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Woher ich meinen Optimismus nehme

von Alexander Berg

Wenn von Wandel die Rede ist, so erzeugt das nicht bei jedem ein freudiges Lächeln der Entspannung. Ob etwas optimistisch ist oder nicht, ist somit stets eine Angelegenheit des Betrachters selbst.

Optimismus, wie ich ihn erlebe, sollte jedoch eher mit „entspannte Gewissheit“ umschrieben sein. In der Regel wird „Optimismus“ mit euphorisch glänzenden Augen der Schönrederei verwechselt. Ich bin da sachlich gestrickt.

Dass sich „etwas“ ändern muss, wird zwar gern überall gefordert, doch in der Regel soll es am besten „woanders“ sein, Änderungen „woanders“ für einen tun oder es erschöpft sich in den gewohnten niedrigen Beweggründen, wie Geld verdienen (dienen, gehorchen mit Belohnung) und Besitzstandswahrung.

„Woanders“ bedeutet in der Regel, „nicht bei einem selbst.“ In dem Zusammenhang stellt man mir gelegentlich die Frage, wie man „den anderen“ das von mir beibringen könnte.

„Gar nicht. Weil sie selbst draufkommen müssen – oder auch nicht.“

Es hat sich gezeigt, dass „Lösungswege“ Unfug sind, vor allem dann, wenn es darum geht, nur einmal einen Schein beantragen zu müssen und das war es dann auch schon. Es ist nur der erste Schritt(!) – von vielen Weiteren.

Dass der Wandel jeden Einzelnen betrifft, um sich selbstbestimmt aus der kollektiven Gleichschaltung durch Infragestellung seiner eigenen Denk- und Verhaltensmuster herauslösen, mag ein Hinweis sein, und dass es so etwas wie eine pauschalisierte „Gesamtlösung“ nicht gibt. Wer noch der Meinung ist, er müsse gegen andere kämpfen, ist williges nach wie vor nur ein Opfer der Kondtionierungen seines „Ichs“.

Am Ende des langen Weges steht der Mensch vor seinem Spiegel, schaut sich an und erkennt, dass es um ihn selbst geht – jedoch nicht in dem Sinne, dass er wieder nur weiter Geld, Hab und Gut aufschichtet.

An dieser Stelle macht es plötzlich Sinn, wenn von Enteignung die Rede ist, weil der Mensch Hab und Gut nur dazu geschaffen hat, um sich materiell gegen seinen Wandel zur Wehr zu setzen – sich „abzusichern“, wie es so schön heißt.

Dabei „funktioniert“ er nur unter den Programmierungen seines „Ichs“, was sich gegen seine eigene Umprogrammierung zu verteidigen sucht, die der Wandel  – im Besonderen der Lebensprozess – mit sich bringt.

Angst ist nur ein Signal der Verhaltensmuster, dass zu einer gegebenen Situation nur Informationen fehlen. Kampf ist stets eine nach außen praktizierte Handlung gegen Veränderung, gleiches gilt für beibehaltenen Widerstand. Gewalt ist dabei nur das Werkzeug einer sich unwissend und in der Angst haltenden Masse. So hart das klingen mag.

Das Schachspiel ist hierbei das Paradebeispiel für die Grundverhalten der alten Weltordnung: Zwei „Iche“, die gegeneinander antreten.

„Lasst uns zusammentun und einander die Angst nehmen.“ Ernst gemeinter Satz aus einer EMail

Die Frage war ja, woher ich meinen Optimismus nehme?

Im Kern ganz einfach, weil ich an etwas arbeite, was mit dem Begriff „Teillösungen“ recht treffend beschrieben ist.

Denn hat sich gezeigt: Sich nach den Prinzipien und Konventionen der alten Ordnung zu richten um damit ein Morgen gestalten zu wollen, wird nur in gewohnter Ernüchterung münden. Dass es noch viel weiter geht, als sich so mancher zu träumen wagt, daran lohnt es sich zu arbeiten. Da spielt selbst „Staat“ (in der gewohnten Form) keine Rolle mehr – vereinfacht ausgedrückt.

„Ja, aber wie…?“

Vorteil für mich ist bei der ganzen Angelegenheit, dass ich anhand der mannigfaltigen Erfahrungen anderer, zu eigenen Erkenntnissen durch die Infragestellunggelange und mir auf diese Weise sehr viel Zeit einspare.

Das betrifft vor allem alle jene, die zum „1000sten Male“ etwas tun, was vor ihnen andere bereits erfolglos taten. „Die anderen haben das sicher alle falsch gemacht“, war häufig dann die Aussage. Nun? Dann lässt man alle machen und macht „sein Ding“. Ist doch verständlich.

Wenn man mich fragt, ob ich für oder gegen etwas bin, bin ich für das Leben. Daran sollte man sein Handeln ausrichten.

Falls jemand das Gefühl hat, ich würde mich über andere stellen, gibt es dazu zwei Antworten. Die eine lautet: Das ist nur eine Feindbild-Projektion seines „Ichs“ und die andere: Wenn dem so wäre, würde ich keinen Blog betreiben und alles für mich behalten.

„Ja, aber die Probleme…“ „Problemorientierung ist ein auf dem „Ich“ basierendes Verhaltensmuster, sich nicht verändern, um dabei lieber die Probleme leidend, klagend und vor allem sich beschwerend ertragen zu wollen, mit dem Gefühl irgendetwas getan zu haben – außer halt umzudenken.“

Musikalische Untermalung: