und dann urplötzlich und innerhalb einer Sekunde aus geringsten Nichtigkeiten heraus durchdrehen und extrem gewalttätig werden. Es gab Leute, die sich gegenseitig abgestochen haben. Und ich habe häufig eine unglaubliche Verachtung gegenüber Deutschen erlebt, die sich mal in kunstvoll gedrechselten langatmigen Beleidigungen äußerte, sehr häufig durch Spucken in das Gesicht. Und wieder andere hatten eine freundliche Fassade, verachteten aber unsere Sitten und unser Leben und haben das Gemeinschaftsklo einschließlich der Kabinenwände vollgekackt. Wohlgemerkt, das war eine Minderheit. Aber: Derentwegen war das Zusammenleben war überaus problematisch.

Deshalb ist mein Standpunkt, dass mir die meisten Ausländer herzlich willkommen sind, aber eben nicht alle. Ich halte es für richtig und wichtig, Kriegsflüchtlingen nicht nur Asyl zu gewähren, sondern sie aufzunehmen, um ihnen nicht noch eine zweite Flucht zuzumuten. Ich halte es aber für einen Fehler, die Türen auf Durchzug zu stellen und unbesehen alle reinzulassen. Denn nicht nur die arabischen Freunde im HaDiKo haben mich damals vor arabischer Mentalität gewarnt, dasselbe sagen sogar manche syrischen Flüchtlinge selbst. Man sollte auf sie hören, denn wie wissen da was.

Wie lange braucht man eigentlich, bis man sich ein Urteil erlauben kann, das nicht mehr als »Vorurteil« angesehen wird? Reichen 7 Jahre?

Syrer sind mir willkommen. Mir ist bisher noch nie ein Syrer irgendwie negativ aufgefallen. (Nur so am Rande: Mir sind auch Leute aus Eritrea bisher nur positiv aufgefallen.) Ich hoffe nur, dass die auch Konditoren mitbringen.

Als ich noch in Dresden und dann in München wohnte, habe ich gerne bei arabischen Bäckern syrische Köstlichkeiten eingekauft (beidesmal in der Nähe des Hauptbahnhofs), nur in Berlin habe ich sowas noch nicht gefunden. Oh, ich sage Euch, die Syrer verstehen sich auf die Zubereitung von Süßspeisen aus Tausendundeiner Nacht. Wer noch keine syrischen Leckereien gekostet hat, der weiß nicht, was süße Backkunst ist. Ich hoffe so, dass sie auch Bäcker mitbringen.

Und wer noch nie durch einen arabischen Suq geschlendert ist, der hat die Welt noch nicht gesehen. All die kleinen, verwinkelten Läden, das Feilschen, die vielen Gewürze, Gerüche, Früchte, Zutaten, Farben, Stoffe – es ist so wunderbar dort zu schauen, zu kaufen, zu handeln. Man bekommt so eine Ahnung davon, warum die drei Weisen aus dem Morgenland kamen, findet so ein Aroma irgendwo zwischen Aladin mit der Wunderlampe und Sindbad dem Seefahrer. Leute, das ist unglaublich schön. Wie in den Märchen aus der Kindheit (jedenfalls bei denen, die so eine hatten, und deren Märchen noch nicht gegendert waren).

Viele reden immer so abfällig-sarkastisch von „Kulturbereicherern”. Glaubt es mir, da gibt es wirklich vieles, was bereichern kann.

Auf der anderern Seite gibt es aber auch die, die ich nicht mag. Beispielsweise die arabischen Drogenhändler in der nächsten U-Bahn-Station, die gelegentlich mit dem Messer aufeinander losgehen. Oder Berlin Neukölln, das die arabischen Zuwanderer dann eben noch nicht in den magischen Suq, sondern an vielen Stellen in einen kriminellen Misthaufen verwandelt haben.

Haben Sie was gegen Ausländer? Gegen die meisten nichts, gegen manche schon. Man müsste das filtern, wie etwa Australien.

Ich habe nicht mal was dagegen, dass viele kommen. Solange die richtigen kommen.

Mir ist die Tage noch eine Webseite untergekommen, auf der eine streitbare Talkshow aus irgendeinem arabischen Land als Video eingebettet war. Ich haben kein Wort verstanden, aber wenn die Kommentare darunter zutreffend waren, wurde dort diskutiert, was eigentlich zum Erstarken des IS und zur Flucht aus Syrien geführt hat. Man hat die Vermutung geäußert, dass die USA dahintersteckten. Deren Ziel sei es, durch Steuerung des IS Syrien leer zu räumen, um dann, wenn es leer ist, den IS wieder rauszuwerfen und das Gebiet Israel zuzuschlagen, weil die nicht genug Platz haben. Würde zu Vermutungen passen, dass Schleuser und all die Versprechungen vom gelobten Land bei „Mutter Merkel” von den USA gesteuert werden.

Sicherlich eine groteske Verschwörungstheorie.

Aber, das muss ich sagen, ich finde die Idee an sich gar nicht mal so blöd. Ich hatte ja vor einiger Zeit schon mal vorgeschlagen, den Nahost-Konflikt zu lösen, indem wir die Israelis zur Umsiedlung nach Deutschland einladen, weil wir schrumpfen und Leerstände haben, während die zwar gut ausgebildet und tüchtig sind, aber den meisten Israelis die Gewalt zum Hals raushängt und schon jetzt viele dort mit Berlin liebäugeln – ausgerechnet Berlin. Demgegenüber wäre die Idee, stattdessen die Syrer im großen Maßstab nach Deutschland zu bringen, und dafür Syrien den Israelis zu geben, eine Art Nahost-Rochade.

Ich glaube, das ist nicht so blöd, wie es sich anhört. Syrien hat ungefähr 20 Millionen Einwohner. Wenn das so weitergeht wie geschätzt, wird die Hälfte davon in den nächsten Jahren bei uns landen.

Das könnte man wuppen, indem man brachial die Wirtschaft aufbaut und durch zusätzliche Arbeitskräfte einen starken Zuwachs in Produktivität bringt. Das hätte einen enormen Vorteil: Mir geht nämlich die EU gewaltig auf den Wecker. Schreckschrauben aus Zwerkstaaten wie Viviane Reding oder Cecilia Malmström terrorisieren uns, und alle sind sie da, wenn sie Geld wollen, aber alles sind sie weg, wenn es Arbeit gibt, wie jetzt mit Flüchtlingen. Und von den Griechen fühle ich mich auch betrogen. Ich glaube, das wäre für uns durchaus gesund, wenn wir durch Zuwanderung einen massiven Schub hinlegen und zur wirtschaftlich weit überragenden Kraft in Europa würden. Dummerweise traue ich das unseren derzeitigen Politikern nur nicht zu, das hinzukriegen.

Haben Sie was gegen Ausländer? Ja, wenn man sie nur als Sozialballast irgendwo ablädt und einstapelt. Nein, wenn man sie in ein positives Wirtschaftskonzept einbindet.

Ich habe ja nichts gegen Ausländer, aber…

Zurück zur Presse- und Medienschelte. Die brauchen noch ein paar Watschn.

Ein Satzmuster, das sich zum Klischee entwickelt, ist „Ich habe ja nichts gegen Ausländer, aber…” oder „Ich bin ja kein Nazi, aber…”. Unglaublich viele Leute schimpfen in der Presse darüber, dass sie diese Sätze so oft hören. Der Karrikaturist Harm Bengen ist mir dabei gerade aufgefallen, siehe hier und hier.

Da werden Leute, die solche Muster verwenden, allgemein als Kotzbrocken hingestellt.

Das mag sein, ich will dem nicht widersprechen.

In einem bin ich mir aber sicher:

Der größere Kotzbrocken von beiden ist nicht der, der es sagt, sondern der, zu dem er es sagt.

Was läuft da ab?

Der Sprecher muss seiner Aussage, wohl einer Meinungsäußerung, zuerst ein politisch korrektes Gesinnungsbekenntnis vorausschicken, um sich zu legitimieren, um die moralische Qualifikation zu erwerben, überhaupt reden zu dürfen.

Was ist das für ein Land, in dem man zuerst eine Ortsangabe der Gesinnung darlegen muss, um reden zu dürfen? In dem das Privileg des Redens nach Gesinnung gestaffelt ist?

Wir bewegen uns mit Vollgas in Richtung eines Kastenwesens nach indischem Zuschnitt, in dem es verschiedene Meinungskasten gibt, denen verschiedene Privilegien zugeteilt werden. Manche sollen die moralische Lufhoheit haben, andere – wie „Unberührbare” – gar kein Rederecht haben. Man hat die Rede durch ein Gesinnungsbekenntnis einzuleiten, um sich in seiner Kastenzugehörigkeit auszuweisen und die Redeautorisierung zu markieren.

Was wäre mit der umgekehrten Aussage? „Ich habe was gegen Ausländer, aber die da sind so nett, lass die mal rein.”

Man erlebt das auch hhäufig, nee, eigentlich immer, dass Leute, die dieses „aber” angreifen, gar nicht erst abwarten, was derjenige eigentlich sagen will, sondern sofort unterbrechen. Oder in ihrer Kritik gar nicht darauf eingehen, wass er eigetlich gesagt hat, sondern schon das „aber” und die Satzkonstruktion als Kriegsgrund ansehen.

Es kommt nicht mehr darauf an, was jemand sagt, sondern bereits das „aber” im Zusammenhang mit sakrosankten Aussagen. Das ist wieder paradox, weil diese Leute ja häufig verlangen, Pauschalaussagen, Stereotype, Vorurteile zu unterlassen. Aber ein „Ich habe nichts gegen Ausländern” ist stets in extremer Pauschalisierung und allgemeingültig abzugeben, Einschränkungen oder Modalitäten sind nicht gestattet. Von einem Ideologie-Bekenntnis mit eimem „aber” abzuweichen, die Abweichung einzuleiten, ist gotteslästerlich.

Probiert bei solchen Leuten mal „Ich habe ja nichts gegen Ausländer, aber … das reicht mir nicht, ich gehe noch spenden, begrüße die Leute am Bahnhof und gebe Deutschkurse”.

Kurioserweise merken die Leute, die sich über diese Satzkonstruktion so aufregen, meist gar nicht, dass sie Ursache und nicht Beobachter sind, dass ihre Ideologieversessenheit der Grund ist, warum der andere seinen Satz mit einem Polit- und Gesinnungsbekenntnis einleiten muss. Man müsste den Leuten, die sich darüber aufregen, sagen, dass sie das größere Problem sind, sonst würden sie das ja gar nicht erst zu hören bekommen.

Unsere Gesellschaft ist aber voll von diesen selbstgefälligen und selbstgerechten Ralf Königs, Harm Bengens und Til Schweigers, die sich – bei mitunter offenkundiger intellektueller Ärmlichkeit – für moralische Instanzen halten. Die Prominenz mit moralischer Kompetenz und Befähigung verwechseln. Was sicherlich auch daran liegt, dass die Presse so gerne bekannte Leute als kompetente Leute ausgibt.

Manche diskutieren inzwischen offen, die Meinungsfreiheit abzuschaffen.

Wie geht es weiter?

Ich glaube, die Sache mit der Einwanderung der Syrer wird schief gehen und sehr schnell Ernüchterung eintreten. Teils tritt das schon ein.

Ich glaube nicht, dass das an den Syrern liegt. Oder an deren Zahl.

Ich glaube, dass das an der Dummheit unserer Politiker liegt und an der Dummheit derer, die sie wählen und sich zu diesen Emotionalkrämpfen hinreißen lassen. Ich glaube, dass ausgerechnet die, die sich jetzt so für Flüchtlinge einsetzen, die sind, die es scheitern lassen. Weil sie jede sachliche Diskussion erwürgen.

Das ist schade. Weil es eine große Chance wäre.

Es ist aber unausweichlich, weil Dummheit einfach alles schlägt.

Es wird großen Schaden und großes Gejammer geben. Und hinterher will es dann wieder keiner gewesen sein. Die sind dann plötzlich alle weg und bei anderen Themen.

Derweil läuft eine Maschinerie weiter, in der da irgendwer den Leuten einredet, dass Deutschland das Schlaraffenland sei, in dem sie Geld, Wohnung, Auto, Schlagsahne hinterhergeworfen bekommen. Wer auch immer dahintersteckt. Es spricht manches dafür, dass die Amerikaner das inszenieren. Egal.

Es gibt zwei Möglichkeiten.

Die eine Möglichkeit ist, dass die Leute das nicht bekommen, was sie erwarten, und im Zelt landen. Das wird sie frustrieren und aggressiv machen, und auf einmal haben wir da eine Armee von 2 Millionen Leuten, die stinksauer auf uns sind und hier alles kurz und klein schlagen.

Die andere Möglichkeit ist, dass unsere Politiker noch mehr durchdrehen und den Leuten geben, was sie wollen und erwarten. Dann werden die Deutschen, die das alles bezahlen müssen und die keine Wohnungen mehr finden, stinksauer und schlagen alles kurz und klein.

Was kann man da tun?

Meine Empfehlung wären Smartphones.

Gebt jedem Flüchtling ein Smartphone und eine Mobilfunkkarte gratis.

Dann sollen sie halt ihre Zeltstädte fotografieren und ihre Verwandten anrufen und denen erzählen, wie es hier wirklich zugeht. Wenn sie dann trotzdem noch kommen wollen – gut. Dann gehen sie wenigstens nicht von falschen Erwartungen aus. Und wenigstens wissen sie, dass hier nicht nur Empfangsjubel ist. Ich halte diesen Empfangsjubel an den Bahnhöfen nicht nur für Fake, sondern für kriminelle Masturbation. Irgendwer fühlt sich toll, aber sorgt dafür, dass Leute, die da irgendwo im nahe Osten vor dem Fernseher sitzen, getäuscht werden. Bahnhofsjubler sind Lügner und Betrüger, weil sie zum persönlichen emotionalen Vorteil anderen Schaden zufügen, indem sie sie täuschen.

Wir müssen uns jetzt sehr, sehr beeilen, um den Leuten ein halbwegs normales Leben zu geben, die auch dann in irgendeine Arbeit und einen geregelten Tagesablauf zu bringen, wenn sie nur arabisch können und nichts gelernt haben.

Und wir müssen uns überlegen, wie wir dieses Personengruppe in Produktivität überführen, damit die in eine positive Bilanz kommen.

Und wir müssen die, die nicht guttun, schnellstmöglich wieder rauswerfen. Die Messerstechereien in der U-Bahn-Station hier um die Ecke zeigen, dass wir jetzt schon nicht mehr genug U-Bahn-Stationen für alle Drogendealer haben, und wie der Flughafen und die Linie U55 zeigen, sind wir zu langsam, neue zu bauen.

Ich bin der festen Überzeugung, dass es gut gehen kann, aber dass es schief gehen wird. Und dass es zu enormer, nicht mehr zu beherrschender Randale führen kann, wenn es schief geht. Von den eingeschleusten IS-Agenten mal ganz abgesehen.

Und dass es dann wieder keiner gewesen sein will.


Quelle und Kommentare hier:
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